Verhaltenstipps nicht nur zu Karneval

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Abgründe des Alltags

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  1. Verlassen Sie das Haus nur, wenn es unbedingt nötig ist. Legen Sie sich einen großen Vorrat an Lebensmitteln an, sodass Sie maximal einmal pro Monat vor die Tür müssen.
  2. Treten Sie nicht öffentlich auf, sondern überlassen Sie dies dem Mann an Ihrer Seite. Wenn Sie nicht sichtbar sind, wird auch niemand auf Sie reagieren.
  3. Wenn Sie keinen Mann haben, mauern Sie sich ein. Sollte das nicht gelingen, schließen Sie sich auf dem Klo ein.
  4. Tragen Sie bitte keine aufreizende Kleidung, aber verhüllen Sie sich auch nicht komplett.
  5. Verzichten Sie auf Alkohol oder sonstige Drogen.
  6. Benutzen Sie auch keine Kommunikationsmittel, sodass jemand herausfinden könnte, wo Sie sich aufhalten.
  7. Kommunizieren Sie am besten gar nicht.
  8. Es sei denn, jemand beschwert sich, dass Sie nichts sagen, dann sprechen Sie gefälligst!
  9. Wenn Ihnen langweilig werden sollte, lesen Sie ein gutes Buch von Birgit Kelle.
  10. Seien Sie einfach kein Arschloch.

Pressemitteilung

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Autoreferenzielle Selbstprovinzialisierung

Hochsauerlandkreis. Aufgrund der jüngsten Berichte über die Ängste in der Bevölkerung vor Flüchtlingen sehen sich die Besorgten Sauerländer für Flüchtlinge (BeSaufF) dazu gezwungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Anlass war ein Bericht der WESTFALENPOST Meschede, dass einige Bewohner des Ortes Niedersalwey befürchten, dass 18 Flüchtlinge dem 540 Seelen-Ort zu stark zur Last fallen. Prozentual machen die 18 neuen Einwohner des dann 558 Einwohner zählenden Örtchens 3,2% der Bevölkerung aus. Ein Veltins-Pilsener enthält immerhin ganze 4,8% Volumen Alkohol und kann vom gemeinen Sauerländer durchaus vertragen werden. Die Bevölkerung befürchtet weiterhin, dass die Flüchtlinge sich langweilen, die nicht vorhandene Infrastruktur im Ort und der nach 18 Uhr nicht mehr fahrende Bus werden als großes Problem angesehen. Probleme, die Teenagerinnen und Teenager im Sauerland kennen dürften. Ebenso sorgt man sich um die Kinder. Die BeSaufF fordern daher alle nicht-motorisierten Sauerländer (vorwiegend Menschen, die das 17. Lebensjahr noch nicht erreicht haben) auf, sich zu solidarisieren und für einen Ausbau des Busfahrplans zu kämpfen. Damit können ebenfalls erste Hemmschwellen zwischen Kindern und Flüchtlingen, unter denen nach ungesicherten Angaben auch Kinder sein sollen, abgebaut werden. Gleichzeitig schreiben die Anwohner, das Haus, in das die Flüchtlinge einziehen sollen, befinde sich in der Hanglage einer Sackgasse ohne Wendemöglichkeit. Wo hier ein Problem für unmotorisierte Flüchtlinge bestehen soll, erschließt sich BeSaufF nicht. Zugleich wird aufgrund der mangelnden Beleuchtung der Straße der Verdacht geäußert, man könne sich dort abends nicht mehr bewegen. Die BeSaufF werden in Kürze mit einer Sammelaktion für Taschenlampen für alle Niedersalweyer beginnen, zeitgleich wird eine Online-Petition für ausreichend Straßenlaternen in Niedersalwey gestartet.
Und schließlich geht es nicht nur um Glaube und Heimat, sondern auch um Sitte und damit auch um Anstand mit dem man Menschen, die aus einem Kriegsgebiet geflüchtet sind, gegenübertreten sollte.

November 2015

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Autoreferenzielle Selbstprovinzialisierung

Frau Schüßler bloggt über ihre Alltagsbeobachtungen seit Beginn der „Flüchtlingskrise“, daher der Post. Auf dem Rückweg von der Bahn läuft jemand hinter mir und telefoniert. „Ja, ich bin jetzt aus dem Zug raus. Die haben da eine Durchsage gemacht und vor Taschendieben gewarnt.“ Meine Krimiader meldet Bedarf an, sich das weiter anzuhören. „Da liefen so ‚orientalisch aussehende‘ Männer herum, die haben in jeder Reihe die Taschen angeguckt und sich dann auf dem Klo eingeschlossen.“ Woher er wohl weiß, dass sie sich auf dem Klo eingeschlossen haben, ist er ihnen gefolgt? Abgesehen davon ist dieser ‚orientalisch aussehend‘-Quatsch lächerlich, aber so wie er sich anhört, kann man sich wohl glücklich schätzen, dass er nicht noch als Hilfssheriff die Ausweise verlangt hat. „Ich habe das dann dem Schaffner erzählt, aber der hat sich nicht dafür interessiert.“ Servicepersonal bei der Deutschen Bahn tut mir in 99,5% aller Fälle leid. „Aber das sind sicherlich die Facharbeiter, die wir so dringend benötigen.“ Ich denke Arschloch und hätte es auch besser gesagt.