Heißes Eisen

Ich bin ja wirklich überrascht, dass das mit dem Tippen klappt. Und wissen Sie was? Ich hasse Sie! So richtig! Sie können sich gar nicht vorstellen wie abgrundtief ich Sie hasse. Naja, nicht alle von Ihnen, sondern diese acht Menschen unter Ihnen, die es witzig finden, wenn ich Hot Iron mache. Und wissen Sie was? Abstimmungsschulden sind Ehrenschulden oder so und deswegen war ich heute im Fitti und habe mich für Sie geopfert. Wenn durch dieses Opfer nicht mindestens sämtliche Schulden der USA getilgt werden, bin ich mächtig sauer!

Imaginieren Sie bitte Folgendes: ein Haufen durchtrainierter Frauen mit riesigen Oberarmmuskeln (irgendwie so superheldenmäßig, Sie wissen schon) stehen im Fitti-Fitti-Raum und prügeln sich darum, wer die meisten Gewichte kriegt. Man muss hier nämlich die Gewichte auf eine Stange schrauben, mir drückt meine Lieblingsvorhopserin (oh sie ist einfach die tollste) 3 Kilo für jede Seite in die Hand. Sind also quasi 6. Überlege, ob meine Lieblingsvorhopserin einen Schaden hat oder ob sie überhaupt wirklich meine Lieblingsvorhopserin ist.

Bevor man heiß ironisieren kann muss man eine Menge zusammen bauen. Den Stepper zum Beispiel und natürlich die Langhantel (wissen Sie eigentlich, dass ich meine Arme nicht mehr bewegen kann und was macht das mit Ihnen?). Dann muss man Trockenübungen machen, Arme rauf, Arme runter, Arme hinter den Kopf. Und dann darf man seine Langhantel zusammenschrauben. Ich betrüge und schraub mir nur fünf Kilo auf die Langhantel, an mir rinnt nämlich schon der Schweiß in Bächen hinunter – Angstschweiß.

Dann macht die Vorhopserin Musik an. Warum eigentlich ist es so ein Scheiß-Usus dämliche aktuelle Charthits unter Fitti-Stunden zu legen. Ganz ehrlich: was soll diese Scheiße? Bei solchen Songs

rollen sich nicht nur meine Fußnägel auf. Nein, eigentlich demotivieren sie mich. Und Demotivation ist beim Heißen Eisen ganz, ganz schlimm. Arme rauf, Arme runter. Die Frau hinter mir ist heute auch zum ersten Mal da und ich freue mich diebisch als sie zwischendurch aufhören muss. Heute bin nicht ich das Nilpferd, heute mal nicht, yeah! Dafür sehe ich aus wie ein Lastenesel als ich die Langhantel hinter meinen Kopf klemmen soll. Selten hässlich. Meine Mitturnerinnen haben für diese Langhanteln extra Handschuhe. Ich kaufe so einen Mist nicht, ich bade meine Hände danach einfach in Palmolive.

Ich habe das Ende der Stunde nicht bedacht. Das Ende der Stunde geht ohne Langhanteln. Liegestütze. Hahahahahahaha, oh mein Gott. Ich kann mich noch nicht mal mehr auf meinen Händen halten und knalle mit dem Kopf einfach auf die Matte. Aber die Vorhopserin kommt vorbei und versucht mich persönlich zu motivieren, indem sie mein Becken richtig dreht und meine Schultern gen Boden drückt. Wieder knalle ich mit dem Gesicht auf die Matte. Die Vorhopserin lächelt verdächtig, ich glaube, sie hat mich letzte Woche nach der Yogastunde im Supermarkt beim Chipskauf erwischt.

Ich mache diese Stunde sowieso nur, weil ich einen riesigen Fehler begangen habe und deswegen im Fitti nicht mehr Musik hören kann. Meine alte Sporthose ist nämlich nicht mehr so ansehnlich, sie kräuselt sich an meinem Hintern gerne so zusammen, dass man meine Hello-Kitty-Unterwäsche sieht (wenn Sie das glauben wollen, bitte). Ich beschloss daher, meine Geldgeber anzupumpen und mir als Motivation, wieder mehr Sport zu treiben, eine neue Sporthose zu finanzieren. Weil alle im Fitti diese Streifenhörnchenklamotten haben, wollte ich auch so eine Hose mit drei Streifen haben (Sie wissen ja wie anfällig ich für Streetcredibility bin). So fand ich heute auch eine Streifenhörnchenhose, die sogar günstiger war als die, die ich von meinem alten Fittihosenanbieter zum Vergleich hatte. Und jetzt raten Sie mal, was das Problem ist: die Streifenhörnchenhose hat keine Taschen! Ich bin verzweifelt. Jetzt brauch ich so ein Armband für meinen iPod! So ein voll hässliches Armband. Scheiße, ey!

Auf der anderen Seite könnte ich mich auch einfach ohne Musik ins Fitti setzen und mir das leidliche Frauenstöhnen anhören, nur, dafür kann ich auch zu youporn surfen und muss nicht ins Fitti gehen. Ach ja, was mir heute auch auffiel: ich brauche ganz dringend einen Kindle. Bisher sah ich ja nicht so den Sinn in dem Teil, aber haben Sie mal versucht, auf einem Laufband ein Buch umzublättern ohne sich voll auf die Fresse zu legen?

Lesen Sie demnächst im Blog: ellebil bei sowas ähnlichem wie einem Schwangerschaftsgymnastikkurs.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn du beim BA-Arbeit-Prokrastinieren schon so heftig bloggst bin ich bereit, dir ein Promotionsstipendium anzubieten (50 Cent Büchergeld im Monat). Einziger Wermutstropfen: Fühle mich beim Gesieztwerden immer so alt.

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    • Das Sie ist besonders für die Menschen gedacht, die ich ganz unten bei „das ellebil“ anspreche. Außerdem könnte sich ja ein facebookpartyhassender CDU-Wähler hier hin verirren und der muss ja nicht gleich denken, dass in diesem Internet nur hedonistische FKKler rumlaufen…oder so.

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  2. Das Siezen ist echt so ein Ding …
    Aber ich freu mich schon auf den Fitti-Fitti-Pilateskurs Bericht. Oder war das nicht die Schwangerschaftsgymnastik?

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