A new beginning

Das neue Musikthema der Woche ist „Neubeginn“. Ich bin vergleichsweise jung und habe daher noch nicht allzu viele Neubeginne zu verzeichnen. Der letzte und einzige Neubeginn, den ich als solchen klassifizieren würde (oh mein Gott, man merkt was ich in letzter Zeit eigentlich so schreibe) ist der Auszug aus den elterlichen Heimatgefilden. Lehnen Sie sich zurück…

Es war im Herbst 2008. Ich war jung und mit genügend Geld ausgestattet, um mir eine neue Bleibe zu suchen. Diese fand ich nach einigen Querelen in Bonn. Kurzfristig hatte es so ausgesehen, als würde ich nach Paderborn müssen, denn die Option auf ein Lehramtsstudium in Köln hatte ich glücklicher Weise recht schnell sausen lassen. Nur trudelten leider irgendwie nur Absagen in Sachen medienaffines Studium in den elterlichen Briefkasten. Vorzüglich traf es sich da, dass ich mich meiner LK-Kurse besonnen und mich auch noch für die Studiengänge Geschichte und Anglistik in der ehemaligen Bundeshauptstadt beworben hatte, denn sonst hätte ich das Studium der Medien in Paderboring aufnehmen müssen. Seien wir ehrlich, ich traf die Entscheidung, welchen Studiengang ich wählen sollte, nicht unbedingt aus nachvollziehbaren Gründen, aber Paderborn, ich bitte Sie!

Also zog ich nach Bonn (und erhielt drei Tage nach Studienbeginn einen Bescheid der Ruhruniversität Bochum, dass man mich dort wohl Medien studieren lassen würde, allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt schon einen …ähh… Mietvertrag in Bonn unterschrieben, den ich bis zum Ablauf eines Jahres nicht hätte kündigen können, Sie verstehen dieses Dilemma sicherlich). In Bonn kannte ich niemanden. Um der Stadt direkt mein wahres Gesicht zu offenbaren, traf ich mich mit meinen zukünftigen Kommilitonen so richtig erstimäßig (wir hatten uns über !!!!studivz11elf!!! verabredet, mein Gott, ist das erst 3 Jahre her?) zum Frühstücken vorm McDonalds am Bonner Loch. Ja, das erste, was ich von Bonn sehen sollte, war das Bonner Loch. In der Hand hielt ich – für das Bonner Loch äußerst angemessen – eine IKEA-Pappe, die noch vom Umzug übrig geblieben war. Auf die Pappe hatte ich

Geschichtsstudenten aller Länder! Vereinigt euch auf der Suche nach gutem Frühstück!!!

geschrieben. Dies sollte in der nahen Zukunft einige ältere Menschen (die ich heute als Seniorenstudenten verabscheue) anziehen. So zog ich mutterseelenallein mit mir vollkommen fremden Menschen (und man muss sagen, mein Studiengang zieht einige obskure Leute an) durch Bonn. Ich kannte wirklich niemanden. Und eigentlich ist das auch heute noch so. Einen Großteil meiner Kommilitonen sehe ich eigentlich nur in der Uni oder dann wenn die Dozenten einem mal wieder eine dieser berüchtigten Semesterabschlusssaufereien (nur dass halt außer dem Dozenten niemand säuft) aufzwängen. Ist auch nicht weiter tragisch, ich komm ganz gut allein durchs Leben (es sei denn ich laufe nach einem Mensabesuch alleine durch die Stadt).

Too make a long story short (you know, there’s a big but, wie mein Englischlehrer immer zu sagen pflegte): innerhalb der ersten Studienwoche sägte ich mein Nebenfach Anglistik ab und ersetzte es durch einen Studiengang von dem ich IMM (irgendwas mit Medien) erhoffte, denn auch in Bonn werden Nachrückbescheide verschickt. Es wurde graue, triste und extrem langweilige Theorie daraus und ich weine noch heute in mein Kopfkissen, dass ich nicht nach Paderborn gegangen bin, wo bestimmt alles viel besser und die Leute natürlich netter und die Stalker weniger gewesen wären. Ach, ich wollte mich kurz fassen, stimmt ja. Also, das Lied, was ich für mich mit meinem oben beschriebenen Neubeginn verbinde, ist ein Lied, das ich gar nicht mag, aber es passte eben wie Arsch auf Eimer, damals als es rauskam im Jahr 2008:

Polarkreis 18 – Allein, allein

Ja, ich mag das Grün-weiß auch nicht.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nun, wenn es schöner Arsch auf einem stabilen Eimer ist, können wir die Sache abhaken ;-) Dieses Lied nicht zu mögen ist nicht weiter schwer und tatsächlich passend zu einem Neuanfang, der eher wie ein Fehlstart aussieht …
    Und dass sich die Spezies der „Stalker“ in der Weltmetropole Bonn halten kann, ist ebenfalls sehr erstaunlich ;-) Der Artikel war jedoch vortrefflich! Chapeau und
    herzliche Grüße!

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  2. Das Lied wurde damals so totgenudelt im Radio, ich kann es auch nicht mehr hören. The Color of Snow (glaube so heißt das) von denen finde ich aber ganz gut. :)

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