La semaine 46

Montag. Herr Hahn schafft es endgültig mich in den Wahnsinn zu treiben. Seitdem kreisen alle meine Gedanken darum, wie ich ihn so richtig bloßstellen kann. Er hat es einfach nicht anders verdient. Lerne, dass Rumänien komplett korrupt ist. Behauptet zumindest der ein oder andere. Ich lasse das mal dahingestellt. Will Brot kaufen. Das Brot gibt es aber nur in der 1,5 Kilo Version, rechne meinen Brotverbrauch durch. Könnte mich von dem Brot 18 Monate ernähren. Kaufe zwei Brötchen.

Dienstag. Versäume die Lieblingsvorlesung und gehe stattdessen essen. Vorher aber gehe ich auf den Markt, weil Anke Gröner sagt, dass das toll ist. Ist es auch. Für sage und schreibe 6 Euro kaufe ich Tomaten, Blumenkohl, Knoblauch, Rucola und 20 Saftorangen. Danach verlebe ich 2 Stunden, die sich anfühlen wie 4. Abends gieße ich mir einen Liter kochendes Wasser über die Hand, weswegen ich erst gegen halb 5 morgens einschlafe und dennoch alle 10 Minuten wach werde, um meine Hand in die Wasserschüssel neben meinem Bett zu tunken.

Mittwoch. Schlafe bis 12. Meine Hand sieht einigermaßen witzig aus und tut weh. Wünsche der Nachbarin einen tollen Urlaub in Oxford. Danach begebe ich mich in die Apotheke und lege meine Hand auf den Tisch. Der zugegeben ziemlich gutaussehende Jung-Apotheker hat nicht so recht Ahnung, was meiner Hand gut tut. Ich auch nicht so recht, obwohl ich eine telefonische Behandlung in Anspruch genommen, den Namen der empfohlenen Salbe aber vergessen habe. Glücklicher Weise kann der Oberapothekerhäuptling weiterhelfen, weswegen ich 4,95 Euro für ein Gel ausgebe. Das schmiere ich mir für den Rest des Tages alle 10 Minuten auf die Hand.

Donnerstag. Heule meine Mutter voll, wie weh die blöde Hand tut. Fahre nach Hause und gehe da in ein Konzert von Tommy Emmanuel, es ist ganz nett, aber er spielt mir ein bisschen zu lange (ich hätte auch nicht gedacht, dass das geht):

Zuhause wird meine Hand endlich fachmännisch behandelt.

Freitag. Kaufe für den Hasen Obstsalat. Der Hase ist ein Feinschmecker und frisst nur getrocknete Erdbeeren, Bananenchips sind nicht so seins. Dafür mag der Freund sie, der sie allerdings angewidert wegstellt als er merkt, dass das Hasenfutter ist. Gucke den Comedy Grandprix, weil ich quasi dazu gezwungen wurde.

Samstag. Besuch bei den Großeltern. Wehrmachtstelefone angucken. Verband wechseln, die Hand sieht immer ekliger aus, was aber wohl bedeutet, dass sie heilt.

Sonntag. Brutal frühes Aufstehen. Zurück nach Bonn. Essen gehen. Referatzeug lesen. Böse Sticheleien gegen Herrn Hahn aufschreiben, überlegen, ob das kindisch ist oder ob ich die morgen wirklich abfeuern soll, eine ist:

„Es ist ja so: Wilhelm II. studierte zehn Fächer in vier Semestern. Man könnte das heutzutage wohl am besten mit dem Seniorenstudium vergleichen. Im Gegensatz zu einem vermutlich verfolgten, breiten Wissen, wird dabei aber nur ein oberflächliches Wissen erzeugt, mit dem man wahrscheinlich auf internationalen Empfängen noch mäßig glänzen kann, mit dem man aber sonst recht wenig anfangen kann. Es handelte sich beim Studium Wilhelm II. wohl eher um 2 Jahre Trunksucht mit mäßiger Bildung, ganz anders übrigens als sie sein Vater und seine Mutter genossen hatten. Für weitere Ausführungen stehe ich am Ende der Stunde zur Verfügung, wenn sich jemand interessieren sollte.“

Drehe ein Tutorialvideo.

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