La semaine 4 en 2012

Montag. Herr Hahn hält sich vornehm zurück. Ich bin begeistert und esse zur Feier des Tages in der Mensa. Statt der Brigittediät probiere ich die sog. Quarkknöpflepfanne aus, die ausnahmsweise mal dazu führt, dass ich den Mensafraß mag. Danach telefoniere ich mit dem WDR und bringe ihn anscheinend in größere Nöte. Das WDR Justiziariat kümmert sich jetzt um den Staub, den ich aufgewirbelt habe. Tut mir leid. Danach höre ich das Wort „ja“ viel zu oft. Es nervt. Fahre kurz nach Hause, bastele mir ein Brötchen und gehe dann ins Kino (es wird „Ziemlich beste Freunde“ gegeben). Danach werde ich auf ein Kölsch eingeladen. Ich glaube allerdings, dass der Spender mit meiner Wahl nicht so ganz zufrieden war.

Dienstag. Arbeiten. Kurz nach Hause, zwei Minuten Schlaf nachholen. Das letzte Mal in das langweiligste Seminar, das ich in meiner ganzen Unikarriere überhaupt hatte. Leider geht es heute ganze 105 Minuten, sodass ich nach 90 Minuten anfange mit meinen Hufen zu scharren, Niesattacken vorzutäuschen, meine Mitsklaven über diese Ungerechtigkeit zu informieren und mich schriftlich über die Referierenden lustig zu machen (die es, m.E. nach, auch mehr als verdient haben). Es gibt eine riesige Menge an superbescheuerten Geschichtsstudenten und am witzigsten sind die, die sich für total elitär und die Zukunft Deutschlands halten. Danach erhalte ich eine E-mail, die einen Adrenalinschub auslöst, von dem ich vier Stunden nicht mehr runterkomme. Infolgedessen kann ich nicht einschlafen.

Mittwoch. Etwas abgehetzt steige ich in die Bahn, um eine lokale Abteilung eines Fernsehsenders zu besuchen. Dort stelle ich mich und die dort Arbeitenden aufgrund meiner aktuellen Lebensplanung vor (fast) unlösbare Probleme. Möglicher Weise können ich und meine Zukunft aber noch gerettet werden. Sonst geh ich halt wieder nach Köln. Zu Fuß. Danach werde ich vom Kölschspender ins Vapiano eingeladen und stelle fest, dass man da bestimmt einen gutflorierenden Heirats- oder Seitensprungmarkt für Businesspeople aufmachen könnte. Ich stelle mir schon vor, dort spontan eine Vermittlungsagentur aufzumachen, die ich an das Vapianokonzept anpassen könnte. Dafür müsste ich aber überhaupt erstmal sowas wie Emotionen entwickeln können. Abends verabschiede ich mich noch etwas mehr von meiner Zukunft.

Donnerstag. Mal wieder steige ich in die Bahn. Meine Zukunftsaussichten sehen nicht mehr so schrecklich aus, wie ich gestern noch dachte. Ich lerne, dass mein Überengagement nicht überall erwünscht ist. Weil ich penetrante Lust auf die perverse Spagetti Bolognese aus Carls Bistro (ja, ohne Deppenapostroph) habe, gehe ich dorthin und esse sie – um 11.30 Uhr. Danach lasse ich mich von drei Personen bequatschen, ich solle doch bitte etwas kaufen/spenden/mit ihnen reden und schaffe es, dass am Ende der Gespräche NIEMAND meine Daten hat und mir auch NIEMAND eine dreiwöchige Ägyptenreise, die drei Jahre gültig ist, schenken kann (durch intensives Googlen fand ich auch heraus, dass diese FASI, die Werbung mit 60.000 Unfallopfern im Jahr wirbt und von der ich noch nie etwas gehört hatte, sowas wie der Deutsche Videoring (aber natürlich wollte der Typ dieses Mal gar nicht meine Handynummer, sondern meine Adresse) ist, alles klar. Die Homepage der FASI wirkt auf mich auch außerordentlich seriös.). Sodann kaufe ich mir eine Brigitte, um herauszufinden, wie burnoutgefährdet ich bin (anscheinend total). Später im Seminar gibt’s tolle Hitler-Vergleiche und Herr Hahn guckt ganz ungläubig. Ich bin aufgrund von ehrenamtlichen Verpflichtungen erst um 23.58 Uhr zuhause. Toll.

Freitag. Arbeit. Fitti mit total sportvernarrten Damen. Bin mir sicher, dass die alle verrückt sind und finde es total lächerlich, eine Stunde mit 10 km/h auf einem Laufband zu verbringen. Scheitere derweil an der Beinpresse. 45 Kilo sind aber auch einfach zu viel für mich, Fittitrainerin! Und 45 Kilo sind auch zu schwer für meine Arme! Wenigstens gibt’s im Edeka die Mikrowellenlasagne. Pft. Danach saufen wir uns die Hucke voll, bzw. ich probiere das, kriege es aber nicht hin und werde fortwährend von einer gewissen Person gepiekst, AN DEN HALS GEFASST (dafür werde ich dich morgen noch mal richtig verprügeln!) und genervt. Herzlichen Dank auch. Wir gucken das Dschungelcamp, aber eigentlich würde ich viel lieber die RTL Gallopstars gucken. Nur kommen die leider nicht. Deswegen schlafe ich ein.

Samstag. Weil die Woche anstrengend war, verbringe ich den Samstag bis 16 Uhr im Bett. Dann stehe ich auf und mache mich fertig, denn die Telekombaskets Bonn spielen gegen Alba Berlin. Ein sehr schönes Spiel, der Klassiker quasi, auch wenn Bonn 91:92 verliert und abgesehen von Sven Schultze, der MEINEN Jared Jordan unsportlich foult und sich nach dem Spiel noch auf eine längere Diskussion mit einem Bonner Fan einlässt, was (durch eine Glastür hindurch) sehr amüsant zu betrachten ist (wo kann man hier eigentlich Basketballboulevardreporterin werden?).

Foto: © Sebastian Derix

Gucke aus Servicegründen das Dschungelcamp und verschicke mit etwas Verspätung eine SMS, in der ich den Namen der Siegerin mitteile. Dann lese ich DAS BASKETBALLBUCH von Herrn Derix und schlafe ein.

Sonntag. Gehe mit dem Exilsoester frühstücken. Sitzen direkt neben zwei Obernerds. Die Kellnerin schmeißt ein ganzes Tablett die Treppe hoch und geht dann weiter als wäre nichts gewesen. Das ganze Restaurant lacht. Fahren nach Hause, der Exilsoester friert. Schlafe wieder ein, zwischendurch haut der Exilsoester ab. Blogge über meine letzten Kinobesuche und ändere das Blogdesign etwas ab. Soweit, so gut.

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