La semaine 8 en 2012

Montag. Ich begebe mich in den Resttrubel des rheinländischen Ausnahmezustandes. Ich finde derlei Veranstaltungen immer so „nun, ja, gut“. Man muss hier geboren sein, denke ich. Wobei ich es ja versucht habe. Im Sauerland. Als Tanzmariechen. Ich, ja. Glauben Sie nicht, dass ich irgendwas wie einen Spagat jemals beherrscht habe, aber at least I have tried. Das ist auch das, was ich über den Bonner Rosenmontagszug sagen würde. Eine eher mhm ja, ich beleidige hier jetzt niemanden Veranstaltung. Ich fange nichts. Dafür bin ich halbwegs verkleidet (einmal die hässlichsten Sachen des Kleiderschranks miteinander kopiert und soviel Zeug ins Gesicht geklatscht, dass Cindy aus Marzahn vor Neid selbst unter der Asitoasterbräune erblassen würde) und schaffe es, in zwei Stunden eine Flasche Bier auszutrinken. Ich trage übrigens 10-cm-hohe Espadrilles und darin Socken! Trotzdem friere ich natürlich und als ich zuhause bin schlafe ich erstmal fünf Stunden. Karnevalsbedingt findet das Pubquiz trotzdem statt. Wir werden Dritter – von sechs. Supertoll. Nicht.

Dienstag. Arbeit, wondervoll. Ich darf kyrillische Texte formatieren. I like. Ich schaue abends ‚The Artist‘. Mhm, ja, geht so. Geht vor allem so, weil in der letzten Reihe ein Seniorenpärchen seine Liebe wiederentdeckt und deswegen den ganzen Film lang pausenlos quatscht. Ich habe nichts gegen Gespräche im Kino, ich rede selber. ABER VERFICKTE SCHEIßE ICH REDE NICHT 45 MINUTEN AM STÜCK! Nachdem ich mir während eines STUMMFILMS 45 Minuten lang Gemurmel aus der letzten Reihe angetan habe, drehe ich mich um und frage, ob es möglich sei, etwas leiser zu reden. Augenblicklich drehen sich alle Augenpaare im Kino zu mir um und mit dieser Aussage passe ich mich dem geistigen Altersdurchschnitt der Nörgelrentner, die dieses Kino am liebsten besuchen, rasend schnell an.

Mittwoch. Mein Kopf explodiert nur leicht, dazu ist alles, was warm werden könnte, im Haus ausgefallen. Großartig. Ich wickele mich in die wärmsten Klamotten, die ich habe, ein und gehe einkaufen. Ich treffe währenddessen eine Menge komischer Menschen, die mich wahrscheinlich ebenso komisch finde, wie ich sie. Normaler Weise bin ich recht gut im Umgang mit alten Menschen, aber diese Woche fordern sie mich wirklich heraus. Ich beschließe daher, der Menschheitsgeschichte nicht weiter auf die Nerven zu fallen und zuhause die Republik Verschnöttistan auszurufen. Gelo Myrtol forte sei Dank.

Donnerstag. Um 14 Uhr ist das Wasser wieder warm. Um 16 Uhr caste ich 8 Menschen. Um 22 Uhr bin ich zuhause. Mehr ist zu diesem Tag nicht zu sagen.

Freitag. Ich arbeite und versuche dann eine Sprechstunde beim Prof. zu ergattern, die erste ist schon voll, also werde ich in Anfang März heimsuchen müssen, um ihm zu offenbaren, dass ich absolut keine Ahnung habe, was ich ihm für eine Hausarbeit schreiben soll. Lese deswegen interessante Bücher über „Warum ist es eigentlich so schwer Biographien zu schreiben?“

Samstag. Werde an der Aral-Tankstelle beschissen, eher von Payback und von denen auch noch nicht mal so richtig. Aber ich kriege leider nicht die 7-fache Paybackpunktzahl. Und dann ist das Wasser auch schon wieder nicht richtig warm. Ich flüchte ins Sauerland, wo ich bade und dann dauerschlafe.

Sonntag. Sieht ca. exakt so aus wie der Samstag.

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