Kontrafaktische Geschichte

Meine letzte Hausarbeit schrieb ich über die Entwicklung der Biographie eines Mannes, der seit über 200 Jahren tot ist. Im 19. Jahrhundert war er so etwas wie ein britischer Nationalheld – was heißt so was wie, gerade im 19. Jahrhundert gab’s ja eigentlich nur Nationalhelden. Das führt dann soweit, dass Menschen, die sich in ihren einleitenden Sätzen zu seiner Biographie noch der absoluten Wahrheit verpflichtet hatten

It has been my object, in the following pages, to treat the individual of whom I write as a strictly historical character.

in der Bewertung der Person zu folgendem Schluss kamen:

I cannot tell what truth there may be in the story ; but of this I have little doubt, that, had the state of his health and the temper of his mind permitted him to embark upon the enterprise, the dependence of the United States on the mother-country would have been continued for at least another half-century.

Robert First Lord Clive gilt einigen übrigens bis heute als Begründer der britischen Macht in Indien und beging – wohl unter Einfluss von Opium – im Alter von 49 Jahren Selbstmord.

Online gelesen werden kann die überaus amüsante Biographie aus der ich zitierte in ihrer vollen Länge hier: http://archive.org/details/liferobertfirst00unkngoog. Mich erfreut es ja sehr, dass man so viel einfacher mit englischsprachigen Quellen arbeiten kann.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Wenn ich das Konzept der kontrafaktischen Geschichte richtig verstanden hatte, geht es dabei um „Was wäre passierte, wenn?“ – und wenn ich mir jetzt das zweite Zitat noch mal so angucke…

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