Frühstückend durch Bonn (1)

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0815-Frühstück im Kurzlebig. Ganz ohne Gewehr.

Vor einiger Zeit schickte ich mich an, einen Qype-Account ins Leben zu rufen, um Bonner Lokalitäten zu beurteilen, die ich blöd finde. Generell ist es ziemlich interessant, wie Qype negative Kommentare anzuziehen scheint. Irgendwie natürlich auch logisch, man schreibt wohl lieber negative Bewertungen, wenn man sich geärgert hat, als wenn man sich über etwas freut (das nimmt man ja irgendwie als selbstverständlich).

Tatsächlich sind eine Großzahl meiner Qype-Bewertungen Rants, gelegentlich lösche ich sie sogar nach ein paar Monaten, weil sie mir dann peinlich sind (z.B. der in dem ich mich beschwert habe, dass ich zu EHEC-Zeiten in dieser einen Bäckerei genau den gleichen Betrag für ein „belegtes“ Brötchen, ohne Gurken, Tomaten, aber mit Ei bezahlen durfte und gehässig mit der Frage schloss, ob man mir garantieren könne, dass das Ei wenigstens dioxinfrei sei – ich war mir auch nicht zu schade, diese E-mail an die Kundenabteilung des Kettenbäckers mit Franchisesystem zu schreiben, die mir – mittlerweile irgendwie auch verständlich – mit einem Standardschreiben antwortete).

Allerdings – und das passiert nur selten – lobe ich bei qype auch. Womit wir zu folgendem Laden kommen: dem Kurzlebig in Bonn. Ich bin ein riesiger Fan vom Kurzlebig. Leider ist sein Name einer von der „telling“ Sorte. Ursprünglich hatte das Kurzlebig sogar nur eine Lebenserwartung von einem Monat. Die ist mittlerweile mehrmals verlängert worden, zuletzt wohl bis in den Juli. Danach kommt das Victoriakarree und neben dem Kurzlebig sagen dann wohl auch der Kiosk, der Bäcker, das Blow Up und wohl auch das mandu (dem ich bis dahin noch dringend ein Internetdenkmal setzen muss) Tschüß.

Bis es soweit ist, sollte man aber unbedingt noch mal im Kurzlebig vorbeischauen. Ich hab es seit September öfters getan, mal mehr zufrieden, mal weniger. Anscheinend sind seit meinem vorletzten Besuch die frischgepressten Inklu-O-Säfte von der Karte gestrichen worden und auch was den Service angeht, könnte es gelegentlich schneller gehen. Dafür, dass das Ganze aber sowieso sehr improvisiert erscheint, ist das alles meist verschmerzbar. Wer sich mal eben schnell ein Frühstück reinpfeifen will, sollte woanders hingehen. Hier wird Frühstückskultur zelebriert. Die Auswahl ist riesig und man bekommt wirklich alles, was man so frühstücken könnte. Couscous zum Beispiel oder Baked Beans in einer Tortilla mit Chili-Rührei. Da braucht man dann auch echt kein Mittagessen mehr.

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Wenn man Geburtstag hat, kriegt man auch mal ein Krümelmonster aufs Haus.

Abends gibt es im Kurzlebig Abendbrot. Unter deutschen Tapas verbergen sich dann Schmalzstullen und Silberzwiebeln oder lauwarmer Kartoffelsalat, Aioli-Dips und verschiedene Brotsorten. Auch alles sehr lecker, aber auch ein wenig teuer – zumindest die Salate (wobei ich für den Gurkensalat töten könnte).

Beim nächsten Mal probieren: Mittlerweile kann man sich im Kurzlebig Picknickkörbe abholen. Und weil die Hofgartenwiese nicht weit ist und die Haltestelle, die einen direkt in die Rheinaue bringt somit auch nicht, wird das demnächst direkt mal getestet.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Ich fragte gerade mal beim Kurzlebig nach, die sind noch bis Juni 2014 dadrin, der Investor lässt sich also anscheinend noch ein bisschen Zeit. Puh. Aber der Kiosk ist oft echt DIE Rettung.

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