Sattel fest, den Fuß im Bügel – ellebil erzählt euch was vom Pferd

Dies ist ein Text zur Blogparade Pferdemädchen. Angestoßen von Anne und Silenttiffy.

Auch ich war mal ein Pferdemädchen. Oder wollte eines sein. Lange war ich es jedenfalls nicht.

Es fing an mit den elendigen Bibi und Tina Kassetten, die das liebe Landleben so herrlich romantisieren und komische Bilder von 13-jährigen Mädchen malen. Geheilt war ich von meiner Pferde-Romanze recht schnell als mir als Sechsjährige ein Pferd beim Füttern in die Brust biss. Da waren die Kläpper nicht mehr ganz so toll, sondern eher hinterhältige Mistviecher.

Aber alle meine Freunde wollten/durften/konnten reiten. Ich nicht, ich ging immer nur mit der alten Reiterkappe meiner Mutter spazieren und darunter trug ich eine blonde Perücke. Ich war ein komisches Kind. Außerdem hatte ich imaginäre Pferde, auf denen ich immer mit der Freundin rum ritt, die auch nicht reiten durfte. Bei ihr waren die Eltern zu allererst um ihre Unversehrtheit besorgt, sie sollte später mal mindestens berühmt werden – glaube ich. Bei mir lag es eher an meiner Faulheit, prinzipiell hätte ich wohl gedurft, aber die fünf Kilometer zum nächsten Gestüt bergauf mit dem Fahrrad zu fahren, fand ich dann doch nicht so pralle – mein Wunsch auf einem Pferderücken zu sitzen war dann wohl doch nicht so ausgeprägt. Mit 10 startete ich im Nordseeurlaub einen kurzen Reitversuch, aber es gefiel mir nicht so, was wohl höchstwahrscheinlich am Reitlehrer lag, der mir ein wenig Angst machte und ständig nur herumbrüllte. Pferde? Thanks, but no thanks.

Es änderte sich als ich 15 wurde. Im Prinzip war ich da für diesen kleine Mädchen Traum schon zu alt, aber es war Weihnachten, Sissi lief im Fernsehen und irgendwas machte, dass ich doch wieder reiten lernen wollte. Außerdem war meine beste Freundin in einem Reit- und Zuchtverein und hatte ein Pflegepferd und schwärmte nur so davon. Also befand ich mich irgendwann leicht frierend in einer Reithalle ein, lernte reiten, fand es auch gar nicht so blöd und blieb dabei. Für ein Jahr. In dem einen Jahr hatte ich auch ein Pflegepferd, das ca. so sportlich war wie ich und vom Tempo her mehr so 0,5 PS hatte. Wir mochten uns. Er hieß Gismo.

Allerdings hatten wir hier auch wieder ein paar Zickenpferde. Peggy zum Beispiel (und ich stelle hier jetzt mal die Frage: wer gibt Pferden eigentlich ihren Namen und kann man das schon unter Tierquälerei fallen lassen?). Peggy war eine Zicke vor dem Herrn und ging mal mit mir durch. Ich bin nicht heruntergefallen, aber danach hatte ich wieder Respekt vor Pferden – nicht dass es mir vorher an ihm gemangelt hätte, aber das Erlebnis sagte mir dann doch recht deutlich, dass ich diesen Sicherheitsaspekt beim Reiten gar nicht so doof fand. Außerdem hatte bei Bibi und Tina nie jemand erzählt, wie lange es dauert bis dass man so ein Pferd reitfertig gemacht hat und dass es ca. das Doppelte einer Reitstunde dauert es vorher und nachher fertig zu machen.

Es kam ein Auslandsaufenthalt, ein Ritt auf einem englischen Pferd und dann hatte sich das mit diesem Reiten für mich erledigt. Auch, wenn es schon irgendwie Spaß gemacht hatte, war es leider absolut nicht mein Sport.

PS: Ich war übrigens so ein schlechtes Pferdemädchen, dass es von mir keine „Ich und mein Pferd“-Fotos gibt. Noch nicht mal das konnte ich. Aber immerhin weiß ich dank der Wendy wie man Luftröhrennotschnitte bei Hunden durchführen kann.

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