Karneval – Bilanz eines sog. Karnevalsmuffels

Karneval also. Ich habe ja generell ein kleines bis größeres Problem mit Brauchtumsveranstaltungen. Schützenfeste habe ich bislang immer gemieden und es würde mir auch nie im Leben einfallen, das Oktoberfest zu besuchen. Die letzten fünf Jahre in Bonn sahen so aus:

  • 2009: Sauerlandbesuch (um da Karneval zu feiern, was so ziemlich die dümmste Idee ist, die man haben kann)
  • 2010: in Bonn verbarrikadiert und mich sehr gefreut, dass ich an Weiberfastnacht morgens einen Termin zum Blut abnehmen hatte, beim Aufschlagen morgens irgendwann um 8 Uhr gesagt bekam: „Gehen Sie mal wieder nach Hause, vor Mittwoch arbeitet doch hier kein Labor.“ Und das könnt ihr mir natürlich nicht sagen wenn ihr mir den Termin gibt. Merke: richtig angekommen war ich noch nicht.
  • 2011: Sauerlandbesuch (ohne Besuch einer Festivität)
  • 2012: Islandwochenendbesuch mit anschließendem Besuch des Bonner Karnevalszugs am Montag, was nun eher trostlos war.
  • 2013: Verbarrikadierung in Bonn
  • 2014: Probierst du es halt mal. Kann auch nicht schlimmer sein als damals als du dachtest, es wäre eine super Idee am 11.11. am Kölner Hauptbahnhof umzusteigen, komplett nüchtern und leicht auf Krawall gebürstet.

Es ist natürlich mit diesem vermaledeiten Kirchenkalender zu erklären, dass Karneval im Februar bzw. Anfang März liegt. Infolgedessen bleiben einem: super warmes Fellkostüm, das den Aufenthalt auf der Straße ermöglicht, Kneipenbesuche aber zur Sauna macht. Oder: man zieht sich ein nicht ganz so warmes Kostüm an, zerstört das aber entweder, weil man da noch mehrere Schichten normale Kleidung drüber ziehen muss oder friert einfach mal ein bisschen.

Freezing Edition am Donnerstag:

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Warm eingepackte Edition am Samstag:

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Donnerstag waren wir in Bonn unterwegs und das sogar ziemlich lange. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass in der Altstadt dann doch so viel los ist. Besondere Grüße übrigens an den Typen, der anscheinend als Anmachspruch hat, er sei in der Fußerotikbranche tätig. Wenn man Teppichvertreter dazu zählen möchte. Alles in allem kann man das machen, auch wenn ich Helene Fischer jetzt auch nicht mehr mag als vorher, aber ich habe einen Cat Ballou Ohrwurm und finde das noch nicht mal so schlimm.

Samstag: ehrlich gesagt ist mir diese ganze Zülpicher Platz Veranstaltung suspekt. Da laufen halt verkleidete Menschen torkelnd durch die Gegend, trinken Kölsch und stolpern von einer Kneipe in die andere – alles etwas krasser als sonst und verkleidet, aber sonst?

Ich habe diesen Karnevalsversuch dann gestern abgebrochen. 1. weil ich immer noch verschnupft bin und 2. weil ich ungern in teils betrunkenen Menschenmassen feststecke, um mich mit Zeug bewerfen zu lassen, ich werde dann immer relativ schlecht gelaunt und das macht weder mir, noch den Leuten um mich herum Spaß. Nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder einer von diesen fürchterlichen bekennenden Karnevalsmuffeln und verbringe die fünf Tage damit hasserfüllte Kommentare bei faz.de und welt.de zu posten, oder bei Taz.de herumzutrollen. Mal schauen. Wobei: vielleicht fahre ich morgen nach Köln, Nubbel verbrennen könnte mich amüsieren.

PS: Der gruseligste Auswuchs in punkto Karneval anno 2014 ist übrigens:

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Nubbel Verbrennung ist toll. Wenn du das noch nie erlebt hast, dann mach es dieses Jahr oder nächstes Jahr mal mit. Ist etwas sehr besonderes.

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