Musikalischer Lebenslauf

Damals™ als ich noch jünger war, gab es in der NEON noch den musikalischen Lebenslauf. Als ich vorletztes Wochenende mit 20 Prozent iPhone-Akku 1,5 Stunden in der 18 von Köln nach Bonn gammelte und dabei die ganze Musik auf dem iPod durchskipte, twitterte ich meinen musikalischen Lebenslauf. War lustig und deswegen gibt es jetzt hier mal eine Auswahl dieser Songs.

The Beatles – Lucy in the Sky with Diamonds

Ich hatte irgendwie keine Lust auf diesen ganzen Müll, den meine Freunde hörten, so seltsame Sachen wie No Angels, neee danke (es muss also irgendwann um 2000 gewesen sein). Die Maxi CD von Daylight in your eyes hatte mir gereicht, also ging ich in das Zimmer meines Vaters durchstöberte seine CD-Sammlung und fand schließlich Lucy in the Sky with Diamonds, mein Papa erzählte mir auch sogleich die LSD-Geschichte zu dem Lied, die ich naives Kind aber nicht wirklich verstand. Das Lied gefiel mir irre gut und meine Freundschaft zu den Beatles begann…

Yellowcard – Ocean Avenue

It felt so right: sleeping all day, staying up all night. Es waren Sommerferien. We were both 16. Wir fühlten uns so erwachsen. Es war die letzte Phase einer langen Freundschaft. Nach der 10. Klasse ging man auseinander, ich blieb in meinem Trott stecken. Sie hörte nach 6 Jahren auf. Ich konnte es nicht verstehen. Ein letzter gemeinsamer Urlaub und den ganzen Sommer hindurch wollte mir dieses „if I could find you now, things would get better, we could leave this town and run forever“ nicht aus dem Kopf gehen.

Taking back Sunday – You’re so last summer

Emo. Unsere halbe Schule war emo. Ich war emo. Ich war sowas von emo, dass ich mir regelmäßig einen Schlüsselanhängerring an die Unterlippe hängte, um zu testen wie ich wohl mit so einem Unterlippenpiercing aussehen würde. Leider war ich ein Emo ohne die Vans mit dem Schachbrettmuster und den Kirschen drauf. Nein, ich hatte die Pinken mit den Hanfblättern, die alle Erwachsenen anguckten und sagten: „Du hast aber coole Palmen auf den Schuhen.“ Einen Sommer lang habe ich quasi nur The USED, My Chemical Romance und Taking back Sunday gehört. Mit Screamo konnte ich nie etwas anfangen. Ich mag das nicht. Und bis heute ist in meinem Kopf: „And with my one last gasping breath I’d apologize for bleeding on your shirt.“

Babyshambles – Fuck forever

Wenn man der ganzen Welt ein einziges „Fuck you!“ entgegen schreien möchte, erledigt das glücklicher Weise Pete Doherty für einen und erreicht damit wahrscheinlich auch mehr Menschen als wenn ich mich auf den Balkon stelle und es in den Wind brülle. Danke, Pete, du altes Drogenopfer.

Petula Clark – Downtown

Habe ich gehört als ich 2006 in New York war. Gleichzeitig ist es mein allergrößter Wunsch irgendwann – wenn das technisch möglich ist – in die 1960er zurück zu reisen. Wahrscheinlich wird das nie stattfinden, was gut ist, denn ich hege die Befürchtung, dass ich ziemlich enttäuscht wäre – gut, dass es Mad Men gibt.

Darwin Deez – Radar Detector

2010 im Mai war ich krank, was mich allerdings nicht davon abhielt ins Nyx zum Geschmacksverstärker zu gehen und danach nach London zu fliegen und immer im Dauerrepeat war Darwin Deez und der Radar Detector. Wenn ich irgendwann mal eine Independent Serie über das Leben junger Menschen in Bonn bei HBO haben sollte, kommt das auf den Soundtrack.

Beck – Everybody’s gotta learn sometime

Es ist das Lied. Das Lied, das ich immer wieder höre, wenn die Welt mal wieder scheiße ist. Das ist sie manchmal über mehrere Wochen. Und dann kann man sich in dieses Lied fallen lassen. (Und ja: das ist nur ein Cover.)

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hach, Taking Back Sunday und Yellowcard, da denke ich auch direkt an meine Teenager-Zeit. Ich würde gerne ein Emo-Foto von dir sehen!

    (UND BEI DER NEON GIBT ES DEN MUSIKALISCHEN LEBENSLAUF NICHT MEHR?!)

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