Facebook

facebook ist für mich etwas privater als twitter. Die meisten Menschen mit denen ich dort befreundet bin habe ich schon mal persönlich getroffen. Das ist so meine Regel. Und weil facebook damit noch etwas mehr mein „Wohnzimmer“ ist als es meine twitter-Timeline sein kann, ist facebook auch noch mehr Filterblase als es twitter ist. Die meisten Menschen dort sind mehr oder weniger meiner Meinung. Umso mehr fällt esmir da dann auch auf, wenn das Netzwerk dazu genutzt wird, sich gegen alles Mögliche zu positionieren. facebook sitzt in Amerika, in Amerika ist – Gründungsmythos-bedingt – die freie Meinungsäußerung das Non-Plus-Ultra. Deswegen löscht facebook Witze nicht, die hier vermutlich wegen Holocaustleugnung strafrelevant wären.

Anders sieht das bei Nacktheit aus. Überwiegend weiblicher Nacktheit. Stillende Frauen oder Kuchen, die weibliche Brustwarzen nachstellen, alles nichts für facebook. Deswegen hat es mehr Sinn, offen rassistische Profile auf Nacktbilder zu durchkämmen und diese dann zu melden, anstatt offen rassistische Postings zu melden. Oder derartige Äußerungen direkt bei der Polizei anzuzeigen. Warum ich das schreibe? Weil berichtet wurde, dass sich „rechte Gruppen“ in „sozialen Netzwerken“ dazu „verabredet hätten“ „während des Besuchs der Kanzlerin“ in Heidenau mit „mehreren Autos hupend an der (Flüchtlings-)Unterkunft vorbei“ zu fahren. Es ist ja nicht so als würde insbesondere facebook nicht schon seit längerem zu so etwas genutzt:

Aber jetzt, wo es Frau Merkel betrifft, regen sich vielleicht noch etwas mehr Leute über die „Gemeinschaftsstandards“ von facebook auf. Denn: bitte was ist das für eine Gemeinschaft bei facebook? Oder vielmehr eine Gemein-schaft.

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