La semaine 42

Montag. Die Unitersivät geht wieder richtig los. Ich lerne Herrn Hahn kennen, schleppe Bücher in die ULB zurück, bekomme Angst vorm Ergebnis meiner Bachelorarbeit, sitze mit 41 weiteren Leuten in einem 30m² großen Raum und verliere erbärmlich beim Pubquiz, dazu trinke ich Wodka Lemon (Wodka Lemon ist kein Getränk, das einem Pubquiz würdig ist).

Dienstag. Schlafe lange. Bis ca. 13 Uhr. Da ich um 14 Uhr wieder mal Unitersivät habe, setze ich mich in den Bus gen Hörsaal. Im Hörsaal angekommen, muss ich feststellen, dass sich die Seniorenstudenten an Dreistigkeit wohl nicht mehr steigern können (abgesehen davon, dass die unsere Plätze wegnehmen). Während wir brav auf dem Boden sitzen, setzt sich Seniorenstudent einfach mal auf den Dozentenstuhl, den ihn der Dozent auch noch zurechtrücken darf. Der andere lehnt lässig am Dozentenpult. Als sich nach 85 Minuten die Blasen der ersten Senioren melden und sie überhastet aus der Vorlesung stürmen, gibt es einen regelrechten Rollatorrun auf freie Sitzplätze. Dazu immer böse Blicke an uns (ich quittiere das mit hysterischem Lachen und bösen Blicken, wenn immer die Mist machen).

Mittwoch. Noch mehr Seniorenstudenten. Noch mehr Radio, ich sitze 8 Stunden im Studio, eher uncool.

Donnerstag. Schwänze die erste Vorlesung. In der Vorlesung zum italienischen Faschismus stehen die ersten Seniorenstudenten auf und gehen aus der Vorlesung. Vielleicht sind sie mit den Thesen des Dozenten nicht einverstanden und das ist ihr Weg zu protestieren. Danach sitze ich im Seminar und begegne Herrn Hahn wieder, er ist ungewöhnlich still, bin mir aber ziemlich sicher, dass er das Internet ablehnt und deswegen nichts von meinen Lästereien über ihn herausgefunden haben könnte.

Abends versuche ich mich auf die Erstiparty zu schleichen, leider ist die überfüllt. Deswegen betrinke ich mich im Göttlich. Dann darf man doch auf die Erstiparty, wo ich leider aber auch nur 30 Minuten sein kann, weil die um 12 Uhr aufhört (man muss die Erstis langsam an ihr neues Leben gewöhnen). Ich treffe einen Erstigeschichtsstudenten und erzähle ihm Horrorstorys von unserem Studiengang und prophezeie ihm durch den ersten Versuch der Mittelalterklausur garantiert durchzufallen. Danach geht’s ins Backstage, wo aber irgendwie nix los ist und im Carpe tanzen auch nur 17-jährige Erstis. Trotzdem bin ich erst um 4 Uhr zuhause, wo ich davon träume an einen Grundschulklassenkameraden zwangsverheiratet zu werden.

Freitag. Leicht verkatert wache ich gegen 10 irgendwann mal auf und surfe bis 13 Uhr im Internet. Dann fahre ich wieder Radio machen, was ich um 17 Uhr beende. Dann versuche ich nach Hause zu kommen, doch leider hat ein LKW auf der A59 irgendwo Bitumen verloren, weswegen Bonn mal wieder im Verkehrschaos versinkt. Deswegen bin ich leider etwas später in der Harmonie, wo Mads Langer und die Alin Coen Band auftreten. Reinzufällig ist Katrin Bauerfeind da, sie hat sich mit ihrer Brille eigentlich ganz gut getarnt, ich erkenne sie trotzdem (vor allem, weil sie die ganze Zeit bei Alin Coen mitsingt). Mads Langer nervt eigentlich. Bekannt ist er, weil er einen Song von ATB gecovert hat. Der Rest seiner 250 Songs hört sich exakt gleich an. Er erzählt, er wäre “in love with an elevator” und “in love with the word microscope, which truly is a sad word”, #wtf? Außerdem erzählt er von dem Mädchen, das jedes Konzert seiner ersten Tour besucht hat. Irgendwann kam dann ein Brief von der Mutter des Mädchens, in dem stand es hätte Selbstmord begangen. Herr Langer hat es nicht nehmen lassen auf der Beerdigung des Mädchens zu spielen. Irgendwie liegt da ein gewisser Schluss auf der Hand. Ich mag Mads Langer seit Freitag noch weniger als vorher und dieser Singer-Songwriter-Mist, der jetzt überall so in ist, nervt mich extrem (ich wünsche mir fast Jack Johnson zurück). Alin Coen, hrm ja, nicht unbedingt meins.

Samstag. Bin verwirrt und emotional kriselnd. Schaue mir deswegen auf maxdome “Die Luftbrücke. Nur der Himmel war frei” an. Bin so emotional kaputt, dass ich fast anfange zu heulen. Danach versuche ich “Bowling for Columbine” 72 Minuten lang anzugucken. Überlege, ob ich mal bei “Der klügste Deutsche” teilnehmen sollte. haha. Gucke mir das Spiel der Telekombaskets gegen die EWE Baskets Oldenburg an und hyperventiliere das letzte Viertel durch. Im dritten Viertel war ich überzeugt davon, dass die unter Garantie verlieren und dann entschieden ernsthaft die letzten 6,4 Sekunden über das Spiel. Danach konnte ich bis 3 Uhr nachts nicht mehr schlafen. Adrenalin, I hate you.

Sonntag. Falle um 9.20 Uhr aus dem Bett. Um 9.45 Uhr sitze ich im Auto auf dem Weg zu einem Bürgerfunkrezertifizierungskurs (ist das ein kürzeres Wort als Donaudampfschifffahrtsgesellschaft? ich glaube schon). Um 14 Uhr ist das vorbei, fahre nach Hause und hole Schlaf nach (entgegen aller Behauptungen kann ich das nämlich!). Dann gucke ich Tatort und bin halbwegs unterhalten. Danach vergrößere ich meinen Jauch-Hass, bleibe auf der ARD hängen. Sevim Dagdelen hat m.E. ne echt unangenehme Stimme. Draußen vorm Fenster wird’s Herbst (vgl. Foto).

 

 

 

 

 

 

 

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