Max Mutzke hat ein Lied über meinen Vornamen geschrieben. Ich finde die dauernde Wiederholung meines Namens durch die Backgroundsänger schlimm. Darauf habe ich mich durch sämtliche auf youtube verfügbaren Songs mit meinem Namen im Titel geklickt. Es ist schlimm. Wirklich. Aber es ist nicht so als gäbe es nicht einen Song, den ich mag. Vielen Dank an The Cure.
Kategorie: Autoreferenzielle Selbstprovinzialisierung
3935
Dieses Blog verkümmert. Es verkümmert nicht so stark wie das Zweitblog, das alle Jubeljahre befüllt wird. Es könnte daran liegen, dass ich hier den Zwang der Ironblogger zu spüren bekomme, die ohne wöchentlichen Artikel eben wöchentlich fünf Euro von mir bekommen, also bin ich so fies und poste jeden Sonntag meine instagram-Fotos der vergangenen Woche, obwohl das laut offiziellen Ironblogger-Regeln gar nicht als Blogpost durchgehen darf. Es hat sich noch niemand beschwert.
Stattdessen habe ich dem Blog mal wieder ein neues Design verpasst. Mal schauen wie lange ich das durchhalte bevor ich wieder zu meinem geliebten TwentyEleven zurückkehre. Mit dem Widget-Bereich bin ich leider gar nicht zufrieden. Da muss ich noch dran herumbasteln. Wenigstens scheint die Septembersonne. Letzte Woche fand ich den September noch doof, jetzt ist er so wie er immer ist. Er ist und bleibt mein Lieblingsmonat im Jahr, auch wenn ständig Wahlen in ihn fallen, die mir missfallen. Da kann der September ja nichts für.
September
Seit Freitag kann ich nicht mehr richtig schlafen. Was dazu führt, dass meine Tage so aussehen, dass ich irgendwann gegen 3 Uhr nachts ins Bett falle, um um 7 Uhr wieder aufzuwachen. Das ist anstrengend, weswegen ich die kommenden vier Stunden relativ sinnlose Wortkombinationen ins Spiegel-Archiv eingebe, was mir ein sehr verqueres Bild der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts malt. Dann werde ich wieder müde und schlafe zwei Stunden. Meistens träume ich dann von Abgabefristen, unauffindbaren Aufsätzen über Burgerking und Männern im EDEKA. Sollte ich wieder aufwachen, hänge ich über einem Buch, das mir Angst macht und in der Küche sind Wasserflecken an der Tapete. Eigentlich mag ich den September ja, aber dieses Jahr ist er sehr komisch.
Anfangen aufzuhören
Dieses Studium sollte eigentlich schon seit einem Jahr beendet sein. Ist es nicht. Ist es nicht, weil es das Ende ist. Dann ist es vorbei. Eigentlich ist es schon vorbei – mehr als vier Semesterwochenstunden hatte ich im letzten Jahr nicht mehr. Und dann will man fertig werden, aber warum denn? Dann ist man ja fertig. Dann muss man sich ja wirklich mal mit dieser Welt beschäftigen und erwachsen werden. Angst. Und außerdem: die Themen. Die sind alle doof. So eine Abschlussarbeit soll ja auch schick sein und nicht zum hundertsten Mal langweiliges Zeug wiederkäuen. Doof nur, dass alle Ideen, die ich habe, schon irgendwer anders hatte. Also doch nur langweiliges Wiederkäuen. Und darf man das überhaupt? Weil das ist ja gar nichts Eigenständiges. Aber es ist halt auch keine Dissertation. Und dann immer diese Zahl: 80 Seiten. Ich habe in meinem Leben noch nie 80 Seiten am Stück geschrieben. Ich habe es schon gehasst Hausarbeiten über zwölf Seiten zu schreiben. Bei der Bachelorarbeit ging das, warum auch immer. Jetzt geht das nicht. Wie soll ich denn mehr als 30 Seiten schreiben? Und wie strukturiere ich das denn? Und wie viel Theorie soll ich da rein packen und warum suche ich mir immer Themen aus, die eher heikel sind? Und warum eigentlich muss ich überhaupt aufhören zu studieren? Warum kann ich eigentlich nicht Langzeitstudentin werden? Argh. Und dabei habe ich das doch eigentlich alles in den letzten fünf (fast sechs) Jahren gelernt. Warum kann ich das denn nicht? Argh.
Der unrebellische, tiefstapelnde Grottenolm oder: mein Tag im Hass

Ein äußerst putziger Grottenolm, der für eine schlechte Metapher herhalten musste.
Foto: Arne Hodalič, CC-BY-SA 3.0
Während ich heute als gute Studentin “gut vernetzt” meine “soziale Kompetenz” pflegend durch facebook lief, stieß ich auf ein facebook-Posting der FAZ, die meinte, die Studenten von heute seien „Grottenolme am Badesee ohne Weltanschauung, die vor lauter Geschwafel vergessen, auch mal Widerstand zu leisten und deren einziger Antrieb die Aussicht auf den öffentlichen Dienst zu sein scheint.” Sieben FAZ-Autoren würden sich arge Sorgen um mich machen und versuchen mich aufzuwecken (Studenten schlafen ja gerne länger, so das gängige Klischee). Ich schaute an mir herunter und konnte spontan nicht entdecken, dass ich zum Grottenolm mutiert war. Und was für ein Grottenolm wäre ich denn? Die bei Studenten allseits beliebte Wikipedia weiß: “Der Grottenolm ist ein als dauernde Larvenform in Höhlengewässern lebender europäischer Schwanzlurch und die einzige Art der Gattung Proteus.” (mehr …)
