Kategorie: Autoreferenzielle Selbstprovinzialisierung

La semaine 5 en 2014

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Montag. Universität und dann mal wieder nach Köln. 1912 will digitalisiert werden. Am Ende habe ich über 500 Seiten Zeitung gescannt. Die UB Köln könnte vermutlich wahnsinnig viel Geld sparen, wenn sie in den Filmkabinen einfach mal die Heizung ausstellen würde. Dann könnten sie diese in Stein gemeißelten 1970er Jahre vielleicht auch mal aufhübschen. Die Treppen in der UB Köln sind die Ausgelatschtesten, die ich jemals beschritten haben. Sehr schön sind auch die von der Decke hängenden Mehrfachsteckdosen in 70er-Jahre-Gelb, die sich bestens einrahmen in den Leitz-grünen Teppich an was auch immer für Holz.

Dienstag. Ein Tag wie der Freitag letzter Woche: man könnte, könnte, könnte und schafft es dann noch nicht mal die Bücher zurückzubringen, die die ULB seit Montag wieder haben will. Ich hoffe die Überziehungsgebühren werden den Studienfächern der Überzieher zugerechnet. Das wäre zumindest fair.

Mittwoch. Ich gehe ins Theater und höre mir die Ansichten eines Clowns an. Der Schauspieler ist sehr gut, fängt irgendwann an zu brüllen und irgendwas zur NSA war auch. Die Kammerspiele in Bad Godesberg sind ein wahnsinnig schönes Theater und das Programm für dieses Jahr, macht, dass ich jetzt mehr ins Theater gehen will. Am liebsten ja in die Bühnenadaption von 1913, aber die ist ausverkauft. Weine in mein Schnuffeltuch.

Donnerstag. Ich bezahle Schulden in der Universitäts- und Landesbibliothek. So viele Schulden hatte ich. noch. nie. 21 Euro. Muss man erstmal schaffen. Ich würde zu gern wissen, worin man meine Schulden investiert. Nicht, dass da jetzt vielleicht irgendwie eine BGB-Ausgabe für Juristen angeschafft wird. Im Anschluss besuche ich die allerschlimmste Podiumsdiskussion ever, ever, ever. Abgesehen von der Tatsache, dass ich den Altersdurchschnitt deutlich senke, darf ich mir auch populistische “Wissenschaft” anhören, die in erster Linie darin besteht gegen “Gender-Mainstreaming”, “die Grünen und ihre spezielle Gallionsfigur” und für die eigene Geilheit zu sein. Danach gibt es wenigstens Wein. Und Apfelsaft.

Köln ist voll die intellektuelle Stadt und außerdem wohnen da Illuminaten.

Köln ist voll die intellektuelle Stadt und außerdem wohnen da Illuminaten.

Freitag. Teste mit den Kolleginnen ein Café aus, in dem es auch Zungentattoos gibt, die wir prompt mitnehmen. Leider tätowieren die nicht, sodass am Ende kein schöner Schmetterling meine Zunge ziert. Aber immerhin haben wir bescheuerte Fotos von uns, auf denen wir unsere Zungen rausstrecken. Die #geheimmission geht in die letzte Runde, weil das alles so aufregend ist, vergesse ich erstmal Sachen. Ich hoffe, sie sind noch da, wo ich denke, dass sie es sind.

Samstag. Autschn. Viel Autschn. Außerdem der @exilsoester. Und der @schneyra und die @ClioMZ und der @teqyde und Himbeertarte und Tapas und Wein und Cocktails und Bier. Na gut, Weißbier. In einem kölschen Brauhaus. Und ich kann ja kein Bier trinken. In Köln füllt man sogar das Weißbier in Reagenzgläsern ab (0,3 Liter). Ich brauche trotzdem 40 Minuten um das Glas auszutrinken und schiebe dann ganz schnell den Bierdeckel über das Glas bevor diese Kürbisse Köbes-Menschen auf die Idee kommen, ich wäre auf den Geschmack gekommen.

Penisnasenaffe.

Penisnasenaffe.

Sonntag. Fitti. Aus dem Fitti kommend feststellen, dass der Reifen vom Auto irgendwie ganz schön platt ist. Praktischer Weise ist eine Tankstelle direkt nebenan. Reifen aufgepumpt, zurückgefahren. Jetzt wird der Reifen mal beobachtet und evtl. begraben ordentlich entsorgt, gleich nebenan im Kiesloch-Baggersee (wer die Anspielung errät, hatte eine ähnlich schlimme Pubertät wie ich). Sodann mache ich einen Couscous-Salat, der hauptsächlich mit “gekörnter Gemüsebrühe” gewürzt werden soll. Habe im Supermarkt aber nur gekörnte Brühe gefunden, deswegen ist die da jetzt drin. Der ganze Salat schmeckt nach gekörnter Brühe (obwohl da Zitronensaft, Honig, Petersilie und Minze drin ist!), das ist jetzt per se nicht schlecht, schmeckt aber auch nicht so richtig so wie man sich einen richtigen Couscous-Salat vorstellen würde. Danach gehen wir ins Museum Koenig, wo es eine Menge ausgestopfte Tiere gibt. Es ist ja auch nur minimal peinlich, dass man in fünfeinhalb Jahren Bonn nicht ein Mal im Museum Koenig war (außerdem noch nie auf dem Drachenfels, in Koblenz, im Kunstmuseum oder im Frankenbad). Im Museum gibt’s auch einen Affen, der eine Penis-Nase hat. Mein persönliches Tageshighlight. Im Café sahneweiß dann erstmal ein Stück “Kuchen” essen, das aus Rum, Trüffeln (?), Buttercreme UND Marzipan besteht und deswegen dazu führt, dass ich eigentlich gar nichts mehr essen müsste. Aber zuhause ist ja noch dieser Gekörnte Brühe Salat.

La semaine 4 en 2014

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Montag. Ich besuche Alice Schwarzers Turm in Köln und ignoriere ausliegende offene Briefe. Stattdessen lasse ich mir Mikrofiches aushändigen, lasse im Gegenzug meinen Führerschein da und fahre in die UB Köln, wo ich drei Stunden in einem überheizten Raum damit verbringe eben jene Mikrofiches zu digitalisieren, was an sich total super ist, andererseits ziemlich nervt, weil der Scanner so wahnsinnig laaaaaaaaaangsam ist, aber dann doch schnell genug, sodass ich während des Scanvorgangs keine Runde Quizduell zocken kann.

Dienstag. Ich setze mich mit den Mikrofiches in den Zug und fahre wieder in die UB Köln, wo ich in einer überheizten Kabine weiterscanne. Mittlerweile habe ich sogar geschnallt wie die Zeitschrift abgefilmt ist, sodass ich sogar chronologisch scannen kann, ich Fuchs, ich. Bis 1912 komme ich trotzdem nicht. Abends stelle ich meine kläglichen Erkenntnisse meinen Kommilitonen (das heißt übrigens Waffenbrüder wie ich lernte) vor. Ich merke dabei: eine konkretere Fragestellung wäre wohl besser als: Wie sah ein Studium für XXe im Ersten Weltkrieg aus?

Mittwoch. Vergessen.

Donnerstag. Vergessen.

Freitag. Ein unvorhergesehener freier Tag taucht auf. Was macht man mit freier Zeit? Nichts.

Samstag. Gehe in den Laden, der mir meine Geheimmission verkauft. Leider ist er bis heute nicht dazu gekommen, mich zu informieren, was mit meiner Bestellung passiert ist, die ich vor 14 Tagen aufgab. Es fällt auf: Bislang ist da noch gar nichts unternommen worden. Scharre leise mit dem Pferdefuß. Dann begebe ich mich auf die Suche nach einem Kleid. Es gibt keine Kleider in Bonn. Zumindest keine schönen.

Sonntag. Im Fitti, wo ich herausfinde, dass man Fett auch abbauen kann, wenn man keinen Sport betreibt und ich wahrscheinlich irgendeine Fußfehlstellung habe. Weil ich meine Playlist leider überhaupt nicht sortiere bzw. einfach einen Ordner habe der “ALLES” heißt, schwitze ich zu Rainald Grebe, Snoop Dog (der heißt da noch so) und Prag. Glücklicher Weise singe ich nicht mit. Wäre ja noch schöner.

The blog in 2013

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht vom WordPress.com-Blog für das Jahr 2013 gebastelt und wieder mal spielt die Oper in Sydney eine bedeutende Rolle. Weil ich ja erst im Dezember umgezogen bin und es deswegen nicht soooo viele Daten zum Auswerten gibt, präsentiere ich Ihnen jetzt einfach das hier. Viel Spaß mit den Daten. (mehr …)