Kategorie: Challenge accepted

Die Liste

© Ronny Bittner

An meiner Uni wird zur Zeit Wahlkampf betrieben. Wieder mal wird das Studentenparlament gewählt, das ein Jahr lang irgendwas macht. Was genau das ist, ist fraglich. Zumindest für die mindestens 83% aller Bonner Studenten, die absolut keine Lust haben, irgendwas zu wählen außer dem Essen in der Mensa (und das ist auch meist eine Wahl zwischen Pest und Gomorrha). Was also tun? (mehr …)

Starten wir mal mit dem vorsilvesterlichen Jahresvorsatz 2012

Irgendwann Ende Dezember verbrachte ich einen geraumen Zeitraum von etwa 10 Tage in der einödigsten Einöde Deutschlands. Dort wo Café-Bars regelmäßig abends um 20 Uhr schließen und man infolgedessen um 19.15 Uhr keinen Kaffee mehr kriegt, weil die Maschine ja schon gereinigt werden muss. Infolge dieser Schrecklichkeit suchte ich mir Beschäftigung und versprach diese auch im neuen Jahr fortzuführen. Nun ja, hat nicht so richtig funktioniert, aber tun wir mal einfach so, als würde das nicht stimmen…

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Vorsilvesterlicher Vorsatz für’s neue Jahr…

Ich hatte irgendwann im Sommer angefangen, verspätet an diesem Projekt hier teilzunehmen. Während ich an meiner Bachelorarbeit saß, habe ich mich äußerst rege an dem Projekt beteiligt. Sobald die Bachelorarbeit weg war, wurde es hier aber einigermaßen still. Da ja in wenigen Tagen ein neues Jahr beginnt, dachte ich, könnte ich ja wenigstens noch so tun als könnte ich die Challenge noch gewinnen.

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Der alte Mann und die Uni

Herr Hahn saß am Küchentisch. Er hatte den Wecker heute morgen erst nach 3 Sekunden ausgehauen. Schlechter, dachte Herrn Hahn. Sein Timing wurde immer schlechter. Timing war auch so ein Wort, dass er für schlecht befand. Eigentlich kannte er es gar nicht und er wusste überhaupt nicht, wie es überhaupt Zugang zu seinem Kopf gefunden hatte. Auch das war ein schlechtes Zeichen.

Er rührte mit abgespreiztem Finger in seiner Teetasse herum. Und beobachtete sich im antiken Spiegel, der an der Wand hing. Schief. Herr Hahn wurde fast panisch und als er sah, dass sein Haupthaar nicht in korrekter Manier gescheitelt war, war der Tag von Herrn Hahn gelaufen, obwohl er erst 15 Minuten alt war. Herr Hahn überlegte, auf was er sich an diesem Tag freuen konnte. Es fiel ihm nur die Universität ein, der Ort an dem er sich allen überlegen fühlte. Heute würde er es ihnen zeigen. Allen.

Am gestrigen Abend hatte er es sich genehmigt, nach der Tagesschau noch in sein Technikzimmer zu gehen. Dort hatte er das alte Buch in die Hand genommen und es fachmännisch auf den Scanner gelegt, so wie auch schon in der letzten Woche. Er hatte seine Finger angeleckt, damit die Seiten besser an den Fingern klebten. Eine leidige Angelegenheit von damals. Seine Finger hatten nich gezittert als er die Buchseite auf das Gerät legte. Sorgsam hatte er sie 20 Mal kopiert und  diesen Vorgang dann noch mit den restlichen 35 Seiten wiederholt. Danach ordnete er die Seiten und tackerte sie zusammen. Einmal war der Tacker leer gewesen und er hatte es nicht bemerkt, trotzdem zierten unschöne Spuren des Tackers das geballte Wissen. Herr Hahns Augenbraue hatte gezuckt und er hatte sich noch einmal an das Gerät begeben.

Herr Hahn gähnte, die verpassten zehn Minuten Schlaf hatten seinen kompletten Biorhythmus aus dem Takt gebracht. Er besah sich den Stapel Papier und verzog die Mundwinkel um exakt 0,00002 cm nach oben. Dann spülte er ab und überprüfte noch einmal ob seine Trachtenjacke korrekt saß. Die Küchenuhr zeigte 5.30 Uhr an.

Einige Zeit später fand sich Herr Hahn im Seminarraum ein. Es herrschte ein Trubel wie Herr Hahn es von einem Jahrmarkt aus seiner Jugend kannte. Die akademische Jugend von heute unterhielt sich über Menschen aus dem ARD-Vorabendprogramm, wieder zuckte seine Augenbraue. Endlich trat der Dozent durch die Tür und die unsäglichen Gespräche fanden ein Ende. Auch heute sollte Herr Hahn wieder das Fiasko dieses Staates erleben. Doch diese Sitzung eignete sich vollkommen, sich über das deutsche Bildungssystem zu echauffieren. Über Real-, Oberreal- und schnöde Gymnasien. Herr Hahn hatte den Latein- und Griechischunterricht seiner Schulzeit gehasst. Noch heute murmelte er in Situationen, die ihn bedrückten, gerne “Hic, Haec, Hoc, der Lehrer mit dem Stock” vor sich hin.

Herr Hahn rieb sich unter dem Tisch die Hände, was die jungen Menschen dazu veranlasste, ihm komische Blicke zu zuwerfen. Dann setze die naseweise Göre zum größten Fehler an, den sie bislang hatte begehen können. Herr Hahn räusperte sich und brüllte dann ein lautes “Nein! Falsch!” in den Raum und setzte zugleich an, die richtige Definition zu erläutern. Diebisch freute er sich dabei über den elaborierten Stil, den er sich in seinem 70-jährigen Leben angeeignet hatte. Weil er schon mal dabei war, ließ er sich über den staubtrockenen Georg Ernst Hinzpeter, diesen grauenvollen Drill-Calvinisten aus. Seiner elaborierten Meinung nach auch verantwortlich für alles was seit 1888 falsch in Deutschland gelaufen war.

Als er seine Ausführungen beendet hatte, starrte er mit entsetztem Blick in die Runde. Statt höriger Jünger, die an seinen Lippen klebten, starrten alle bedrückt auf den Boden und kräuselten ihre Münder. Niemand brach in Begeisterungsstürme aus. Herr Hahn hatte aber eines an seinem humanistischen Gymnasium gelernt: Haltung bewahren. Sich nichts anmerken lassen. Er blieb einige Zeit still, doch dann konnte er nicht mehr an sich halten. Er griff bedacht in seine Tasche und zog das weiße Papier heraus, räusperte sich kurz und setzte dann erneut an. Nachdem er das jungfräuliche Papier an seine Kommilitonen verteilt hatte, lehnte er sich genüsslich in seinem Stuhl zurück und dachte, dass es mit dem Tag doch noch etwas werden könne.

Er konnte nicht in das Hirn der naseweisen Göre blicken. Diese hatte bereits ihr neumodisches Telefon gezückt und per Internet 10 Tonnen Informationsmaterial zu allen Seniorenheimen in der Umgebung angefordert. Eine warb bezeichnender Weise mit dem Wortspiel “ALTERnative”. Sie beschloss, es in der nächsten Sitzung auszuteilen.  

Herr Hahn begins

Nachdem sich die Situation mit den Seniorenstudenten dahingehend entspannt hat, dass ich meinen knackigen Hintern jetzt neben ihre auf einen unbequemen Platz meiner Wahl schwingen und mir dann Blicke zuwerfen lassen darf, von denen ich mir nicht sicher bin, ob sie als “hey-du-kleines-toygirl-ich-hab-viagra”- oder aber als “elend-geht-die-welt-zugrunde-du-unwissendes-gör”-blicke deuten soll, nachdem das also passiert ist, dreht Herr Hahn so richtig auf.

Ich kenne den Studentenstatus von Herrn Hahn immer noch nicht so recht. Er ist zumindest Gasthörer, da er aber auf der Anwesenheitsliste der Seminare steht, ist es sogar möglich, dass Herr Hahn ein ernsthaft ordentlicher Studierender ist. Außerdem war Herr Hahn wohl mal verbeamtet und hatte da wohl mit Geld zu tun. Durchaus möglich, dass er als Vorsitzender der Kreissparkasse Troisdorf genug Geld zusammengespart hat, um sich auch im Alter fortzubilden.

Jedenfalls hat er genug Geld, um dem historischen Seminar mal eben die drei John Röhl Bände über Wilhelm II. zu schenken (ich glaube aber, dass er die einfach jedem, den er kennt, zum Geburtstag schenkt und in diesem Jahr leider ein unvorhergesehener Todesfall das Verschenken dieses Bandes unmöglich machte). Und er hat genug Freizeit, um sich in wirklich jedes Seminar der Neuzeit zu setzen. In jedes. Auch in die überfüllten. Und da sitzt er dann und sagt Dinge wie “Der Historiker an sich, kennt sich mit Geographie ja gar nicht aus”, “man muss ja auch bedenken, dass da im Apparat 10.000 Menschen saßen, die im Hintergrund schalteten und walteten”, “Staatsminister blablablupp, meines Erachtens einer der fähigsten Politiker, die Deutschland überhaupt jemals hatte, das zeigt sich ja auch noch 19schlagmichtot als er dies und jenes machte”. Herr Hahn ist ein Klugscheißer vor dem Herrn.

Und er regt mich auf. Nicht nur mich, aber mich in besonderem Maße. Ich habe allerdings jetzt eine neue Methode gefunden, die Vorzüge an Herrn Hahn zu sehen. Ich friere nämlich immer schnell, weswegen ich in Herrn Hahn jetzt eine natürliche innere Heizung für mich sehe…

Spanier müssen gerickrolled werden

Verfolgungsjagden also. Ich war ja leicht obsessiv in letzter Zeit mit Sherlock Holmes (habe ich Ihnen eigentlich gesagt, dass ich kürzlich 5 DVDs zum Preis von 16 Euro erstand und nur leicht über die absolut grottige Synchro (hörte sich an als hätte man 5 Legastheniker zum Vorlesen verdonnert) und noch viel mehr über das Nichtvorhandensein der britischen Originalstimmen enttäuscht war, mir dann aber überlegte, dass man für den Preis wahrscheinlich noch nicht mal drüber nachdenken dürfe, enttäuscht zu sein?). Das Problem bei Sherlock Holmes ist, Verfolgungsjagden gibt es wenige bis gar keine.

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Ohrenkneifer

Manchmal, also selten, also eigentlich immer habe ich einen Ohrwurm. Das liegt auch daran, dass ich mir Dinge singend sehr gut merken kann. Was unter Umständen daran liegt, dass ich im Kinderchor sang, bevor ich lesen konnte. (Gesangstechnisch war der Kinderchor eher, nun ja, fürn Arsch) Das fiese ist: ich mag das sogar und nerve dann mein Umfeld solange mit diesem Ohrwurm, dass es auch davon angesteckt wird.

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Waynesucht

Prokrastinieren mit Bloggen klappt gerade nicht mehr so gut wie es das noch tat, als ich dieses Schandwerk von Bachelorarbeit aus meinen grauen Zellen hinauspresste (ein paar davon sind dabei auch sicherlich drauf gegangen). Deswegen habe ich leider seit drei Wochen nichts mehr musikalisches hier präsentiert, was ich jetzt aber ändern werde, jaja!

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Herr Hahn

Und dann wirste alt. Und wenn de alt wirst, dann hast du auf einmal die Zeit, die du als Zwanzigjähriger gerne gehabt hättest. Nur leider haben sich deine Prioritäten verschoben. Statt das zu tun, wovon man mit zwanzig nie genug bekommen konnte (Rauhfasertapete anstarren, jeden Stachel einzeln aus dem Kaktus zupfen oder einfach mal ausgiebig die Fußnägel schneiden), sitzte vorm Fenster und bespuckst kleine Kinder. Verklagst den Kindergarten fünf Straßen weiter, weil du die Stille Post spielenden Kinder durch dein neu eingestelltes Hörgerät besonders gut hören kannst und Kinderflüstern ist wirklich unerträglich, ich kann dich verstehen.

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Stadt

Nächstes Thema, neue Runde, weiter geht’s. Letzte Woche war Stadt dran und diese Woche passt das sehr gut, da ich ja just aus England zurückkehrte und London so mag. So there you go, have fun with Mr. Cullum:

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