Kategorie: la semaine

La semaine 12 en 2012

Montag. Ich versage in der Uni. Es ist kein Versagen-Versagen, aber gut ist es auch nicht. Ich hasse mündliche Prüfungen, ich kann die einfach auch nicht Ernst nehmen. Wenigstens gewinnen wir abends beim Pubquiz eine Runde aufs Haus.

Dienstag. Arbeiten, keine weitere Erinnerung. Oh, doch, ich war im Fitti.

Mittwoch. Der Versuch, etwas getan zu kriegen, scheitert. Wenigstens schleppe ich mich abends ins Fitti.

Donnerstag. Besorge ganz viel Material für die Hausarbeit, die ich gar nicht schreiben will und stecke mir total motivierte Ziele. Belohne mich vorab dafür.

Freitag. Beerdige die Idee von der Hausarbeit. Das Mittelalter und ich werden nie mehr Freunde. Besonders liegt das übrigens an der engen Freundschaft des Mittelalters mit der Monumenta Germanicae Historica und an den ersten vier Semestern meines Studiums. Goodbye, Heinrich IV., bleib in Canossa.

Samstag. Mit meiner neugewonnen Freiheit gehe ich meine Lieblingsbasketballmannschaft anfeuern, die im Top4 der Beko BBL steht. Eigentlich ist sie gar nicht Top4, aber weil das in ihrer Halle stattfindet, darf sie doch mitspielen. Dummer Weise sind auch die Tabellenführer da. Es gibt Mannschaften denen gegenüber ich mehr Sympathie hege. Die Freaks aus Freakcity sind mir einfach extrem unsympathisch und arrogant. Quasi der FC Bayern München der Beko BBL. Dann doch lieber Alba (auch wenn die Sven Schultze haben). Netter Weise gewinnt meine Mannschaft gegen Braunschweig.

Sonntag. Um am Sonntag gegen die Favoriten zu verlieren. Aber gekämpft haben sie. Und auch wenn ich die Mannschaft aus Freakcity (nein, der Name kommt mir nicht über die Tastatur) nicht mag: sie sind momentan nun mal saustark, was man anerkennen muss. Nicht anerkennen muss man die Fans aus Freakcity, die sich wirklich ernsthaft kaputtgeschnittene Basketbälle auf den Kopf setzen, aber das tun die wahrscheinlich umgekehrt bei mir auch nicht, die ich für meinen Verein magenta trage, obwohl ich pink hasse. Allerdings kann ich Sonntag das erste Mal verstehen, was in einem Hooligan so vorgeht. Natürlich ohne den Wunsch zu haben, selbst Hooligan zu werden, was nicht unbedingt daran liegt, dass ich nicht gerne mal irgendwem ins Gesicht schlagen würde, sondern vielmehr daran, dass ich dann vermutlich zurückgeschlagen würde, was ich eher uncool fände.

_____________

What I read:

Warum mir, aus völlig anderen Gründen, Sven Regener seit Jahren egal ist

La semaine 11 en 2012

Montag. Ich schlafe länger und fahre dann nach Bonn, wo wir beim Pubquiz Sechster werden. Dieses Mal brauche ich noch nicht mal die Hilfe der Sportfreaks beim Beantworten der üblichen Tennisfragen. Dass Michael Stich als letzter Deutscher Wimbledon gewonnen hat, wurde mir am Wochenende lange genug eingetrichtert.

Dienstag. Ich arbeite länger und hasse Word mehr und mehr. Abends geht es mit den Arbeitskollegen essen.

Mittwoch. Im Radio ist die Musikdatenbank ausgefallen, weswegen wir das spielen, was wir noch haben: Trash. Entgegen einiger Vermutungen kommt es bei den Hörern ziemlich gut an. Was evtl. daran liegt, dass wir ihre beschissenen Musikwünsche tatsächlich spielen. So dudeln Britneys One more time, Sarahs From Sarah with Love und Eiffel 65s Blue über die Antenne. Eine Katze wird mit Helge Schneiders Katzenklo gegrüßt. Yes.

Donnerstag. Ich geh ins Fitti, wo außer der Nachbarin und mir eigentlich nur Rentnerinnen rumlaufen. Ich bin untrainiert. Ich sollte öfters dahin gehen. Vielleicht gibt es demnächst dann wieder einen Fitti-Blogeintrag über Yogilates.

Freitag. Arbeiten, Eiskaffee trinken, Exilsoester vorbeikommen lassen. Ins Pub gehen, weil man da heute 250 Euro gewinnen kann. Können, haha.

Samstag. Das Fahrrad ist kaputt. Ich kaufe neue Reifen und neue Schläuche, dann scheitern wir aber an einer Mutter und können deswegen das Hinterrad nicht ausbauen. Seitdem steht das Fahrrad Kopf und wird demnächst professionelleren Händen überlassen.

Sonntag. Ich gehe spazieren und esse Eis.

__________________

What I read:

Nulla poena sine culpa

Isolationshaft

Grüne Hybris: Warum der ethisch korrekte Kunde ein Mythos ist

.die sommerverschwörung

FDP verzockt sich im NRW-Etatpoker

Der Bestattungsschlagersänger

Der Perverse ist immer der Böse

Wie das so ist

Der Druck steigt

Wanderhuren und Topmodels

Wie die Sprache das Denken formt

La semaine 10 en 2012

Montag. Ich sitze im Radiostudio, wo alle drei Minuten irgendetwas ausfällt. Um halb 4 fällt dann alles aus, weswegen ich beschließe zu gehen und das Studio sich selbst zu überlassen. Beim Pubquiz abends, weiß ich immerhin welcher ranghohe Nazi in Ägypten geboren wurde, wir werden trotzdem nur Sechster.

Dienstag. Ich gehe arbeiten. Danach gehe ich in die Universität, um zu erfahren, dass ich etwas über den Gang nach Canossa herausfinden muss. Ich habe ca. keinerlei Motivation dazu, aber Heinrich IV. hat mich jetzt zu interessieren.

Mittwoch. Ich pumpe die Reifen meines Fahrrades auf und bemerke, dass die Gangschaltung nicht mehr funktioniert, trotzdem fahre ich damit in die Innenstadt, wo ich bemerke, dass Fahrradfahrer Fußgängern in etwa so egal sind wie Autofahrern. Sogleich bekomme ich beim AStA einen halben Herzinfarkt, was nur bedingt an meiner Fahrradtour liegt. Im Radiostudio ist wieder fast alles heile, aber das, was noch “kaputt” ist, repariere ich sogar selbst.

Donnerstag. Ich gehe zur Gesamt-AStA-Sitzung, die dämlicher Weise GAS abgekürzt wird. Die Gesamt-AStA-Sitzung ist voll ähh spannend. Danach versuche ich mich mit Heineken zu betrinken, was scheitert.

Freitag. Ich gehe arbeiten, danach kopiere ich beim AStA 300 Seiten Papier. Dann bringe ich eine CD in die hiesige Privatradiostation, wo man gleich versucht, mich zum partizipieren zu bekommen, dazu brauche ich nur mehr Zeit. Abends zerschneide ich 300 kopierte Seiten mit einer Schere in 1200 Flyer, weil ich zu blöd bin eine Schneidemaschine zu bedienen.

Samstag. Ich fahre nach Aachen, wo ich das Grab meines Großvaters besuche, der an diesem Tag in diesem Jahr 100 geworden wäre.

Sonntag. Ich gehe in eine Messe für meinen toten Opa. Dann fahre ich zum Geburtstag meines Onkels. So far, la semaine 10 en 2012.

________________________

What I read:

BAföG-Zahlungen
Wie schnell die Anträge in Bonn bearbeitet werden

We got trouble.

KONY2012 und Invisible Children

Think Twice Before Donating to Kony 2012, the Charitable Meme du Jour

“Eine sehr opportunistische und biegsame Politikerin”

Mein aktuelles Problem mit Facebook

Call for Papers: Germany/Senegal – Ghana

Wohltätigkeit und Effektivität

Räuber! Mörder!

MEIN LIEBESLEBEN.. TEIL 1.

The Soft Bigotry of Kony 2012

BRAVE NEW WORLD? “KONY 2012″ UND DIE POSTDEMOKRATIE

La semaine 9 en 2012

Montag. Ich schlafe relativ lange, weswegen es mich besonders aufregt, dass Bonn ein Kaff voller Einbahnstraßen ist. Nach drei gelebten Jahren in dieser Stadt, finde ich, dass ich mich auch ein wenig über sie aufregen darf. Ich kaufe auf dem Markt Mangold und Fenchel. Fenchel mag ich eigentlich nicht, aber ich habe beschlossen, ihm noch einmal eine Chance zu geben. Mangold habe ich noch nie gegessen, da er so ähnlich wie Spinat schmecken soll, habe ich allerdings nicht allzu große Angst vor ihm. Dazu kaufe ich äußerst leckere Weintrauben. Parallel google ich Mangold-Fenchel-Rezepte, denke dann aber, dass das wahrscheinlich nicht schmeckt. Wir siegen zum ersten Mal beim Pubquiz. Meine Belohnung ist ein halber Liter Coke Light, den ich für den Geschmack eines gewissen Mitquizzers zu langsam trinke. Außerdem wird sich Ariakan wohl die nächsten 50 Jahre vorwerfen, dass er nicht wusste, welches Getränk 18-Schlag-mich-tot auf Kuba zum ersten Mal produziert wurde.

Dienstag. Arbeiten. Nachdem ich in der Nacht zuvor bis 4 Uhr daran gearbeitet habe das Buch von Jonathan Safran Foer auszulesen, das eh schon alle kennen, stehe ich um 8 Uhr mit einem schmerzenden Kopf auf (ich habe halt zu wenig geschlafen) und begebe mich zur Arbeit. Von der Arbeit zurück, schlafe ich zwei Stunden und fahre dann zu meinem ehrenamtlichen Bürojob. Von dort fahre ich in einer länger dauernden Odyssee durch Bonn.

Mittwoch. Ich schlafe bis 12. Auch danach tu ich nicht wirklich produktive Dinge, was sehr angenehm ist.

Donnerstag. Ich schlafe wieder sehr lange, zerbreche mir kurzzeitig den Kopf über eine Hausarbeit zum Thema Heinrich IV., das ist der mit dem Gang nach Canossa. Da würde ich jetzt auch gerne hingehen und mit dem Papst im Kettenhemd tanzen. Leider ist das eher unwahrscheinlich. Dann gehe ich einkaufen und schleppe ca. 10 Kilogramm nach Hause. Abends probiere ich mich dann an einer Mangoldvariation. Ich weiß gar nicht, wie man Mangold zubereitet. Also koche ich ihn für ca. 5 Minuten in Salzwasser, fische ihn dann aus eben jenem und gieße das Mangoldwasser ab. Dann kippe ich stattdessen 250 ml Sahne (hallo, Laktoseintoleranz, du kannst mich mal [doch nicht, aber das ist eine andere Geschichte]) in den Topf, 5 Cocktailtomaten, 3 gestrichene Teelöffel Tomatenmark, Muskat, Salz und Pfeffer folgen. Dann noch der Mangold. Dazu gibt es dann Nudeln. Ich mag Mangold zwar, meine Kochvariationskünste allerdings nicht. Dafür, dass ich ein Kochbuch habe, indem ein Cola-Braten drin steht, finde ich aber, dass ich noch relativ okay im Variieren bin.

Freitag. Ich gehe arbeiten. Der Arbeitskollege ist nach gefühlten 35 Wochen krankheitsbedingter Abwesenheit auch wieder da, aber schon wieder verschnupft. Deswegen kann ich auch nicht so richtig damit umgehen, dass er meine Nähe sucht (falls du hier mitliest, sorry). Beim Mittagessen stelle ich fest, dass ich sehr wenige deutsche Städte aktiv besucht habe. Zuhause gucke ich komische Hitlisten und Ruhrpottköchen zu. Dann kriege ich Besuch.

Samstag. Nach längerem emotionalem Achterbahnfahren geht es in die Stadt, wo ich mich wieder verschulde. Abends versuchen der Exilsoester, Herr Derix und ich uns die Eiserne Lady in dem Kino anzugucken, das oben auf dem Foto zu sehen ist. Leider wollen das viele andere Menschen auch. Deswegen stellen wir uns gar nicht erst an. Ich hätte nie gedacht, dass OmU gar nicht so viele Menschen abschreckt. Stattdessen gehen wir in eine Kneipe, wo eine sehr unfreundliche Frau bedient. Ich darf das sagen, ich hatte mittlerweile drei Mal das Vergnügen und sie war, egal mit wem ich da war (Eltern, Freunde, Haustiere, Erbfeinde), immer unfreundlich. Die einzig möglichen Schlussfolgerungen: sie hasst mich oder ist prinzipiell so. Herr Derix sieht übrigens aus als wäre er in eine Kneipenschlägerei geraten. Ist er gar nicht.

Sonntag. Bastele Salat mit angedünstetem Fenchel. Schmeckt grottig. Mein Laptop wird neu aufgesetzt, die integrierte Webcam tut es trotzdem nicht. Die Baskets verlieren. Gladbach verliert, alles schrecklich (zumindest für Herrn Derix, dessen Auge auch immer noch nach Kneipenschlägerei aussieht). Beim Wochenausklangsessen sitzt fast die halbe Basketballmannschaft im Vapiano (eine halbe Basketballmannschaft besteht aus 2,5 Personen, wie ich heute erfuhr). Um die Sache rund zu machen: der Spieler, der da u.a. sitzt, hat als Nachnamen ein Gemüse, das ich in dieser Woche verzehrt habe.

_________________

What I read:

Ada Blitzkrieg guckt alles

royal news.

soulsearching

Ein Abend mit Soße

Im Soundcheck: Deichkind

“Gott ist mit den Doofen” – und mit Helgoland

Der Anti-Gauck

Bafög-Engpass in Nordrhein-Westfalen

Bauch rein, Brust raus, Po auch – Update

La semaine 8 en 2012

Montag. Ich begebe mich in den Resttrubel des rheinländischen Ausnahmezustandes. Ich finde derlei Veranstaltungen immer so “nun, ja, gut”. Man muss hier geboren sein, denke ich. Wobei ich es ja versucht habe. Im Sauerland. Als Tanzmariechen. Ich, ja. Glauben Sie nicht, dass ich irgendwas wie einen Spagat jemals beherrscht habe, aber at least I have tried. Das ist auch das, was ich über den Bonner Rosenmontagszug sagen würde. Eine eher mhm ja, ich beleidige hier jetzt niemanden Veranstaltung. Ich fange nichts. Dafür bin ich halbwegs verkleidet (einmal die hässlichsten Sachen des Kleiderschranks miteinander kopiert und soviel Zeug ins Gesicht geklatscht, dass Cindy aus Marzahn vor Neid selbst unter der Asitoasterbräune erblassen würde) und schaffe es, in zwei Stunden eine Flasche Bier auszutrinken. Ich trage übrigens 10-cm-hohe Espadrilles und darin Socken! Trotzdem friere ich natürlich und als ich zuhause bin schlafe ich erstmal fünf Stunden. Karnevalsbedingt findet das Pubquiz trotzdem statt. Wir werden Dritter – von sechs. Supertoll. Nicht.

Dienstag. Arbeit, wondervoll. Ich darf kyrillische Texte formatieren. I like. Ich schaue abends ‘The Artist’. Mhm, ja, geht so. Geht vor allem so, weil in der letzten Reihe ein Seniorenpärchen seine Liebe wiederentdeckt und deswegen den ganzen Film lang pausenlos quatscht. Ich habe nichts gegen Gespräche im Kino, ich rede selber. ABER VERFICKTE SCHEIßE ICH REDE NICHT 45 MINUTEN AM STÜCK! Nachdem ich mir während eines STUMMFILMS 45 Minuten lang Gemurmel aus der letzten Reihe angetan habe, drehe ich mich um und frage, ob es möglich sei, etwas leiser zu reden. Augenblicklich drehen sich alle Augenpaare im Kino zu mir um und mit dieser Aussage passe ich mich dem geistigen Altersdurchschnitt der Nörgelrentner, die dieses Kino am liebsten besuchen, rasend schnell an.

Mittwoch. Mein Kopf explodiert nur leicht, dazu ist alles, was warm werden könnte, im Haus ausgefallen. Großartig. Ich wickele mich in die wärmsten Klamotten, die ich habe, ein und gehe einkaufen. Ich treffe währenddessen eine Menge komischer Menschen, die mich wahrscheinlich ebenso komisch finde, wie ich sie. Normaler Weise bin ich recht gut im Umgang mit alten Menschen, aber diese Woche fordern sie mich wirklich heraus. Ich beschließe daher, der Menschheitsgeschichte nicht weiter auf die Nerven zu fallen und zuhause die Republik Verschnöttistan auszurufen. Gelo Myrtol forte sei Dank.

Donnerstag. Um 14 Uhr ist das Wasser wieder warm. Um 16 Uhr caste ich 8 Menschen. Um 22 Uhr bin ich zuhause. Mehr ist zu diesem Tag nicht zu sagen.

Freitag. Ich arbeite und versuche dann eine Sprechstunde beim Prof. zu ergattern, die erste ist schon voll, also werde ich in Anfang März heimsuchen müssen, um ihm zu offenbaren, dass ich absolut keine Ahnung habe, was ich ihm für eine Hausarbeit schreiben soll. Lese deswegen interessante Bücher über “Warum ist es eigentlich so schwer Biographien zu schreiben?”

Samstag. Werde an der Aral-Tankstelle beschissen, eher von Payback und von denen auch noch nicht mal so richtig. Aber ich kriege leider nicht die 7-fache Paybackpunktzahl. Und dann ist das Wasser auch schon wieder nicht richtig warm. Ich flüchte ins Sauerland, wo ich bade und dann dauerschlafe.

Sonntag. Sieht ca. exakt so aus wie der Samstag.

La semaine 7 en 2012

Montag. Ich besteige den Bus gen Innenstadt, um meine Alma Mater zu besuchen. Kurz nach der Abgabe meiner BA mit dem tollen Titel ‘Schwere Vermittlung: der Hitler-Stalin-Pakt in der zeitgenössischen deutschen Presse’ am 30.9.2011, hat sie es nämlich mittlerweile fertig gebracht mein Bachelorzeugnis auszudrucken. From now on you can call me Bachelorette of Arts. Leider ist im Prüfungsamt niemand zugegen, der mir eine eigene RTL-Show anbietet. Danach werfe ich in vollkommener Selbstlosigkeit das Bewerbungsportfolio der Nachbarin für ihren ERASMUS-Aufenthalt ein und gehe zur liebsten aller Radiostationen, obwohl ich meine komplette Sendevorbereitung zuhause habe liegen lassen. In den der Sendung folgenden Stunden versuche ich hektischst meine Wohnung aufzuräumen, was mir kaum gelingt. Beim Pubquiz sind wir stark unterbesetzt, was uns aber nicht daran hindert, auf einem der gängigen Plätze zu landen.

Dienstag. Arbeit und eine Redaktionssitzung während der ich mir den Hintern abfriere.

Mittwoch. Arbeit, ULB, aufräumen. Elterlicher Besuch, der mir das Geschirr abwäscht und mich zum Essen einlädt. Im Gegenzug überlasse ich ihm mein Bett und ertrage ein fünfstündiges Schnarchkonzert.

Donnerstag. Reste einpacken, Auto besteigen, Zug besteigen. Das karnevalistische Rheinland verlassen. In Frankfurt ankommen, um auch diese Streikhochburg zu verlassen. Nachdem ich bei der Sicherheitskontrolle meinen Gürtel liegen lasse und wir für 50 Mark 3 Bagel und drei Kaffee gekauft haben, startet unsere Icelandairmaschine eine Stunde und 20 Minuten vor offiziellem Streikbeginn gen Reykjavík. Um genauer zu sein gen Keflavik. Icelandair hat einen isländischen DJ besorgt, der die Boardmusikmaschine mit guter Musik bestückt. Während des Wochenendes schnappe ich irgendwo den Satz auf “Alternative music is mainstream in Iceland.” Kann ich unterschreiben. Wir landen in Keflavik, kaufen überteuertes Dosenbier und boarden den Flybus, der kostenloses WiFi hat und das sogar ohne, dass man irgendwelche Daten preisgeben muss. Unser Hotel in Reykjavík ist 50 Meter von der Startbahn des örtlichen Flughafens entfernt:

In Reykjavík essen sie übrigens Papageientaucher und verrotteten Hai. Nach einem echt-isländischen Nudelmenü (haha) geht’s durch die Einkaufsstraße, wo natürlich schon alles zu hat, abgesehen von den Supermärkten, die anscheinend 24/7 öffnen dürfen. Die Post arbeitet aber z.B. nur von montags bis freitags. Müde vom Tag geht’s ins Bett.

Freitag. Besuch in der Blauen Lagune. Während uns der Bus dahinkarrt entnehme ich Twitter, dass der deutsche Bundespräsident zurückgetreten ist. Mein Vater okkupiert daraufhin mein Smartphone, um SpOn zu lesen. In der Blauen Lagune liegt die Wassertemperatur bei 37 – 40° Celsius, die Außentemperatur dafür unter 0° Celsius. Ergo frieren meine Wimpern ein. Sehr angenehm. Dafür gibt es aber eine Bar mitten in der Lagune, wo man Bier, Softdrinks und Eis erwerben kann (ganz neumodisch mit diesen Dongel-Armbändern). Ich esse also bei -4° Außentemperatur ein Magnum Almond und lasse es mir auch sonst gut gehen. Das Aufenthalte in dieser Lagune allerdings dazu führen, dass meine Haare nur ganz leicht verfilzen, stört mich dann wiederum. Vielleicht arbeitet die Lagune mit der netten Bonner Friseurtante aus La semaine 6 zusammen. Der Bus lässt uns in Reykjavík raus, wo wir erstmal Kaffee trinken und auch hier gibt’s natürlich wieder Gratis-WiFi. Dann gucken wir eines der Wahrzeichen Reykjavíks an, das mich – wahrscheinlich aufgrund seines Anfangsbaujahres – an NS-Architektur erinnert:

In der Kirche gibt es übrigens einen Gruß aus der (Wahl)Heimat:

Abends versuchen wir die Nordlichter zu sehen. Allerdings erweist sich das als äußerst schwierig. Unser Guide erzählt uns lustige Islandstorys und es ist einfach sehr amüsant, Isländern beim Englischsprechen zuzuhören, weil ziemlich knuffig. Weil wir die Nordlichter nicht zu Gesicht bekommen haben, haben wir jetzt lebenslangen Anspruch darauf, diese Tour sooft zu machen, bis wir die Nordlichter gesehen haben. Nett, diese Isländer.

Samstag. Eine Circle-Tour über die Insel. Wir sehen:

Einen Wasserfall.

Einen Geysir.

Und die isländische Parlamentswiese. Die Isländer hielten es nämlich zu Beginn des vergangenen Jahrtausends für vollkommen okay, ihr Parlament unter freiem Himmel abzuhalten. Ich halte das besonders im Winter für eher unokay. Daneben laufe ich auch daher, wo die eurasische und die nordamerikanische Kontinentalplatte aufeinander treffen. Abends geht es Essen und dann ist die Zeit auf Island schon vorbei.

Sonntag. Aufstehen um 5 Uhr Ortszeit bedeutet Aufstehen um 6 Uhr kontinentaleuropäischer Zeit. Richtig hell ist es natürlich noch nicht, das wird es in Island erst um halb 10. Um 7.35 Uhr fliegen wir mit dem Icelandairflugzeug, das auf diesen schönen Namen hört, zurück nach Frankfurt:

Nach der Landung in Frankfurt verbringe ich 45 Minuten damit meinen Gürtel wiederzufinden, der im Lost & Found Büro rumliegt. Dort liegen haufenweise Gürtel. Ich finde meinen und befreie ihn gegen eine Bearbeitungsgebühr von 4 Euro. Dann geht’s zurück nach Bonn, wo ich den Rest des Tages damit verbringe, den Schlaf nachzuholen, den ich in Island nicht hatte.

_____________________

Links of the week:

TOP 10 ROMANTIC MOVIES FOR GEEKS

Die 25 dringendsten Eil-Meldungen seit 1951 

(das ist ein Versuch, ich habe in der letzten Woche mehr Zeug gelesen, aber das hier war das Einzige, was ich gebookmarkt habe)

La semaine 6 en 2012

Montag. Ich beschließe nach vier Monaten mal wieder zum Friseur zu gehen. Ich hätte es lassen sollen. Die Dame, die in dem Laden arbeitet mit dem ich bislang immer gute Erfahrungen gemacht hatte, macht alle gute Arbeit ihrer Kollegen zunichte. Sie hält es für ein Verbrechen an der Menschheit, vier Monate nicht zum Friseur zu gehen und sieht sich außer Lage “Schnitt” in meine Haare zu bringen (das war mein einziger Wunsch). Es ist auch vollkommen unmöglich, meine Haare durchzustufen, denn dafür sind sie zu dünn (?). Ich war ja immer der Meinung, dass gerade das dünne Haare dadurch an Volumen gewinnen würden. Aber was Friseure können und so. Anstatt aufzustehen und zu gehen, entscheide ich mich dazu 1,5 Zentimeter von meinen Haaren zu verlieren. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass die Frau mir mindestens 3 Zentimeter innerhalb von fünf Minuten (länger brauchte sich nicht) abschnitt. Ich sehe jetzt immer noch blöd aus, aber sie hatte mir ja nichts anderes prophezeit. Abends treffe ich beim Geldabheben die Meckerliese. Die Meckerliese sitzt ab und zu mal bei mir im Bus und fühlt sich da von allem gestört. Wenn man sie zum Beispiel mit der Jacke streift, wird man direkt vor ein Kriegstribunal der Meckerliese gestellt. Die Meckerliese ist quasi ich, nur dass sie ausspricht was sie denkt. Heute sind wir ihr zu laut, weil sie eine Überweisung machen und sich konzentrieren muss und das geht nicht, wenn wir uns beim Geldabheben unterhalten. Beim Pubquiz verlieren wir mal wieder, kennen aber wenigstens 8 von 10 Stars in ihren 40ern.

Dienstag. Ich habe eine 8-stündige Schulung. Danach geht es auf den Geburtstag von Herrn Derix, den ich erst um halb 5 verlasse. Eigentlich wollte ich auch schon eher gehen, aber ich hatte Angst um den Seelenfrieden einer gewissen Dame.

Mittwoch. Aufgrund der Überanspruchung des vorangegangenen Tages bleibe ich bis 17 Uhr im Bett und gehe dann in den Ghetto-Netto. Das war dann auch der Höhepunkt des Tages.

Donnerstag. Immer noch überansprucht vom Dienstag, stehe ich um 15 Uhr auf und besuche dann die Wohnung eines Freundes. Der Freund sitzt glücklicher Weise auch drin. Dann fahre ich wieder nach Hause, wo es von der Nachbarin Pizza gibt, dann geht es wieder zur Einweihungsparty des Freundes.

Freitag. Ich verschlafe und bin infolgedessen erst um viertel vor 10 an meinem Arbeitsplatz. Abends geht es ins Kino. Benedict Cumberbatch anschmachten. Und Colin Firth. Und Gary Oldman. Benedict Cumberbatch hat die allerschlimmste deutsche Synchrostimme abbekommen, die man kriegen kann. Generell sollte man sich Benedict Cumberbatch nur im Original anhören.

Samstag. Ich fahre nach Holland.

Sonntag. Ich räume meine Wohnung auf und denke über mich und Facebook nach.

La semaine 5 en 2012

Montag. Im Seminar sitzen Corps-Studenten und erzählen von ihrem Corps. Frauen, respektive Freundinnen der Corpsstudenten, dürfen während des Semester nicht einfach so zu Besuch aufs Haus kommen, weil dass die, die etwas vernünftiges machen, stören würde. Fechten ist ein Bestandteil des Corpsleben, aber nicht der ultimative. Zum Fechten braucht man Mut, den man sonst in der heutigen Gesellschaft eigentlich ja nicht mehr braucht. Damit man dem Corps etwas zurückgeben kann, ficht man halt. Man trainiert besser vorher, weil es sonst zu unschönen Verletzungen kommen kann. Spagetti Bolognese in der Mensa, Südosteuropa im 2. Weltkrieg im Seminar. Beim Pubquiz ist das Pub so überfüllt, dass die Getränke erst nach 45 Minuten kommen. Die Gruppe mit dem Maurerdekolleté gewinnt 425 Euro. Wir kennen die europäischen “leader” des Jahres 2009 nicht.

Dienstag. Arbeit, schlafen.

Mittwoch. nichts.

Donnerstag. Klausur. Lerne Jan Christian Smuuts kennen.

Freitag. 2 Stunden Schlaf, dann besteige ich den Bus gen Frankreich. Der Bus hat ParkettLaminatboden und es gibt ein Lunchpaket. Nachmittags kommen wir in Versailles an. Die französische Shoppingmall sieht von außen sehr heruntergekommen aus, von innen ist sie allerdings formidable. Ich esse ein Éclair, worauf mir brennend heiß einfällt, dass das wie Windbeutel schmeckt und ich Windbeutel nicht mag. Danach gibt es Essen und dann geht es in die Hotelbar, wo lustige Geschichten aus dem Leben des Dozenten gegeben werden, wir mehr über Schlangen und Krokodile in den USA erfahren und irgendwann verschwinden wir alle aufs Zimmer. Grandioser Weise kriegen wir den ZDF infokanal im Zimmer, wo wir den Rest der grandiosen Knopp-Doku “Hitler und das Geld” sehen können – wenn man halt schon mal in Frankreich ist.

Samstag. Versuche mich am erstaunlich reichhaltigen französischen Frühstück. Begebe zwei kapitale Fehler: 1. versuche ich mir ein Ei zu kochen, das allerdings äußerst schwierig aus dem Eierkocher zu entfernen ist und entgegen meiner Erwartungen nach 7 Minuten immer noch äußerst weich ist und 2. probiere ich französische Orangenmarmelade, die mich schlagartig weckt und mir vor die Geschmacksnerven führt, dass französische Orangenmarmelade ähnlich schmeckt wie englische: nämlich gar nicht. Dann geht’s ins Schloss. Entgegen unseres eigentlichen Anliegens erfahren wir einiges über die Erbauer und ursprünglichen Bewohner des Schlosses. Eine Ausstellung zum Friedensvertrag gibt es nämlich nicht. Der Schreibtisch, an dem das Stück unterzeichnet wurde, stand vor ein paar Wochen mal da, aber der ist inzwischen weggeräumt. Dafür fühlt sich das Häkelschwein im Spiegelsaal allerdings sichtlich wohl:

Danach geht es weiter nach Compiègne, einer der Städte, die nah genug an dem Waldstück liegen, an dem am 11.11.1918 und am 22.6.1940 die Waffenstillstände unterzeichnet wurden. Vorm Museum steht ein Panzer aus dem 1. Weltkrieg:

Drinnen steht ein Waggon, aber das ist nicht der Originalwaggon, denn den haben die Deutschen zu Beginn des Jahres 1945 kaputt gemacht. Im Museum riecht es muffig und auch museumsdidaktisch könnte man aus dem Sammelsurium dessen, was man da alles zusammengetragen hat, viel mehr machen. Aber einfach alle Uniformteile und Helme nebeneinander aufzuhängen geht natürlich auch. Im Museumsshop kann man dann Karten kaufen, die sich schon wellen. Und wenn man dann zurück zum Parkplatz geht, läuft man zwangsweise hier dran vorbei:

(der tote Vogel da ist übrigens der Reichsadler, der von einem Schwert, das man nicht richtig gut sehen kann, durchbohrt wird)

Weiter geht es gen Reims, wo wir die Kathedrale besichtigen und danach Essen gehen. Wir italienisch. Italiener wollen kein Trinkgeld von uns. Dann entdecke ich zu meiner großen Freude noch den Sherlockpub und dann geht es auch schon ins Bett.

Sonntag. Wir stehen früh auf. Heute soll es noch nach Verdun, eine Krankheit verhindert jedoch, dass wir rechtzeitig zur Führung in Verdun sind (Sie glauben nicht wie viele Witze während dieser Fahrt mit dem Wort führen gemacht wurden). Die Stadt Verdun an sich ist sehr schön. Wir sind aber nun mal auf Exkursion und schauen uns daher Bombenkrater, Soldatenfriedhöfe und diverse Denkmäler an, die so herumstehen. Am meisten beeindruckt mich allerdings das Dorf, das nicht mehr steht, weswegen im Wald nur noch kleine Pfeiler auf das hinweisen, was ursprünglich mal da war:

Das ganze Wochenende war wahnsinnig kalt. Es geht in den Bus nach Bonn, wo wir gegen 18 Uhr ziemlich fertig ankommen.

La semaine 4 en 2012

Montag. Herr Hahn hält sich vornehm zurück. Ich bin begeistert und esse zur Feier des Tages in der Mensa. Statt der Brigittediät probiere ich die sog. Quarkknöpflepfanne aus, die ausnahmsweise mal dazu führt, dass ich den Mensafraß mag. Danach telefoniere ich mit dem WDR und bringe ihn anscheinend in größere Nöte. Das WDR Justiziariat kümmert sich jetzt um den Staub, den ich aufgewirbelt habe. Tut mir leid. Danach höre ich das Wort “ja” viel zu oft. Es nervt. Fahre kurz nach Hause, bastele mir ein Brötchen und gehe dann ins Kino (es wird “Ziemlich beste Freunde” gegeben). Danach werde ich auf ein Kölsch eingeladen. Ich glaube allerdings, dass der Spender mit meiner Wahl nicht so ganz zufrieden war.

Dienstag. Arbeiten. Kurz nach Hause, zwei Minuten Schlaf nachholen. Das letzte Mal in das langweiligste Seminar, das ich in meiner ganzen Unikarriere überhaupt hatte. Leider geht es heute ganze 105 Minuten, sodass ich nach 90 Minuten anfange mit meinen Hufen zu scharren, Niesattacken vorzutäuschen, meine Mitsklaven über diese Ungerechtigkeit zu informieren und mich schriftlich über die Referierenden lustig zu machen (die es, m.E. nach, auch mehr als verdient haben). Es gibt eine riesige Menge an superbescheuerten Geschichtsstudenten und am witzigsten sind die, die sich für total elitär und die Zukunft Deutschlands halten. Danach erhalte ich eine E-mail, die einen Adrenalinschub auslöst, von dem ich vier Stunden nicht mehr runterkomme. Infolgedessen kann ich nicht einschlafen.

Mittwoch. Etwas abgehetzt steige ich in die Bahn, um eine lokale Abteilung eines Fernsehsenders zu besuchen. Dort stelle ich mich und die dort Arbeitenden aufgrund meiner aktuellen Lebensplanung vor (fast) unlösbare Probleme. Möglicher Weise können ich und meine Zukunft aber noch gerettet werden. Sonst geh ich halt wieder nach Köln. Zu Fuß. Danach werde ich vom Kölschspender ins Vapiano eingeladen und stelle fest, dass man da bestimmt einen gutflorierenden Heirats- oder Seitensprungmarkt für Businesspeople aufmachen könnte. Ich stelle mir schon vor, dort spontan eine Vermittlungsagentur aufzumachen, die ich an das Vapianokonzept anpassen könnte. Dafür müsste ich aber überhaupt erstmal sowas wie Emotionen entwickeln können. Abends verabschiede ich mich noch etwas mehr von meiner Zukunft.

Donnerstag. Mal wieder steige ich in die Bahn. Meine Zukunftsaussichten sehen nicht mehr so schrecklich aus, wie ich gestern noch dachte. Ich lerne, dass mein Überengagement nicht überall erwünscht ist. Weil ich penetrante Lust auf die perverse Spagetti Bolognese aus Carls Bistro (ja, ohne Deppenapostroph) habe, gehe ich dorthin und esse sie – um 11.30 Uhr. Danach lasse ich mich von drei Personen bequatschen, ich solle doch bitte etwas kaufen/spenden/mit ihnen reden und schaffe es, dass am Ende der Gespräche NIEMAND meine Daten hat und mir auch NIEMAND eine dreiwöchige Ägyptenreise, die drei Jahre gültig ist, schenken kann (durch intensives Googlen fand ich auch heraus, dass diese FASI, die Werbung mit 60.000 Unfallopfern im Jahr wirbt und von der ich noch nie etwas gehört hatte, sowas wie der Deutsche Videoring (aber natürlich wollte der Typ dieses Mal gar nicht meine Handynummer, sondern meine Adresse) ist, alles klar. Die Homepage der FASI wirkt auf mich auch außerordentlich seriös.). Sodann kaufe ich mir eine Brigitte, um herauszufinden, wie burnoutgefährdet ich bin (anscheinend total). Später im Seminar gibt’s tolle Hitler-Vergleiche und Herr Hahn guckt ganz ungläubig. Ich bin aufgrund von ehrenamtlichen Verpflichtungen erst um 23.58 Uhr zuhause. Toll.

Freitag. Arbeit. Fitti mit total sportvernarrten Damen. Bin mir sicher, dass die alle verrückt sind und finde es total lächerlich, eine Stunde mit 10 km/h auf einem Laufband zu verbringen. Scheitere derweil an der Beinpresse. 45 Kilo sind aber auch einfach zu viel für mich, Fittitrainerin! Und 45 Kilo sind auch zu schwer für meine Arme! Wenigstens gibt’s im Edeka die Mikrowellenlasagne. Pft. Danach saufen wir uns die Hucke voll, bzw. ich probiere das, kriege es aber nicht hin und werde fortwährend von einer gewissen Person gepiekst, AN DEN HALS GEFASST (dafür werde ich dich morgen noch mal richtig verprügeln!) und genervt. Herzlichen Dank auch. Wir gucken das Dschungelcamp, aber eigentlich würde ich viel lieber die RTL Gallopstars gucken. Nur kommen die leider nicht. Deswegen schlafe ich ein.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=p1DICduwYa4?rel=0&w=480&h=360]

Samstag. Weil die Woche anstrengend war, verbringe ich den Samstag bis 16 Uhr im Bett. Dann stehe ich auf und mache mich fertig, denn die Telekombaskets Bonn spielen gegen Alba Berlin. Ein sehr schönes Spiel, der Klassiker quasi, auch wenn Bonn 91:92 verliert und abgesehen von Sven Schultze, der MEINEN Jared Jordan unsportlich foult und sich nach dem Spiel noch auf eine längere Diskussion mit einem Bonner Fan einlässt, was (durch eine Glastür hindurch) sehr amüsant zu betrachten ist (wo kann man hier eigentlich Basketballboulevardreporterin werden?).

Foto: © Sebastian Derix

Gucke aus Servicegründen das Dschungelcamp und verschicke mit etwas Verspätung eine SMS, in der ich den Namen der Siegerin mitteile. Dann lese ich DAS BASKETBALLBUCH von Herrn Derix und schlafe ein.

Sonntag. Gehe mit dem Exilsoester frühstücken. Sitzen direkt neben zwei Obernerds. Die Kellnerin schmeißt ein ganzes Tablett die Treppe hoch und geht dann weiter als wäre nichts gewesen. Das ganze Restaurant lacht. Fahren nach Hause, der Exilsoester friert. Schlafe wieder ein, zwischendurch haut der Exilsoester ab. Blogge über meine letzten Kinobesuche und ändere das Blogdesign etwas ab. Soweit, so gut.

La semaine 3 en 2012

Montag. Wieder mal Seminar, juhe, juhu. Während the Kaiser himself mal wieder Thema der Diskussion ist, schicke ich mit meinem mobilen Endgerät das Thesenpapier für das kommende Seminar an meinen Dozenten. Immerhin muss ich ja heute Referat halten. Dann versuche ich, dem Seminar zu folgen. Herr Hahn will heute wissen, ob Wilhelm Zwo wirklich geisteskrank war. Das Seminar kommt zum Schluss, dass er bestimmt irgendeinen Hau weg hatte, ob das allerdings schon psychisch erklärbar sei, sei eben die Frage. Herr Hahn hat einen neuen Seniorenstudenten mitgebracht, der, laut Aussage von Herrn Hahn, mal Medizinprofessor war. Gemeinsam haben sie beschlossen, Wilhelm Zwo hätte am Hyperkinetischen Syndrom gelitten [nebenbei macht Herr Hahn noch Bemerkungen über Nymphomanie, aber nicht falsch verstehen: Wilhelm Zwo war nicht nymphoman, zumindest hat Herr Hahn das nicht behauptet]. Hätten sie ADHS gesagt, wäre es einfacher gewesen, aber das geht ja nicht. Danach fahre ich nach Hause und versuche mein Hyperkinetisches Syndrom zu unterdrücken, dann fahre ich wieder zur Uni, um ein Referat zu halten, an dessen Ende ich erfahre, dass die Sowjetunion zwischen 1918 und 1939 keine Beziehungen zu Bulgarien, Rumänien und Jugoslawien unterhielt, weil sie u.a. zu stark mit dem Baltikum beschäftigt war. Wie auch in den übrigen 48 Wochen Pubquiz gewinnen wir auch dieses Mal nicht.

Dienstag. Arbeit. Uni.

Mittwoch. Ich übe mich im Händchenhalten. Abends besuche ich die Elefantenrunde meiner Universität, die mich zur Satireleistung der vergangenen Woche anspornt. Anders kann man das nicht ertragen.

Donnerstag. Versuche mich in die Uni zu schleppen. Während der Busfahrt erlebe ich komische Kreislaufprobleme, weswegen ich nach fünf Haltestellen aussteige und mich dann, an eine Backsteinmauer gelehnt, daran hindere umzukippen. Steige in den Bus nach Hause und ergötze mich dort im verwirrten Zustand an einer Folge “Familien im Brennpunkt”. Die Geschichte handelt von einer 29-jährigen Kölner Doktorandin, die irgendwo (anscheinend in Klettenberg) in einer Maisonettewohnung wohnt, ein Kind hat und mit einem 34-jährigen Langzeitstudenten, der angeblich einen IQ von 130 hat, zusammenlebt. Der 34-jährige nutzt sie nach Strich und Faden aus, denn er hat sich überlegt auszuwandern. Die Auswanderung finanziert er damit, dass er anderen Studenten Hausarbeiten schreibt. Das fliegt auf und der 34-jährige wird verknackt – Bewährungsstrafe allerdings nur. Sehr traurig. Abends koche ich Möhrensuppe und schnabuliere sie mit der Nachbarin.

Freitag. Arbeit. Moderiere 3 Stunden lang eine Sondersendung zum Thema SP-Wahl. Wieder mal: yeah, yeah, yeah.

Samstag. Fahre in die westfälische Provinz. Gehe da einkaufen. Erkläre, wie man Smartphones nutzt.

Sonntag. Brunchen, Smartphone weiter erklären, herausfinden, dass an einem gewissen Laptop das DVD-Laufwerk nicht mehr funktioniert, wieder nach Bonn fahren.