Kategorie: la semaine

La semaine 2 en 2012

Montag. Die Uni fängt wieder an. Dieses Mal mit der Daily Telegraph Affäre. Märzhasen, ein Wort, über dessen Bedeutung ich mir unklar bin. Ich esse komisches Zeug in der Mensa und mache dann noch Radio. Danach verfolge ich ein Referat. Am Abend losen wir ganz fies beim Pubquiz ab.

Dienstag. Ich habe meinen ersten Arbeitstag. Zur Feier dieses Tages verpasse ich mein Seminar abends mit voller Absicht. Stattdessen pflaume ich Leute an, die nicht wissen wie man ordentlich aufs Klo geht.

Mittwoch. Ich verbringe große Teile des Tages damit mich vor Büchern, die das Thema Brest-Litowsk beinhalten, zu verstecken. Irgendwann bringt das allerdings leider nichts mehr. Ich kopiere meine Kopierkarte leer.

Donnerstag. Ich sauge mir was über Brest-Litowsk aus den Fingern und mache mich dann mit meiner Mitreferentin gegenseitig verrückt. Zwischendurch schicke ich ein Stoßgebet an den nichtexistenten Schöpfer, er möge doch irgendwas schicken. Er schickt etwas. Eine Auswahlkommission oder sowas ähnliches, weswegen mein Referat nur vom Seminar, nicht aber vom Dozenten gehört wird. Überlege, ob es den nichtexistenten Schöpfer doch geben könnte. Zur Feier des Tages erquicke ich mich am Sherlock Holmes Film. Leider jedoch muss man sagen, dass ich mittlerweile so tief in die Materie Holmes vorgedrungen bin, dass der Film mich nicht wirklich überzeugt. Allerdings war er besser als der letzte Film, den ich im Kino sah. Leider ist das aber auch kein Kunststück.

Freitag. Arbeitstag Pt. Deux. Ich erfahre, warum sich der Protestantismus nie in Köln durchsetzen konnte. Danach gehe ich in die ULB, um mein nächstes schlecht vorbereitetes Referat wenigstens mit ein paar Literaturangaben versehen zu können. Bei diesem Versuch bleibt es.

Samstag. Ich versuche mich ein Tag lang dazu zu motivieren, mein Referat schlecht vorzubereiten. Leider gelingt mir das nicht. Stattdessen kaufe ich mir Haarfarbe.

Sonntag. Weiterhin keine Sicht auf Veränderungen an der Motivationsfront, ich lasse mich lieber gemeinsam mit dem Häkelschwein vom exilsoester mästen. Irgendwann platze ich und bekomme als Dank für diese Tat noch eine Kugel Eis ausgegeben. Dann schlafe ich tief und fest, weswegen ich weiterhin unmotiviert bleibe. Schlussendlich beginne ich gegen 23 Uhr, 16 Stunden vorher, meinen Motivationsschub und stelle mit Erschrecken fest, dass nirgendwo Literatur über die Beziehungen der Sowjetunion zu Bulgarien, Rumänien und Jugoslawien zwischen 1918 und 1939 vorhanden ist. Beglückt ob dieser Tatsache schlafe ich wieder ein.

La semaine 1 en 2012

Montag. Schlafe lange, soweit ich mich erinnere. War auch lange wach. Das neue Jahr ist ganz okay, soweit ich das überblicken kann. Verschönere die Behausung meines kleinsten Mitbewohners und verlasse ihn dann gen Bonn. Auf der Strecke nach Bonn haben sich 4 Holländer und ein Mensch aus Kassel (sagt man zu denen Kasseler? Bei uns zuhause heißt das Fleisch manchmal so) zu einem munteren tête-à-tête auf der A44 verabredet, was bei WDR2 zuerst noch als Baustelle, später dann als Unfall gelistet wird. So gerade eben noch pünktlich erreiche ich dann Bonn, um nach Trier weitergefahren zu werden. Trier hat ein äußerst unansehnliches Gewerbegebiet und generell ist mir Rheinland-Pfalz aus diversen Gründen zutiefst unsympathisch (diese Gründe kann ich nicht greifbar machen, sie machen wahrscheinlich den größten Teil meiner dunklen Seite aus). Weil wir in Rheinland-Pfalz sind, verliert meine Basketballmannschaft natürlich auch, obwohl ich versucht hatte, die Gastgeber mit ca. 10 bis 15 Euro zu bestechen.

Dienstag. Neujahrsvorsätze habe ich dieses Jahr abgeschafft, weswegen ich auch fast gar nicht meckere als mein Fittidate sagt, es hätte keinen Bock dahin. Hey, you’re the one with the Vorsätze, baby (baby is a fucking insider)! Stattdessen gammele ich also im Bett herum. Dann gehe ich in den Ghetto-Netto und passiere auf dem Weg dahin mein Lieblingsbrautmodengeschäft.

Mittwoch. Hochmotiviert verlasse ich um viertel vor elf das Haus. Gehe dann einkaufen und finde heraus, wie sich gesperrte Spieler meiner Lieblingsbasketballmannschaft ernähren. Komme zum Schluss, dass ich niemals professionell Basketball spielen werden kann. Erhalte dann ca. 3000 Karten für Basketballspiele. Leider darf ich die Karten nicht behalten. Weil ich ja schon so viel gemacht habe, begebe ich mich wieder dorthin, wo ich hergekommen bin.

Donnerstag. Ich stehe um 4 Uhr nachmittags auf, setze mich um 18 Uhr ins Auto und werde nicht von Sturmtief Andrea weggetragen. Dann versuche ich im Donnerstagabendfernsehprogramm des elterlichen Fernsehers irgendetwas interessantes zu finden. Es gibt nichts.

Freitag. Ich schlafe lange und weiß nicht mehr was ich gemacht habe, außer mich mit einem Amerikaner bis zu einem Zeitpunkt an dem er mich mit Hitler vergleicht über deren Obamacare zu streiten. Abends geht es ins Pubquiztrainingslager, wo wir den 4. Platz machen, weil die Fragen zu einfach sind [normaler Weise setzen wir uns immer mit der Beantwortung der äußerst schwierigen Fragen von den HONKS ab, dadurch, dass die Fragen aber für alle beantwortbar sind (wissen Sie reinzufällig für was das Autokennzeichen KE steht?)], scheitern wir mit 42,5 von 50 möglichen Punkten äußerst knapp vor dem dritten Platz (mit 43 Punkten), der übrigens eine Runde aufs Haus kriegt. Dementsprechend verletzt schlendere ich aus der Kneipe, wo ich fast vom Exilsoester überfahren werde. Der hat nämlich beschlossen mich auf dem Parkplatz zu vergessen, weswegen ich äußerst netter Weise von einer überaus charmanten und tollen Person nach Hause transportiert werde, wo dem Exilsoester sein Missgeschick mittlerweile auch aufgefallen ist.

Samstag. Ich backe Pesto-Spinat-Schnecken und fahre nach Bonn. Aufgrund eines überkrassen Platzregens inklusive ein wenig Aquaplaning und latenter Verpeiltheit meinerseits erreiche ich Bonn wieder im allerletzten Moment. Dieses Mal geht es nach Mönchengladbach wo ich der Fratze des Ruhms ins Gesicht blicke. Glücklicher Weise bekomme ich als Entschädigung für dieses einschneidende Erlebnis ein Abendessen ausgegeben. Lena Meyer Landrut gibt mir dann aber endgültig den Rest (und dies ist einer der wenigen Momente in denen ich nicht mit Herrn Heinser übereinstimme, btw. in der Folge aus der vorangegangenen Woche macht Cosma Shiva Hagen übrigens wieder Promo für Aperol Sprizz)

Sonntag. Nachdem ich diese komische ZDF-Doku in der Mediathek kaputt geguckt habe (und mich frage aus welchem Schlägerformat sie den Sprecher her haben), schlafe ich schnell ein, um relativ fit zum Geburtstagsbrunch von @BeverlyBeuel zu erscheinen, der wirklich formidabel ist. Danach geht’s wieder zu den Basketballern, die dieses Mal gewinnen, sodass ich mich mit ihnen versöhnen kann. Ein netter Wochenausklang, auch wenn ich befürchte, dass ich eh innerhalb der nächsten 24 Stunden von einem See in der Umgebung umgebracht werde, wie die britische Daily Mail zu berichten weiß. (Hey, liebe Berliner, da Berlin weiter von diesem See weg zu sein scheint als London: WO KANN MAN HIER ASYL BEANTRAGEN?)

La semaine 52

Montag. 2. Weihnachtsfeiertage braucht man eigentlich nicht. Abgesehen von der arbeitenden Bevölkerung, die hatte dieses Jahr wahrscheinlich ein großes Bedürfnis nach dem 2. Weihnachtsfeiertag. Ich hingegen tat Dinge, die ich jetzt schon wieder vergessen habe. Ich war irgendwo, glaube ich. Genau weiß ich es allerdings nicht. Abends war ich auf jeden Fall unterwegs um das allerletzte meiner Weihnachtsgeschenke abzuholen. Es gibt grandioser Weise Mercis.

Dienstag. Ich telefoniere hinter meiner Kindlehülle her. Ich sollte sie zu Weihnachten kriegen. Zuerst rufe ich mit der Trackingnummer bei DHL an. Da finden sie dann auch, dass das Ding schon etwas zu lange unterwegs ist. DHL selbst kann mir aber nicht weiterhelfen, sagt die Tante am Telefon. Ich soll amazon bescheid sagen, dass die einen Nachforschungsantrag stellen sollen. 14 Cent pro Minute. Daraufhin chatte ich mit einem Amazonkundenbetreuer, der will, dass ich bei ihm anrufe. Günstiger Weise ist die Nummer kostenfrei. Ich werde ca. eine Viertelstunde lang 3 Mal weiterverbunden, aber man zeigt sich äußerst kulant. Weil ich zu Weihnachten schon eine Kindlehülle bekommen hatte, brauchte ich die gar nicht. Kein Problem, amazon erstattet das Geld zurück. Dann geht’s Sportschuhe kaufen. Ganz schicke Treter.

Mittwoch. Ich habe keine Erinnerung.

Donnerstag. Neue Sportschuhe beim Tennisspielen ausprobieren. Tennis ist nicht mein Sport.

Freitag. Gucke den ganzen Tag auf Phoenix die “100-Jahre”-Chronik vom Guido. Raufe mir währenddessen pausenlos die Haare, zwischendurch gehe ich einkaufen.

Samstag. Stehe in der Küche und mache Pestoschnecken, Nudelsalat, Fleischbällchen und Himbeertiramisu. Fahre dann nach Münster. Dort wird versucht, mir eine falsche Version von Dinner for One anzudrehen. Dann finden wir die richtige Version, aber in Farbe! Gut, dass man die ausdrehen kann. Dann gucken wir die Silvesterpunschfolge. Dann laufen wir zum Aasee und gucken Feuerwerk.

Sonntag. Beginnt mit hochphilosophischen Fragen, geht dann zu Lammbock über. Gegen 16 Uhr bin ich wieder in der Heimat, wo ich mich einfach einlege und am Fernseher festklebe.

La semaine 51

Montag. Ich gucke mir zwei Stunden lang diesen Film an (wenn er Sie interessieren sollte:  er ist in 13 Teilen komplett verfügbar auf youtube). Der Film ist erstens langatmig, zweitens zu wertend und drittens ist es ganz schön bescheuert Stummfilme nachträglich zu vertonen, denn das wirkt erstens sehr gestellt und ist zweitens nicht wirklich authentisch. Am Nachmittag lerne ich eine Menge über den Faschismus, die “Mare-nostrum”-Politik Mussolinis und warum Franco da ganz gut, aber nicht wirklich perfekt reinpasste. Beim Pubquiz sind wird quasi überbesetzt, machen aber trotzdem nur den 6. Platz.

Dienstag. Die Seniorenstudenten in der Vorlesung sind mittlerweile in der Überzahl. Der vor mir, weiß nicht so recht, wieviel Platz er benutzen darf. Jedenfalls schmeißt er öfters mal beim Zurücklehnen meine Sachen um. Da ich aber schon zwei keifende Bäckereiverkäuferinnen ertragen habe, komme ich schon damit klar. Danach schneide ich sehr lange an Sounddateien rum und gehe dann zum Seminar, wo ich mehr über diverse mittelalterliche Herrscher erfahre.

Mittwoch. Gehe zu einer Pressekonferenz. Gehe Glühwein trinken. Bin dauerhaft sehr aufgewühlt, wegen einer Twitter-Directmessage. Gehe einkaufen. Schlafe ein, weswegen ich NICHT zum Zumba gehe. Finde das auch nicht weiter tragisch. Gucke im Halbschlaf Gladbach vs. Schalke. Gladbach gewinnt, weswegen Herr Derix meint, ich sollte dieses Halbschlaffernsehgucken jetzt öfters betreiben.

Donnerstag. Renne zwei Stunden durch Bonn, um die allerletzten Geschenke zu besorgen. Gehe einkaufen für eine Weihnachtsfeier und kaufe 8 Liter Glühwein. Bin um 23 Uhr wieder zuhause.

Freitag. Packe alles zusammen, kaufe ein allerletztes Weihnachtsgeschenk. Stehe 8 Kilometer im Stau. Gucke mir Dortmund-Brackel an. Merke zuhause, dass ich mal eben 6 Geschenke in Bonn vergessen habe, was ein mittelschwere Krise zuhause auslöst, weil ich mich bei facebook über meine Familienmitglieder aufrege, die das aber leider bei facebook lesen können (ich glaube, das Blog haben sie noch nicht gefunden, hoffentlich). Gehe auf ein Stufentreffen. Da sind aber nur 10 andere. Bin um 12 wieder zuhause.

Samstag. Heiligabend. Fahre nach Bonn und wieder zurück in unter vier Stunden. Rekooord. Dann packe ich Geschenke ein, trotz Geschenkpapiermangel. Füge mich den nichtemanzipierten Familienmitgliedern, die behaupten, ich als Frau könne besser einpacken, weswegen ich ca. 15 Geschenke verpacken muss. Dann geht’s in die Kirche. Ne Menge Weihrauch, der Pfarrer sieht aus wie Martin Sonneborn und so weiter und so fort. Bescherung, juchi juchu.

Sonntag. Familienbesuche auf dem Plan. Überlebt.

La semaine 50

Montag. Herr Hahn liefert sich DEN Showdown mit dem Seminar und verbittet sich, missinterpretiert zu werden. Ich bin viel zu müde um am Duell, das stark an das 19. Jahrhundert erinnert, teilzunehmen. Beim Pubquiz gewinnen wir schon wieder nicht. Die Fragen dieses Mal waren auch noch fieser als vorher.

Dienstag. Ich gehe einkaufen. In erster Linie Fertigsahnepuddings für 29 Cent. Wundere mich wie ich 21 Euro ausgebe. Und frage mich, wie schlecht diese 29-Cent-Puddings für mich sind. Esse zum Ausgleich selbstgeschmierte Brötchen.

Mittwoch. Führe ein Interview zu den Sparzwängen an meiner Universität. Erfahre, dass die Uni ein noch schlimmeres Haus, das Verrückte macht, ist als ich es eh schon angenommen hatte. Abends will ich eigentlich mal wieder ins Fitti. Bin dann doch nicht motiviert.

Donnerstag. Noch ein Interview. Und noch eins. Und dann Glühwein im Seminar. Dem Dozenten fällt zwischendurch auf, dass er doch ein wenig zu viel Rum in den Glühwein gegossen hat. Herrn Hahn freut’s und ballert sich gleich vier Plastikbecher rein. Ich brauche 3 Stunden zum Ausnüchtern.

Freitag. Ich habe Weihnachtsfeier bei meinem neuen Job. Ich arbeite da noch gar nicht, aber darf schon mit meinem neuen Chef zusammen “Ganz oder gar nicht” gucken, inklusive der großartigen Endszene und der ca. 8000 Sexwitze. Danach nächste Weihnachtsfeier bei der Nachbarin, dann Nanay, dann in den Bus. Im Nachtbus sitzt eine Großfamilie. Mama sieht aus wie höchstens 28, Kinder gibt’s insgesamt 5. Das älteste Mädchen ist wohl 11, der älteste Junge vielleicht 7. Der Rest hat das Sprechen noch nicht erlernt. Um 2.31 Uhr fährt der Bus dann vom Bonner Hauptbahnhof ab, Papa ist auch endlich eingestiegen, nachdem er erst noch dringend draußen rauchen musste. Wir fahren an der Schule der 11-jährigen vorbei: “Guck mal, Papa, das ist meine Schule!” “Mhhhm.” – Traurig.

Samstag. Radio, Essen gehen mit anonymen Personen, 2 Tatorte gucken.

Sonntag. Mal wieder ins Fitti. Bin zu untrainiert für den Trainingsplan und schaffe es leider nicht, 45 Kilo mit meinen Beinen zu stemmen. Gucke mir eine Zumbastunde von außen an und finde das Ganze NOCH LÄCHERLICHER!!! Nebenbei schreien die armen Frauen beim Zumba mittlerweile auch, ich muss mir dringend noch mal so eine Stunde geben, das erscheint mir einen vertiefenden Blogpost wert. Zuhause Ronja Räubertochter gucken und dann Tatort, zwischendurch mal das Bad putzen.

La semaine 49

Montag. In Bonn ist Afghanistankonferenz und Herr Hahn ist nicht im Seminar. Ich bin überglücklich. Leider erscheint er 30 Minuten später, er stand wohl mit seinem Auto im Stau. Allerdings verhält er sich unwahrscheinlich ruhig, was wohl daran liegt, dass er hinter einem Berg Geschirr sitzt, das da steht, weil das Studentenwerk es noch nicht abgeholt hat. 10 Minuten vor Ende des Seminars kommt dann jemand rein und räumt unter großem Lärm das ganze Zeug vom Tisch. Im Seminar wissen  weder Dozent noch Student, wann die Seeschlacht von Kopenhagen war. Glücklicher Weise kann ich unterm Tisch googlen. Beim Pubquiz versagen wir mal wieder.

Dienstag. Ich weiß wirklich nicht, was passiert ist. Interessant, dieses Kurzzeitgedächtnis.

Mittwoch. Dito.

Donnerstag. Ich gehe teuer frühstücken und unterhalte mich über die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere. Ich fühle mich wahnsinnig alt und frage mich, wie wir auf das Gesprächsthema gekommen sind. Ahja, am Nachbartisch saß ein extrem süßes Kleinkind, das mich ständig geblickfickt hat (achja, 2-jährige können das gar nicht), dann hat es mich geblickflasht. Danach mache ich eine Mützenberatung. Ich bin da äußerst schlecht drin…:

Danach setze ich mich bei Starbucks rein, weil ich eine Stunde lang die Zeit totschlagen muss. Blöder Weise setzen sich zwei Lehramtsstudentinnen der besonderen Art neben mich, die mich zu folgenden Tweets inspirieren:

Danach fahre ich meinen Arbeitsvertrag unterschreiben und leide unter einer Koffeinvergiftung. Später finde ich heraus, warum Herr Hahn so viel Geld hat.

Freitag. Weil die ARD die ersten 24 Folgen Verbotene Liebe online gestellt hat, habe ich den ganzen Tag nichts besseres zu tun als die unglaublich bescheuerte Geschichte von Jan Brandner und Julia von Anstetten zu verfolgen inklusive so kongenialer Aussprüche wie “Snowboard, die Variante mit nur einem Ski”, it’s oh so 1995 (mir fällt ein: da war ich 7).

Samstag. The boyfriend is in town, therefore gammeln wir ziemlich lange herum und machen uns dann zum Altstadtflohmarkt auf, wo der Freund ein Flixbuch zum Preis von 3 Euro schießt, begleitet werden wir dabei vom Fräulein Zorro, das wir diverse Male davon abhalten müssen emotional zu kollabieren, weil gewisse SMS nicht kommen. Kaufe ein erstes Weihnachtsgeschenk. Gehen dann auf eine “Vernissage” vom Bonner Streetartisten in einem Klamottenladen. Bisschen enttäuschend, es gibt nur eine handvoll Bilder zu sehen (die Han Solo Konservenbüchse wurde schmerzlichst vermisst).

Sonntag. Wieder mal lange schlafen. Weil der Kühlschrank leer ist, müssen wir leider hungern. Später gucke ich noch den Baskets beim Verlieren zu (ich glaube mittlerweile, dass ich mir das besser nicht mehr live angucke, immer wenn ich mal nicht in der Halle bin, gewinnen die plötzlich).

La semaine 48

Montag. Spontan anderen Dozenten in die Übung gesetzt bekommen, wie sich Übungen durch Dozentenwechsel verändern können. Beim Pubquiz mal wieder auf Platz 5. Ach ja, irgendwie sind wir darauf geparkt.

Dienstag. Schlafe viel zu lange und lerne dann noch was über die deutsche Flottenpolitik der 1890er Jahre. Dann halte ich das mit Abstand schlechteste Referat meiner Unilaufbahn.

Mittwoch. Es passiert wirklich absolut gar nichts.

Donnerstag. Versuche früh aufzustehen. Wenn man bedenkt, dass 10 Uhr für meinen Schlafrhythmus schon wirklich früh ist, ist mir das gelungen. Herr Hahn ist anscheinend ein wandelnder Geldtransporter und spendiert unserem Seminar eine dreitägige Reise ins europäische Ausland, in der Übung spendiert er uns eine eintägige Exkursion. Ich bin nicht käuflich. Danach auf dem Weihnachtsmarkt bei gefühlten 12 Grad dazu entschieden, keinen Glühwein zu trinken.

Freitag. Nach 3 Stunden Schlaf stehe ich um 5 Uhr morgens auf, um um 6 Uhr 22 den ICE nach Berlin zu nehmen. Dort komme ich um halb 12 an. Latsche über den Kudamm und gucke mir das Udo Lindenberg Musical an. Muss man nicht haben.

Samstag. Einkaufen und Deutsches Historisches Museum. Nachmittags treffe ich die grandiose @orbisclaudiae auf einem der 8000 Weihnachtsmärkte Berlins. Berliner Weihnachtsmärkte sind voll nix und nur für ausländische Touris gemacht. Aus den Boxen da plärrt nämlich Schlager und Ballermannhits und noch anderer Scheiß. Ach ja und Ponyreiten gibt’s auch. Abends geht’s in den Gott des Gemetzels. Gucken Sie sich den an!

Sonntag. Hygienemuseum der Charité. Nicht wirklich lecker da. Aber bahbahbah. Von 17 bis 23.30 Uhr im Zug sitzen. Bonn ist ganz schön klein.

La semaine 47

Montag. Ich verschlafe und verpasse deswegen die großzügige Exkursion, die uns Herr Hahn ins europäische Ausland spendiert. Unterbesetzt im Pubquiz, trotzdem 5. Platz.

Dienstag. Mache einige Dinge kaputt und streite mich mit einem Markthändler.

Mittwoch. Bekomme brieflich meine Bachelor-Endnote mitgeteilt. Zudem lasse ich meine stark-lädierte linke Hand fachfraulich begutachten.

Donnerstag. Bin mal wieder Castingtechnisch unterwegs.

Freitag. Suche Bücher in der ULB und kaufe Mullbinden.

Samstag. Fahre nach Aachen, auf der Rückfahrt präsentieren mir alle Bahnunternehmen Deutschlands ihre komplette Inkompetenz inklusive Androhung eines Polizeieinsatzes.

Sonntag. Geflasht von Samstag schlafe ich lange und gucke dann den Telekom Baskets Bonn beim Verlieren zu.

La semaine 46

Montag. Herr Hahn schafft es endgültig mich in den Wahnsinn zu treiben. Seitdem kreisen alle meine Gedanken darum, wie ich ihn so richtig bloßstellen kann. Er hat es einfach nicht anders verdient. Lerne, dass Rumänien komplett korrupt ist. Behauptet zumindest der ein oder andere. Ich lasse das mal dahingestellt. Will Brot kaufen. Das Brot gibt es aber nur in der 1,5 Kilo Version, rechne meinen Brotverbrauch durch. Könnte mich von dem Brot 18 Monate ernähren. Kaufe zwei Brötchen.

Dienstag. Versäume die Lieblingsvorlesung und gehe stattdessen essen. Vorher aber gehe ich auf den Markt, weil Anke Gröner sagt, dass das toll ist. Ist es auch. Für sage und schreibe 6 Euro kaufe ich Tomaten, Blumenkohl, Knoblauch, Rucola und 20 Saftorangen. Danach verlebe ich 2 Stunden, die sich anfühlen wie 4. Abends gieße ich mir einen Liter kochendes Wasser über die Hand, weswegen ich erst gegen halb 5 morgens einschlafe und dennoch alle 10 Minuten wach werde, um meine Hand in die Wasserschüssel neben meinem Bett zu tunken.

Mittwoch. Schlafe bis 12. Meine Hand sieht einigermaßen witzig aus und tut weh. Wünsche der Nachbarin einen tollen Urlaub in Oxford. Danach begebe ich mich in die Apotheke und lege meine Hand auf den Tisch. Der zugegeben ziemlich gutaussehende Jung-Apotheker hat nicht so recht Ahnung, was meiner Hand gut tut. Ich auch nicht so recht, obwohl ich eine telefonische Behandlung in Anspruch genommen, den Namen der empfohlenen Salbe aber vergessen habe. Glücklicher Weise kann der Oberapothekerhäuptling weiterhelfen, weswegen ich 4,95 Euro für ein Gel ausgebe. Das schmiere ich mir für den Rest des Tages alle 10 Minuten auf die Hand.

Donnerstag. Heule meine Mutter voll, wie weh die blöde Hand tut. Fahre nach Hause und gehe da in ein Konzert von Tommy Emmanuel, es ist ganz nett, aber er spielt mir ein bisschen zu lange (ich hätte auch nicht gedacht, dass das geht):

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=hOw6gCPDEQ8?rel=0&w=420&h=315]

Zuhause wird meine Hand endlich fachmännisch behandelt.

Freitag. Kaufe für den Hasen Obstsalat. Der Hase ist ein Feinschmecker und frisst nur getrocknete Erdbeeren, Bananenchips sind nicht so seins. Dafür mag der Freund sie, der sie allerdings angewidert wegstellt als er merkt, dass das Hasenfutter ist. Gucke den Comedy Grandprix, weil ich quasi dazu gezwungen wurde.

Samstag. Besuch bei den Großeltern. Wehrmachtstelefone angucken. Verband wechseln, die Hand sieht immer ekliger aus, was aber wohl bedeutet, dass sie heilt.

Sonntag. Brutal frühes Aufstehen. Zurück nach Bonn. Essen gehen. Referatzeug lesen. Böse Sticheleien gegen Herrn Hahn aufschreiben, überlegen, ob das kindisch ist oder ob ich die morgen wirklich abfeuern soll, eine ist:

“Es ist ja so: Wilhelm II. studierte zehn Fächer in vier Semestern. Man könnte das heutzutage wohl am besten mit dem Seniorenstudium vergleichen. Im Gegensatz zu einem vermutlich verfolgten, breiten Wissen, wird dabei aber nur ein oberflächliches Wissen erzeugt, mit dem man wahrscheinlich auf internationalen Empfängen noch mäßig glänzen kann, mit dem man aber sonst recht wenig anfangen kann. Es handelte sich beim Studium Wilhelm II. wohl eher um 2 Jahre Trunksucht mit mäßiger Bildung, ganz anders übrigens als sie sein Vater und seine Mutter genossen hatten. Für weitere Ausführungen stehe ich am Ende der Stunde zur Verfügung, wenn sich jemand interessieren sollte.”

Drehe ein Tutorialvideo.

La semaine 45

(Abwarten und Tee trinken)

Montag. Herr Hahn sagt: “Historiker haben keine Ahnung von Geographie.” Ich stöhne, zuvor habe ich den Soapstar gespottet, der an meiner Unitersivät studiert. Gehe essen und werde ärmer, weiß, wann in Deutschland Verfassungstag ist. Bin voll beeindruckend.

Dienstag. Sitze von Seniorenstudenten umzingelt in einer Vorlesung, sobald ich mich zwei Milimeter bewege, werde ich blöd angeguckt. Dann gehe ich in eine Ringvorlesung zum Historischen Seminar der Unitersivät Bonn. Ich lerne einiges über Ernst Moritz Arndt. Z.B. dass während des 1. Weltkrieges ein Arndt-Tempel auf dem Bonner Münsterplatz stand, indem eine “Arndteiche” stand in die man gegen Gebühr eiserne Nägel schlagen durfte. Finde, man sollte das Ding dringend mal rekonstruieren, ich sehe da einen Heidenspaß auf mich zukommen.

Mittwoch. Schlaaaaaaaaaaaaaf. Radio. Schlaaaaaaaaaaaaf.

Donnerstag. Lange Schlafen, in die Uni, Herrn Hahn dissen, Fotos machen, nach Hause fahren. Lesen.

Freitag. Serien gucken. Schlafen.

Samstag. Putzen (wirklich ernsthaft 5 Stunden). Sieht trotzdem nicht besonders gut aus. Einkaufen und Dips machen und Käsespießchen und Tomate-Mozzarella-Salat. Dann 10 Leute auf 26m². Dann Cocktailtrinken, dann kurz 23 werden, tolle Geschenke bekommen, mich umarmen lassen (hach).

Sonntag. Carpeeeeeeee. Um 10 Uhr von Geburtstagsglückwünschen geweckt werden, dann Familienbesuch, Familie schickt eine Abgeordnete, die ordentlich Kuchen mitbringt, ein ganzer Kuchen für zwei Leute. Grandiost. Dann Basketsspiel gucken, die Baskets verlieren, aber ich kann es verschmerzen. Dann kommt noch ein Familienmitglied und bringt mir sein Geschenk vorbei und jetzt bin ich müde und kann leider nicht weiterschreiben.