Yogilates

Die Kurse im Fitti habe ich seit der Abgabe meiner Bachelor-Arbeit sträflichst vernachlässigt. Nach der Begegnung mit der Power-Russin hatte ich auch längere Zeit Angst vor Pilates. Yoga hingegen fand ich immer sehr toll, auch wenn ich dabei immer aussah als würde ich gerade ein Weltraumtraining absolvieren. Seit kurzem gibt es im Fitti aber Yogilates und ich dachte: probierst du es halt mal aus. (mehr …)

La semaine 11 en 2012

Montag. Ich schlafe länger und fahre dann nach Bonn, wo wir beim Pubquiz Sechster werden. Dieses Mal brauche ich noch nicht mal die Hilfe der Sportfreaks beim Beantworten der üblichen Tennisfragen. Dass Michael Stich als letzter Deutscher Wimbledon gewonnen hat, wurde mir am Wochenende lange genug eingetrichtert.

Dienstag. Ich arbeite länger und hasse Word mehr und mehr. Abends geht es mit den Arbeitskollegen essen.

Mittwoch. Im Radio ist die Musikdatenbank ausgefallen, weswegen wir das spielen, was wir noch haben: Trash. Entgegen einiger Vermutungen kommt es bei den Hörern ziemlich gut an. Was evtl. daran liegt, dass wir ihre beschissenen Musikwünsche tatsächlich spielen. So dudeln Britneys One more time, Sarahs From Sarah with Love und Eiffel 65s Blue über die Antenne. Eine Katze wird mit Helge Schneiders Katzenklo gegrüßt. Yes.

Donnerstag. Ich geh ins Fitti, wo außer der Nachbarin und mir eigentlich nur Rentnerinnen rumlaufen. Ich bin untrainiert. Ich sollte öfters dahin gehen. Vielleicht gibt es demnächst dann wieder einen Fitti-Blogeintrag über Yogilates.

Freitag. Arbeiten, Eiskaffee trinken, Exilsoester vorbeikommen lassen. Ins Pub gehen, weil man da heute 250 Euro gewinnen kann. Können, haha.

Samstag. Das Fahrrad ist kaputt. Ich kaufe neue Reifen und neue Schläuche, dann scheitern wir aber an einer Mutter und können deswegen das Hinterrad nicht ausbauen. Seitdem steht das Fahrrad Kopf und wird demnächst professionelleren Händen überlassen.

Sonntag. Ich gehe spazieren und esse Eis.

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What I read:

Nulla poena sine culpa

Isolationshaft

Grüne Hybris: Warum der ethisch korrekte Kunde ein Mythos ist

.die sommerverschwörung

FDP verzockt sich im NRW-Etatpoker

Der Bestattungsschlagersänger

Der Perverse ist immer der Böse

Wie das so ist

Der Druck steigt

Wanderhuren und Topmodels

Wie die Sprache das Denken formt

Frühlingsdepression

Ich hasse den Frühling. Sie können sich gar nicht vorstellen wie abgrundtief. Seit zwei Tagen scheint die Sonne und die Temperaturen liegen über 15° Celsius. Die ersten Schneeglöckchen sterben und meine Laune ist noch schlimmer als sonst. Das ist keine Aggrotüde, das ist meine Realität.

(mehr …)

Liebe Verlage, liebes Leistungsschutzrecht,

Es gab anscheinend mal eine Zeit in Deutschland, eine Zeit, in der ich sogar schon Luft atmen konnte. Irgendwie herrschte da irgendwie eine andere Mentalität in diesem Land, was freie Berichterstattung angeht:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=mP5y4P1IPQ8]

Und jetzt könnt ihr euch eine Verschwörungstheorie eurer Wahl stricken, warum sich das geändert hat.

Ich hätte da im Angebot:

– nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erkannten auch endlich die öffentlich-rechtlichen Sender, dass eine Gratismentalität nicht länger geduldet werden kann.

– die Einschaltquoten der privaten Berichterstattung über den Davis-Cup waren höher als die der öffentlich-rechtlichen.

– Den Zeitungen ging es damals noch gut. Den Verlagen erst recht. Heute ist das ja anders. Wäre es damals schon so gewesen, hätte man den Davis-Cup wahrscheinlich komplett unter den Tisch fallen lassen.

Sollten Sie weitere Verschwörungstheorien auf Lager haben, so posten Sie sie doch einfach.

La semaine 10 en 2012

Montag. Ich sitze im Radiostudio, wo alle drei Minuten irgendetwas ausfällt. Um halb 4 fällt dann alles aus, weswegen ich beschließe zu gehen und das Studio sich selbst zu überlassen. Beim Pubquiz abends, weiß ich immerhin welcher ranghohe Nazi in Ägypten geboren wurde, wir werden trotzdem nur Sechster.

Dienstag. Ich gehe arbeiten. Danach gehe ich in die Universität, um zu erfahren, dass ich etwas über den Gang nach Canossa herausfinden muss. Ich habe ca. keinerlei Motivation dazu, aber Heinrich IV. hat mich jetzt zu interessieren.

Mittwoch. Ich pumpe die Reifen meines Fahrrades auf und bemerke, dass die Gangschaltung nicht mehr funktioniert, trotzdem fahre ich damit in die Innenstadt, wo ich bemerke, dass Fahrradfahrer Fußgängern in etwa so egal sind wie Autofahrern. Sogleich bekomme ich beim AStA einen halben Herzinfarkt, was nur bedingt an meiner Fahrradtour liegt. Im Radiostudio ist wieder fast alles heile, aber das, was noch “kaputt” ist, repariere ich sogar selbst.

Donnerstag. Ich gehe zur Gesamt-AStA-Sitzung, die dämlicher Weise GAS abgekürzt wird. Die Gesamt-AStA-Sitzung ist voll ähh spannend. Danach versuche ich mich mit Heineken zu betrinken, was scheitert.

Freitag. Ich gehe arbeiten, danach kopiere ich beim AStA 300 Seiten Papier. Dann bringe ich eine CD in die hiesige Privatradiostation, wo man gleich versucht, mich zum partizipieren zu bekommen, dazu brauche ich nur mehr Zeit. Abends zerschneide ich 300 kopierte Seiten mit einer Schere in 1200 Flyer, weil ich zu blöd bin eine Schneidemaschine zu bedienen.

Samstag. Ich fahre nach Aachen, wo ich das Grab meines Großvaters besuche, der an diesem Tag in diesem Jahr 100 geworden wäre.

Sonntag. Ich gehe in eine Messe für meinen toten Opa. Dann fahre ich zum Geburtstag meines Onkels. So far, la semaine 10 en 2012.

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What I read:

BAföG-Zahlungen
Wie schnell die Anträge in Bonn bearbeitet werden

We got trouble.

KONY2012 und Invisible Children

Think Twice Before Donating to Kony 2012, the Charitable Meme du Jour

“Eine sehr opportunistische und biegsame Politikerin”

Mein aktuelles Problem mit Facebook

Call for Papers: Germany/Senegal – Ghana

Wohltätigkeit und Effektivität

Räuber! Mörder!

MEIN LIEBESLEBEN.. TEIL 1.

The Soft Bigotry of Kony 2012

BRAVE NEW WORLD? “KONY 2012″ UND DIE POSTDEMOKRATIE

La semaine 9 en 2012

Montag. Ich schlafe relativ lange, weswegen es mich besonders aufregt, dass Bonn ein Kaff voller Einbahnstraßen ist. Nach drei gelebten Jahren in dieser Stadt, finde ich, dass ich mich auch ein wenig über sie aufregen darf. Ich kaufe auf dem Markt Mangold und Fenchel. Fenchel mag ich eigentlich nicht, aber ich habe beschlossen, ihm noch einmal eine Chance zu geben. Mangold habe ich noch nie gegessen, da er so ähnlich wie Spinat schmecken soll, habe ich allerdings nicht allzu große Angst vor ihm. Dazu kaufe ich äußerst leckere Weintrauben. Parallel google ich Mangold-Fenchel-Rezepte, denke dann aber, dass das wahrscheinlich nicht schmeckt. Wir siegen zum ersten Mal beim Pubquiz. Meine Belohnung ist ein halber Liter Coke Light, den ich für den Geschmack eines gewissen Mitquizzers zu langsam trinke. Außerdem wird sich Ariakan wohl die nächsten 50 Jahre vorwerfen, dass er nicht wusste, welches Getränk 18-Schlag-mich-tot auf Kuba zum ersten Mal produziert wurde.

Dienstag. Arbeiten. Nachdem ich in der Nacht zuvor bis 4 Uhr daran gearbeitet habe das Buch von Jonathan Safran Foer auszulesen, das eh schon alle kennen, stehe ich um 8 Uhr mit einem schmerzenden Kopf auf (ich habe halt zu wenig geschlafen) und begebe mich zur Arbeit. Von der Arbeit zurück, schlafe ich zwei Stunden und fahre dann zu meinem ehrenamtlichen Bürojob. Von dort fahre ich in einer länger dauernden Odyssee durch Bonn.

Mittwoch. Ich schlafe bis 12. Auch danach tu ich nicht wirklich produktive Dinge, was sehr angenehm ist.

Donnerstag. Ich schlafe wieder sehr lange, zerbreche mir kurzzeitig den Kopf über eine Hausarbeit zum Thema Heinrich IV., das ist der mit dem Gang nach Canossa. Da würde ich jetzt auch gerne hingehen und mit dem Papst im Kettenhemd tanzen. Leider ist das eher unwahrscheinlich. Dann gehe ich einkaufen und schleppe ca. 10 Kilogramm nach Hause. Abends probiere ich mich dann an einer Mangoldvariation. Ich weiß gar nicht, wie man Mangold zubereitet. Also koche ich ihn für ca. 5 Minuten in Salzwasser, fische ihn dann aus eben jenem und gieße das Mangoldwasser ab. Dann kippe ich stattdessen 250 ml Sahne (hallo, Laktoseintoleranz, du kannst mich mal [doch nicht, aber das ist eine andere Geschichte]) in den Topf, 5 Cocktailtomaten, 3 gestrichene Teelöffel Tomatenmark, Muskat, Salz und Pfeffer folgen. Dann noch der Mangold. Dazu gibt es dann Nudeln. Ich mag Mangold zwar, meine Kochvariationskünste allerdings nicht. Dafür, dass ich ein Kochbuch habe, indem ein Cola-Braten drin steht, finde ich aber, dass ich noch relativ okay im Variieren bin.

Freitag. Ich gehe arbeiten. Der Arbeitskollege ist nach gefühlten 35 Wochen krankheitsbedingter Abwesenheit auch wieder da, aber schon wieder verschnupft. Deswegen kann ich auch nicht so richtig damit umgehen, dass er meine Nähe sucht (falls du hier mitliest, sorry). Beim Mittagessen stelle ich fest, dass ich sehr wenige deutsche Städte aktiv besucht habe. Zuhause gucke ich komische Hitlisten und Ruhrpottköchen zu. Dann kriege ich Besuch.

Samstag. Nach längerem emotionalem Achterbahnfahren geht es in die Stadt, wo ich mich wieder verschulde. Abends versuchen der Exilsoester, Herr Derix und ich uns die Eiserne Lady in dem Kino anzugucken, das oben auf dem Foto zu sehen ist. Leider wollen das viele andere Menschen auch. Deswegen stellen wir uns gar nicht erst an. Ich hätte nie gedacht, dass OmU gar nicht so viele Menschen abschreckt. Stattdessen gehen wir in eine Kneipe, wo eine sehr unfreundliche Frau bedient. Ich darf das sagen, ich hatte mittlerweile drei Mal das Vergnügen und sie war, egal mit wem ich da war (Eltern, Freunde, Haustiere, Erbfeinde), immer unfreundlich. Die einzig möglichen Schlussfolgerungen: sie hasst mich oder ist prinzipiell so. Herr Derix sieht übrigens aus als wäre er in eine Kneipenschlägerei geraten. Ist er gar nicht.

Sonntag. Bastele Salat mit angedünstetem Fenchel. Schmeckt grottig. Mein Laptop wird neu aufgesetzt, die integrierte Webcam tut es trotzdem nicht. Die Baskets verlieren. Gladbach verliert, alles schrecklich (zumindest für Herrn Derix, dessen Auge auch immer noch nach Kneipenschlägerei aussieht). Beim Wochenausklangsessen sitzt fast die halbe Basketballmannschaft im Vapiano (eine halbe Basketballmannschaft besteht aus 2,5 Personen, wie ich heute erfuhr). Um die Sache rund zu machen: der Spieler, der da u.a. sitzt, hat als Nachnamen ein Gemüse, das ich in dieser Woche verzehrt habe.

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What I read:

Ada Blitzkrieg guckt alles

royal news.

soulsearching

Ein Abend mit Soße

Im Soundcheck: Deichkind

“Gott ist mit den Doofen” – und mit Helgoland

Der Anti-Gauck

Bafög-Engpass in Nordrhein-Westfalen

Bauch rein, Brust raus, Po auch – Update

La semaine 8 en 2012

Montag. Ich begebe mich in den Resttrubel des rheinländischen Ausnahmezustandes. Ich finde derlei Veranstaltungen immer so “nun, ja, gut”. Man muss hier geboren sein, denke ich. Wobei ich es ja versucht habe. Im Sauerland. Als Tanzmariechen. Ich, ja. Glauben Sie nicht, dass ich irgendwas wie einen Spagat jemals beherrscht habe, aber at least I have tried. Das ist auch das, was ich über den Bonner Rosenmontagszug sagen würde. Eine eher mhm ja, ich beleidige hier jetzt niemanden Veranstaltung. Ich fange nichts. Dafür bin ich halbwegs verkleidet (einmal die hässlichsten Sachen des Kleiderschranks miteinander kopiert und soviel Zeug ins Gesicht geklatscht, dass Cindy aus Marzahn vor Neid selbst unter der Asitoasterbräune erblassen würde) und schaffe es, in zwei Stunden eine Flasche Bier auszutrinken. Ich trage übrigens 10-cm-hohe Espadrilles und darin Socken! Trotzdem friere ich natürlich und als ich zuhause bin schlafe ich erstmal fünf Stunden. Karnevalsbedingt findet das Pubquiz trotzdem statt. Wir werden Dritter – von sechs. Supertoll. Nicht.

Dienstag. Arbeit, wondervoll. Ich darf kyrillische Texte formatieren. I like. Ich schaue abends ‘The Artist’. Mhm, ja, geht so. Geht vor allem so, weil in der letzten Reihe ein Seniorenpärchen seine Liebe wiederentdeckt und deswegen den ganzen Film lang pausenlos quatscht. Ich habe nichts gegen Gespräche im Kino, ich rede selber. ABER VERFICKTE SCHEIßE ICH REDE NICHT 45 MINUTEN AM STÜCK! Nachdem ich mir während eines STUMMFILMS 45 Minuten lang Gemurmel aus der letzten Reihe angetan habe, drehe ich mich um und frage, ob es möglich sei, etwas leiser zu reden. Augenblicklich drehen sich alle Augenpaare im Kino zu mir um und mit dieser Aussage passe ich mich dem geistigen Altersdurchschnitt der Nörgelrentner, die dieses Kino am liebsten besuchen, rasend schnell an.

Mittwoch. Mein Kopf explodiert nur leicht, dazu ist alles, was warm werden könnte, im Haus ausgefallen. Großartig. Ich wickele mich in die wärmsten Klamotten, die ich habe, ein und gehe einkaufen. Ich treffe währenddessen eine Menge komischer Menschen, die mich wahrscheinlich ebenso komisch finde, wie ich sie. Normaler Weise bin ich recht gut im Umgang mit alten Menschen, aber diese Woche fordern sie mich wirklich heraus. Ich beschließe daher, der Menschheitsgeschichte nicht weiter auf die Nerven zu fallen und zuhause die Republik Verschnöttistan auszurufen. Gelo Myrtol forte sei Dank.

Donnerstag. Um 14 Uhr ist das Wasser wieder warm. Um 16 Uhr caste ich 8 Menschen. Um 22 Uhr bin ich zuhause. Mehr ist zu diesem Tag nicht zu sagen.

Freitag. Ich arbeite und versuche dann eine Sprechstunde beim Prof. zu ergattern, die erste ist schon voll, also werde ich in Anfang März heimsuchen müssen, um ihm zu offenbaren, dass ich absolut keine Ahnung habe, was ich ihm für eine Hausarbeit schreiben soll. Lese deswegen interessante Bücher über “Warum ist es eigentlich so schwer Biographien zu schreiben?”

Samstag. Werde an der Aral-Tankstelle beschissen, eher von Payback und von denen auch noch nicht mal so richtig. Aber ich kriege leider nicht die 7-fache Paybackpunktzahl. Und dann ist das Wasser auch schon wieder nicht richtig warm. Ich flüchte ins Sauerland, wo ich bade und dann dauerschlafe.

Sonntag. Sieht ca. exakt so aus wie der Samstag.

La semaine 7 en 2012

Montag. Ich besteige den Bus gen Innenstadt, um meine Alma Mater zu besuchen. Kurz nach der Abgabe meiner BA mit dem tollen Titel ‘Schwere Vermittlung: der Hitler-Stalin-Pakt in der zeitgenössischen deutschen Presse’ am 30.9.2011, hat sie es nämlich mittlerweile fertig gebracht mein Bachelorzeugnis auszudrucken. From now on you can call me Bachelorette of Arts. Leider ist im Prüfungsamt niemand zugegen, der mir eine eigene RTL-Show anbietet. Danach werfe ich in vollkommener Selbstlosigkeit das Bewerbungsportfolio der Nachbarin für ihren ERASMUS-Aufenthalt ein und gehe zur liebsten aller Radiostationen, obwohl ich meine komplette Sendevorbereitung zuhause habe liegen lassen. In den der Sendung folgenden Stunden versuche ich hektischst meine Wohnung aufzuräumen, was mir kaum gelingt. Beim Pubquiz sind wir stark unterbesetzt, was uns aber nicht daran hindert, auf einem der gängigen Plätze zu landen.

Dienstag. Arbeit und eine Redaktionssitzung während der ich mir den Hintern abfriere.

Mittwoch. Arbeit, ULB, aufräumen. Elterlicher Besuch, der mir das Geschirr abwäscht und mich zum Essen einlädt. Im Gegenzug überlasse ich ihm mein Bett und ertrage ein fünfstündiges Schnarchkonzert.

Donnerstag. Reste einpacken, Auto besteigen, Zug besteigen. Das karnevalistische Rheinland verlassen. In Frankfurt ankommen, um auch diese Streikhochburg zu verlassen. Nachdem ich bei der Sicherheitskontrolle meinen Gürtel liegen lasse und wir für 50 Mark 3 Bagel und drei Kaffee gekauft haben, startet unsere Icelandairmaschine eine Stunde und 20 Minuten vor offiziellem Streikbeginn gen Reykjavík. Um genauer zu sein gen Keflavik. Icelandair hat einen isländischen DJ besorgt, der die Boardmusikmaschine mit guter Musik bestückt. Während des Wochenendes schnappe ich irgendwo den Satz auf “Alternative music is mainstream in Iceland.” Kann ich unterschreiben. Wir landen in Keflavik, kaufen überteuertes Dosenbier und boarden den Flybus, der kostenloses WiFi hat und das sogar ohne, dass man irgendwelche Daten preisgeben muss. Unser Hotel in Reykjavík ist 50 Meter von der Startbahn des örtlichen Flughafens entfernt:

In Reykjavík essen sie übrigens Papageientaucher und verrotteten Hai. Nach einem echt-isländischen Nudelmenü (haha) geht’s durch die Einkaufsstraße, wo natürlich schon alles zu hat, abgesehen von den Supermärkten, die anscheinend 24/7 öffnen dürfen. Die Post arbeitet aber z.B. nur von montags bis freitags. Müde vom Tag geht’s ins Bett.

Freitag. Besuch in der Blauen Lagune. Während uns der Bus dahinkarrt entnehme ich Twitter, dass der deutsche Bundespräsident zurückgetreten ist. Mein Vater okkupiert daraufhin mein Smartphone, um SpOn zu lesen. In der Blauen Lagune liegt die Wassertemperatur bei 37 – 40° Celsius, die Außentemperatur dafür unter 0° Celsius. Ergo frieren meine Wimpern ein. Sehr angenehm. Dafür gibt es aber eine Bar mitten in der Lagune, wo man Bier, Softdrinks und Eis erwerben kann (ganz neumodisch mit diesen Dongel-Armbändern). Ich esse also bei -4° Außentemperatur ein Magnum Almond und lasse es mir auch sonst gut gehen. Das Aufenthalte in dieser Lagune allerdings dazu führen, dass meine Haare nur ganz leicht verfilzen, stört mich dann wiederum. Vielleicht arbeitet die Lagune mit der netten Bonner Friseurtante aus La semaine 6 zusammen. Der Bus lässt uns in Reykjavík raus, wo wir erstmal Kaffee trinken und auch hier gibt’s natürlich wieder Gratis-WiFi. Dann gucken wir eines der Wahrzeichen Reykjavíks an, das mich – wahrscheinlich aufgrund seines Anfangsbaujahres – an NS-Architektur erinnert:

In der Kirche gibt es übrigens einen Gruß aus der (Wahl)Heimat:

Abends versuchen wir die Nordlichter zu sehen. Allerdings erweist sich das als äußerst schwierig. Unser Guide erzählt uns lustige Islandstorys und es ist einfach sehr amüsant, Isländern beim Englischsprechen zuzuhören, weil ziemlich knuffig. Weil wir die Nordlichter nicht zu Gesicht bekommen haben, haben wir jetzt lebenslangen Anspruch darauf, diese Tour sooft zu machen, bis wir die Nordlichter gesehen haben. Nett, diese Isländer.

Samstag. Eine Circle-Tour über die Insel. Wir sehen:

Einen Wasserfall.

Einen Geysir.

Und die isländische Parlamentswiese. Die Isländer hielten es nämlich zu Beginn des vergangenen Jahrtausends für vollkommen okay, ihr Parlament unter freiem Himmel abzuhalten. Ich halte das besonders im Winter für eher unokay. Daneben laufe ich auch daher, wo die eurasische und die nordamerikanische Kontinentalplatte aufeinander treffen. Abends geht es Essen und dann ist die Zeit auf Island schon vorbei.

Sonntag. Aufstehen um 5 Uhr Ortszeit bedeutet Aufstehen um 6 Uhr kontinentaleuropäischer Zeit. Richtig hell ist es natürlich noch nicht, das wird es in Island erst um halb 10. Um 7.35 Uhr fliegen wir mit dem Icelandairflugzeug, das auf diesen schönen Namen hört, zurück nach Frankfurt:

Nach der Landung in Frankfurt verbringe ich 45 Minuten damit meinen Gürtel wiederzufinden, der im Lost & Found Büro rumliegt. Dort liegen haufenweise Gürtel. Ich finde meinen und befreie ihn gegen eine Bearbeitungsgebühr von 4 Euro. Dann geht’s zurück nach Bonn, wo ich den Rest des Tages damit verbringe, den Schlaf nachzuholen, den ich in Island nicht hatte.

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Links of the week:

TOP 10 ROMANTIC MOVIES FOR GEEKS

Die 25 dringendsten Eil-Meldungen seit 1951 

(das ist ein Versuch, ich habe in der letzten Woche mehr Zeug gelesen, aber das hier war das Einzige, was ich gebookmarkt habe)

Hallo, ihr blöden SEOs!

Seit längerem kriege ich regelmäßig folgende E-mail zugeschickt:

Hallo,

Ich werde diese Gelegenheit nutzen, um mich vorzustellen.
Mein Name ist beliebig ausgewählter Name, der gar nichts zur Sache tut ich arbeite als SEO Manager
für wirtunsoalsobunsereWebsitetrafficerzielenwuerde.com

Ich mache eine Recherche für einen meiner Partner und dabei bin
ich auf [Ihre Homepage] gestoßen.
Ich habe einige interessante Vorschläge für Sieund ich möchte Ihnen
weitere Informationen darüber geben.

Als SEO-Experte betreue ich viele Qualität Websites, die zu Ihrer Seite passen
könnten und Ihrer Webseite zu höheren Rankings & Besucherzahlen zu verhelfen.

Wenn Sie daran interessiert sind, würde ich mich freuen, Ihnen
zusätzliche Informationen und alle erforderlichen Details zuzusenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Name, der nichts zur Sache tut
NamedernichtszurSachetut@wirtunsoalsobunsereWebsitetrafficerzielenwuerde.com
wirtunsoalsobunsereWebsitetrafficerzielenwuerde.com

https://de.linkedin.com/in/NamedernichtszurSachetut

Nach der hundersten E-mail in den letzten Tage, juckte es mir dann doch in den Fingern. Ich weiß, dass es nichts bringt, aber es macht mir so viel Spaß!

Sehr geehrter Name, der nichts zur Sache tut,

1. wenn Sie mir eine Zusammenarbeit anbieten möchten, würde ich an Ihrer Stelle nicht an meine Gewinnspiel-Adresse schreiben.

2. Ich bin an einer Zusammenarbeit nicht interessiert und wünsche auch keine weiteren E-mails von Ihnen und Ihren Kollegen.

3. Evtl. sollten Sie an Ihrem vorgefertigten E-mailformular noch ein wenig arbeiten. In Zeile sieben fehlt ein Leerzeichen.

Mit freundlichen Grüßen
ellebil

La semaine 6 en 2012

Montag. Ich beschließe nach vier Monaten mal wieder zum Friseur zu gehen. Ich hätte es lassen sollen. Die Dame, die in dem Laden arbeitet mit dem ich bislang immer gute Erfahrungen gemacht hatte, macht alle gute Arbeit ihrer Kollegen zunichte. Sie hält es für ein Verbrechen an der Menschheit, vier Monate nicht zum Friseur zu gehen und sieht sich außer Lage “Schnitt” in meine Haare zu bringen (das war mein einziger Wunsch). Es ist auch vollkommen unmöglich, meine Haare durchzustufen, denn dafür sind sie zu dünn (?). Ich war ja immer der Meinung, dass gerade das dünne Haare dadurch an Volumen gewinnen würden. Aber was Friseure können und so. Anstatt aufzustehen und zu gehen, entscheide ich mich dazu 1,5 Zentimeter von meinen Haaren zu verlieren. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass die Frau mir mindestens 3 Zentimeter innerhalb von fünf Minuten (länger brauchte sich nicht) abschnitt. Ich sehe jetzt immer noch blöd aus, aber sie hatte mir ja nichts anderes prophezeit. Abends treffe ich beim Geldabheben die Meckerliese. Die Meckerliese sitzt ab und zu mal bei mir im Bus und fühlt sich da von allem gestört. Wenn man sie zum Beispiel mit der Jacke streift, wird man direkt vor ein Kriegstribunal der Meckerliese gestellt. Die Meckerliese ist quasi ich, nur dass sie ausspricht was sie denkt. Heute sind wir ihr zu laut, weil sie eine Überweisung machen und sich konzentrieren muss und das geht nicht, wenn wir uns beim Geldabheben unterhalten. Beim Pubquiz verlieren wir mal wieder, kennen aber wenigstens 8 von 10 Stars in ihren 40ern.

Dienstag. Ich habe eine 8-stündige Schulung. Danach geht es auf den Geburtstag von Herrn Derix, den ich erst um halb 5 verlasse. Eigentlich wollte ich auch schon eher gehen, aber ich hatte Angst um den Seelenfrieden einer gewissen Dame.

Mittwoch. Aufgrund der Überanspruchung des vorangegangenen Tages bleibe ich bis 17 Uhr im Bett und gehe dann in den Ghetto-Netto. Das war dann auch der Höhepunkt des Tages.

Donnerstag. Immer noch überansprucht vom Dienstag, stehe ich um 15 Uhr auf und besuche dann die Wohnung eines Freundes. Der Freund sitzt glücklicher Weise auch drin. Dann fahre ich wieder nach Hause, wo es von der Nachbarin Pizza gibt, dann geht es wieder zur Einweihungsparty des Freundes.

Freitag. Ich verschlafe und bin infolgedessen erst um viertel vor 10 an meinem Arbeitsplatz. Abends geht es ins Kino. Benedict Cumberbatch anschmachten. Und Colin Firth. Und Gary Oldman. Benedict Cumberbatch hat die allerschlimmste deutsche Synchrostimme abbekommen, die man kriegen kann. Generell sollte man sich Benedict Cumberbatch nur im Original anhören.

Samstag. Ich fahre nach Holland.

Sonntag. Ich räume meine Wohnung auf und denke über mich und Facebook nach.