The adventures of Brutus the bug and Herbert the pervert – Part 1.

So begab es sich also, dass ich erneut in die britische Hauptstadt flog. Ich tue dies vergleichsweise häufig und würde behaupten, dass London die von mir meistbesuchte Hauptstadt und generell mein Reiseziel Nr. 1 ist. Dies hat mehrere Gründe. Einer war wahrscheinlich der Besuch in den Herbstferien 2000 der erste “richtige” Flug (irgendwann mit 4 oder 5 war ich schon mal geflogen, aber das zählt nicht) und zugleich der erste richtige Städtetrip (Paris 1999 war langweilig, öde und blöd) meines Lebens.

Es gibt mehrere Anekdoten über diesen Städtetrip (unter anderem die, wie ich mit einem dolchartigen Brieföffner in der Handtasche meiner Mutter sämtliche Sicherheitskontrollen durchlief und der Typ, der die Tasche meiner Mutter durchsuchte und nichts fand, einfach meinte, wir sollten weitergehen), aber es geht ja vorwiegend um den zurückliegenden. (Kurz muss ich noch einschieben, dass ich von 2005 bis 2007 jedes Jahr einmal in England war und 2005 sogar 3 Monate dort verbrachte. 2010 war ich dann wieder da und jetzt wurde es auch mal wieder Zeit.)

So, jetzt aber zum eigentlichen Thema: Ohmigod, that country is totally expensive! Das hatte ich schon früh gemerkt und unsere Absteige dementsprechend unseren monetären Verhältnissen angepasst: Für 260 GBP insgesamt, bekamen wir ein Twin Room. Dieser lag im ähh 7. Stock und der Aufzug hatte den Geist aufgegeben. In der “Lobby” (die eigentlich nur ein ähh Eingang war, wurden wir von einem chatty Spanier empfangen, der uns schon darauf hinwies, dass der Aufzug leider nicht in Anspruch genommen werden könne und wir deshalb unsere je 13 Kilogramm die 7 Stockwerke hochschleppen könnten.

An der eigentlichen Rezeption dann, funktionierten sämtliche Kartenlesegeräte nicht, weswegen ich mich schon an der Themse campieren sah, luckily lag es anscheinend nur daran, dass sämtliche britische Kartenlesegeräte alle meine Karten nicht lesen wollten, Bargeld hatte ich zwar dabei, nur leider nicht genug, um es in 260 GBP umwandeln zu können, harhar. Also musste die Mitreisende aushelfen. Als wir unser Zimmer öffneten, erwartete uns die nächste Erleuchtung. Ein 1,5 x 3 Meter großer Raum mit so etwas wie einem Wandschrank, in den wir aber nichts hängen wollten, so wie man generell eher nichts mit den Einrichtungsgegenständen im Zimmer in Berührung kommen lassen wollte. Das war aber sehr einfach zu regeln, da es außer dem Doppelstockbett und dem Wandschrank praktisch keine Möbel im Zimmer gab, was bei einer Größe von 4,5 m² auch nicht weiter verwunderlich sein sollte (ernsthaft, es Durchschnittsbadezimmer sind größer). Abgesehen von der Lage im 7. Stock, die uns diesen herrlichen Ausblick bescherte (ich will verdammt noch mal auf einen Kicker auf meinem Dach haben):

waren auch die Duschen großartig. 2 für das gesamte Stockwerk, netterweise nur für females, denn obwohl es auf unserem Stockwerk natürlich auch Jungs gab, waren die “Unisex”-Duschen gerade wohl out of order. Dieses Schicksal sollte aber auch den female showers zu Teil werden, sodass unsere Mittwochabenddusche leider ausfallen musste. Sie hätten sich hier aber auch nicht geduscht, oder?:

Ein schönes weiteres Feature unseres Hostels war, dass die schicken Brandschutztüren die Funktion hatten zu knallen, weswegen ich nachts des öfteren aus dem Schlaf schreckte, wohl angesichts der jüngst in London stattgefundenen riots immer schweißgebadet (Sie merken, wenn ich übertreibe, ne?). Das weitere feature war eine Baustelle, die laut diversen Interneteinträgen mindestens seit 1984 in der Londoner Sherwoodstreet ihr Dasein fristet. Anstatt tagsüber zu arbeiten, fing man in London um 6 Uhr morgens damit an, diverse Metallteile durch die Straße zu kicken, Glas kaputt zu hauen oder einfach nur mal zu testen, wie gut der Presslufthammer funktioniert. Besonders schön kamen diese features zur Geltung, wenn man am Abend vorher noch unfreiwilligerweise Bestandteil eines Feueralarms geworden war (den man aber nicht für voll nahm und sich deswegen wieder ins Bett zurückbegab, da man schon am Tag der Ankunft festgestellt hatte, dass sein Leben beendet sei, würde in diesem Gebäude jemals Feuer ausbrechen).

Soweit zum Thema Pickadilly Backpackers, aber das obige Pamphlet verschweigt einiges, denn bei dem Hostel handelt es sich um die zentralste Unterkunft, in der ich jemals in London gehaust habe.Quasi direkt am Picadilly Circus, drei Meter vom Leicester Square entfernt und deswegen auch nur wenige weitere Schritte vom Trafalgar Square. Wenn man es sich leisten möchte, kann man fußläufig dekadent in der Carnaby Street bei Leons Porridge und Earl Grey verfrühstücken. Bis zur Oxford Street ist es dann auch nicht mehr weit. Und, wenn Sie mich fragen, 130 GBP sind momentan laut yahoo-Finance 151 Euro und 8 Cent. Für 4 Nächte mitten in SoHo wirklich unschlagbar und außerdem gibt es weitaus schrecklichere Jugendherbergen.

Kommentare

Interessant! Wir waren im Frühjahr im gleichen Hostel – unsere Duschen sahen zwar auch nicht luxuriös aus, aber doch weitaus besser. Glück gehabt – und mein Beileid :D
Aber ja – verdammt zentral, wenn auch extrem laut. Hatte auch das Gefühl, als hätte man nachts in der Etage über uns damit angefangen, Wände einzureißen oder Betten durch die Gegend zu werfen…

fanny sagt:

omg, die dusche! ich fass es ja nicht! :D
ich war in london mal in ‘nem hostel direkt am british museum. das war auch echt grenzwertig. ich find’ das so übel, wie die betreiber dieser hostels die so zum absoluten shithole verkommen lassen…

ellebil sagt:

Man muss dazu sagen, dass die Dusche erst am Mittwochabend dann so aussah und wahrscheinlich für eine Renovierung in diesen Zustand versetzt wurde. Trotzdem konnte man deswegen auf dem Flur nicht mehr duschen, was sehr, sehr ungut war. Generell investiert das Picadilly Backpackers an der falschen Stelle und zwar an der Aufhübschung des Treppenhauses (wir haben mehrere schicke Fotos davon geschossen). Nur was bringt mir ein schickes Treppenhaus, wenn der Rest aussieht wie 1950? :D

Schreibe einen Kommentar zu König B. Basset (@blackbasset) Antwort abbrechen