Autor: ellebil

@9Nov38

Seit zwei Wochen lese ich Bücher zur Reichspogromnacht. Grund dafür ist das Projekt @9Nov38. Begonnen hat es irgendwann, ich weiß gar nicht mehr wann. Moritz fragte, ob ich Interesse hätte – und das hatte ich. Vielleicht auch, weil man sooft hört, dass doch jetzt mal gut sein könnte, dass man selbst doch gar nicht Schuld daran sei. Es stimmt, viele sind nicht schuldig, weil sie noch gar nicht geboren waren als das alles passierte. Das bedeutet imho aber nicht, dass deswegen jetzt Schluss ist. Ich habe in den letzten Wochen so viel gelesen, was ich eigentlich für unvorstellbar halte. Es ist aber nicht unvorstellbar, es ist wirklich passiert. Und wenn man aufhört sich damit zu beschäftigen, dann vergisst man. Dann vergisst man, dass in diesem Land Menschen willkürlicher Gewalt ausgesetzt waren, dass man ihnen alles nahm. Ich will das nicht vergessen. Ich will, dass man sich daran erinnert. Zwingen kann und will ich niemanden dazu, wie Moritz richtig bemerkt hat, kann man dem Account folgen oder es sein lassen. Wenn man ihm folgt, kann man sehen wozu Menschen fähig sind.

Browser-ABC

Johannes hat ein lustiges Spiel gespielt. Ich will auch.

A wie amazon.de – seitdem Thalia Bouvier geschlossen hat, bin ich anscheinend nur noch da…

B wie bonn.ironblogger.de – immer schön gucken, wie hoch der Schuldenstand so ist.

C wie curryandculture.wordpress.com – Hallo, Karin!

D wie donnas.de – eigentlich bin ich viel öfter auf derxblog.wordpress.com, aber das Fitnessstudio hat bestimmt online so eine Art schlechtes Gewissen Sonderbonus.

E wie ellebil.wordpress.com – ich habe nie abgestritten narzisstisch veranlagt zu sein.

F wie facebook.com – Sie kennen das doch.

G wie google.de – keine Suchleiste im Browser aktiviert…

H wie hootsuite.com – alles nur, weil die ne Eule als Logo haben, schwöre!

I wie itunescode.de – ich kaufe sogar Dinge, die ich hier gar nicht kaufen darf, anstatt sie wie böse ausbeuterische A jeder normale Mensch einfach irgendwo im Netz zu “finden”.

J wie jstor.org – ich bin nämlich voll die Streberin, jaja!

K wie kotzendes-einhorn.de – hat alles mit F wie facebook zu tun.

L wie ha, ich habe keine Seite mit l besucht.

M wie mws.hypotheses.org – so jetzt bin ich endgültig und für alle Zeit geoutet.

N wie gar nichts.

O wie orbis-claudiae.blogspot.de – ein guter Rant geht immer, auch, wenn ich mich gelegentlich ertappt fühle.

P wie paperwingsfashion.com – fragen Sie einfach nicht. Es sei nur gesagt, dass ich das nicht zu meinem Plaisir besuche.

Q wie qype.com – und dabei ist das jetzt tot.

R wie rheinauenschreiber.de – dieses Ironblogging, nä?

S wie sebastiankipp.no-ip.org/tt-rss – The proudly host of my Tiny-Tiny RSS Dingsbums.

T wie twitter.com – soooo kreativ!

U wie ulb.uni-bonn.de – ich sagte bereits, dass ich voll Streber bin…

V wie vox.de – außerdem bin ich Shoppingqueen-süchtig. Na gut und natürlich auch “Vier Hochzeiten und ein To eine Traumreise”

W wie wikipedia.de – manchmal strebe ich nicht rum, sondern cheate.

X wie xda-developers.com – ich bin mir zu 100% sicher, dass ich diese Seite noch nie besucht habe, sondern jemand anderes, der sich meines Laptops bemächtigte.

Y wie You…Tube – was denken Sie eigentlich von mir?

Z wie zalando.de – Ich habe noch nie vor Glück geschrieen.

Außerdem kennt mein Browser noch zwei Zahlen:

1 wie 1ppm.de – Ironbloggeeeeeeeeeeeeeer FTW!

9 wie 9nov38.de – Falls Sie mal lesen wollen, was man mit einem Geschichtsstudium so anfangen kann.

Shit the past says

Die Rückbetrachtung von Zeit bringt ja immer interessante Sichtweisen zu Tage. Man hat da ein gewisses Bild. Umso interessanter ist, dass Willi Zwo gar nicht so böse war, wie er gelegentlich heute gesehen wird. Zumindest fanden das einige Zeitgenossen so:

“In 1911 the president of the University California at Berkely, Germanist Benjamin Ide Wheeler, had nominated Kaiser Wilhelm II for the Nobel Peace Prize. In 1913, a spate of articles in Germany and abroad labelled him the Friedenskaiser, ‘Emperor of peace’. In June that year, the New York Times published a long article by Alfred Fried, founder of the German peace movement, who wrote:

His glory as a man of peace, great enough now, will become greater, and his wish to figure in history as a hero of peace will be fulfilled. And historians of the future, in a position to appreciate fully this great and restless epoch through which we are passing … such historians will speak of Wilhelm II as the compelling force in that process of change and will bestow upon him the title of ‘The Great Conciliator’.”

EMERSON, Charles: 1913: The World before the Great War, London 2013, S. 77.

Und nun lehne ich mich zurück und warte auf das Eintreffen von Godwin’s Law.

10 absolut kluge Antworten von mir und 10 absolut kluge Fragen von mir

Stöckchen sind der heiße Scheiß aktuell, schon zum zweiten Mal von Johannes getroffen worden.

Was ist deine Mei­nung zum Berlin/Bonn-Gesetz?
Aus vollkommener Logik hätte ich nachvollziehen können, wenn man sich aus Kostengründen 1991 dazu entschieden hätte, Bonn als Hauptstadt zu behalten. Hat man nicht, deswegen ist das Ganze jetzt ziemlich halbgar. Und mal ehrlich: Berlin hat schon viel mehr Hauptstadtflair als unser kleines Bonn, das charmant ist und sehr gut angebunden, aber eben in einem Hauruck-Verfahren Hauptstadt wurde und sich deswegen erst mal einiger Dörfer im Umkreis bemächtigen musste, um etwas größer zu erscheinen – hat was von einem Scheinriesen, zumindest an der Museumsmeile. Ich halte es da mit Herrn le Carré, der etwas davon faselte, dass es das auch nur in Deutschland geben kann, dass man seinem ersten Bundeskanzler die Hauptstadt vor die Tür stellt. Insofern: das Berlin/Bonn-Gesetz ist die Aufrechterhaltung eines Provisoriums, das seit 1990 eigentlich hinfällig ist – aber die Arbeitsplätze und die NGOs, jaja!

Hast du der­zeit ein Ehren­amt? Oder sogar meh­rere? Welche(s)? Warum?
Ich habe aktuell kein Ehrenamt. Ich bin ein Mensch, der ungern Verantwortung übernimmt, aber auch einer von diesen Leuten, die es dann machen, wenn sich kein anderer meldet. Oder irgendwer mehr oder weniger nett fragt. Bis Juli hatte ich ein Ehrenamt. Ich habe es aufgegeben, weil es irgendwann so zehn bis fünfzehn Stunden Arbeit pro Woche fraß, ständig irgendwer irgendwas nicht Ernst nahm und dadurch irgendwas Bescheuertes passiert ist und außerdem, finde ich, wird das Ehrenamt viel zu wenig geschätzt. Daher zolle ich meinen Respekt allen, die ein Ehrenamt ausüben. Ich werde es bestimmt irgendwann mal wieder machen, aber gerade ist es schön das nicht zu tun.

Wie ist dein Ver­hält­nis zum Telefonieren?
Ich hasse telefonieren. Es gab eine Zeit, da sagte man, dass Teenager total gerne telefonieren. Deswegen dachte ich: “Du bist jetzt Teenager, du musst nun telefonieren.” Ich habe dann vier Stunden mit einer Freundin telefoniert und musste danach dringend aufs Klo. Auch heute mag ich Telefonieren nicht viel mehr: es ist unpersönlich und gleichzeitig ziemlich persönlich und wenn man nicht telefonieren will, dann muss man es nicht, auch wenn man es eigentlich müsste und dann schiebt man es immer weiter auf, weswegen kaum jemand von mir angerufen wird. Ich habe 120 Freiminuten in alle anderen Netze und benutze sie nie. Ein Handy ohne Telefonfunktion würde ich sofort kaufen.

Was ist deine Ein­stel­lung zur Femen-Bewe­gung?
Ich las zum ersten Mal im Spiegel davon und dachte mir, dass es ja besonders in Russland/Ukraine ziemlich kalt sein muss, wenn man seine Brüste entblößt. Dann bekam ich noch den Femen-Muslima-Streit mit und dachte nur noch: Wenn man sich so dermaßen auf die Brüste versteifen muss (no pun intended), dann läuft doch auch wieder irgendwas falsch.

Hei­ra­ten: Eine über­holte Tra­di­tion, ein schö­ner Lie­bes­be­weis, ein läs­ti­ges Muss oder was?
Ich gucke gelegentlich “Vier Hochzeiten & eine Traumreise” – das ist genug Hochzeitsdosis für mich. Ich glaube, es ist das, was man möchte, dass es ist. Für mich ist es aktuell eine lästige, überholte Tradition – aber das kann sich ändern.

Schätze mal bitte: Wie viel Pro­zent dei­ner Freunde und Bekann­ten kennst du aus den fol­gen­den sozia­len Umfeldern:

Von der Aus­bil­dung, Schule, Uni etc.?
20% – wobei da die meisten Leute aus der Uni kommen
Aus der Arbeit?
10%
Über das Internet?
30% – wobei ich mir da nicht immer sicher bin, weil die in Teilen auch zu “Uni” gerechnet werden könnten.
Über dei­nen Partner/deine Part­ne­rin? (Auch: ehe­ma­lige Partner.)
0% – ich würde die eher als Bekannte einstufen.
Wo ganz anders her?
Mist, da fehlen noch 40%. Vielleicht habe ich irgendwo Phantomfreunde.

Wel­che Erklä­rung hast du für die Ver­tei­lung in der vor­he­ri­gen Frage?
Ich finde, dass man im Internet am besten “Gleichgesinnte” findet, das wäre auch der einzige Ort, an dem ich aktiv suchen würde, der Rest ergibt sich ja meist eher von alleine.

Wor­aus besteht dein Früh­stück an einem typi­schen Wochentag?
Evtl. ein Glas Mineralwasser – ich bin die geborene Nicht-Frühstückerin.

Hast du eine oder meh­rere Zeit­schrif­ten abon­niert? Wel­che, seit wann und warum?
Ich benutze das Spiegel-Abo meines Vaters mit – als E-Paper-Ausgabe, seit ähh 1,5 Jahren, weil er es eh bezahlt. Allerdings lese ich den Spiegel äußerst selten.

„E plu­ri­bus unum“, wie ein gewis­ser Karl-Theodor Frhr. zu Gut­ten­berg in sei­ner her­vor­ra­gen­den Dok­tor­ar­beit geschrie­ben hat. Sind die „Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Europa“, also eine EU nach USA-Vorbild, dei­ner Mei­nung nach eine rea­li­sier­bare Vision? Oder kann Europa nie­mals eine Nation mit einer Zen­tral­re­gie­rung und eige­ner Ver­fas­sung wer­den? Warum?
Puh, ähh, also: aktuell sehe ich Europa sehr fern von einer EU nach USA-Vorbild, das hat u.a. damit zu tun, dass die EU keinen Gründungsmythos hat außer ein paar Menschen, die ne wirtschaftliche Union toll fanden – but you don’t win any hearts with that. Im Nachhinein versucht man da immer so viel reinzuinterpretieren, was eigentlich nie da war. Ich würde auch nicht behaupten, dass die EU eine Wertegemeinschaft ist (was in meinen Augen sehr gut ist), was vielleicht dazu hätte führen können, dass. Der Euro hätte so als einendes Etwas gelten können, aber wir wissen ja, was gerade mit dem los ist. Dann kommt dazu, dass die USA ja so gegründet wurden und die dann noch ein bisschen Krieg geführt haben und die einen dann gewonnen haben und dann eine fast 200-jährige “Erfolgsgeschichte” geschrieben wurde und hey they’re the land of the free und saviour of all (die Historikerin relativiert). Das war in Europa aber nicht der Fall, die Nationalstaaten sind ziemlich stark (in Deutschland vielleicht nicht so stark wie anderswo) – d.h. u.a.: solange sich einzelne Länder (I’m looking at you, France and UK) als Grande Nation bzw. Great Nation ansehen, wird das vermutlich nix mit den Vereinigten Staaten von Europa, was ich aber auch nicht besonders tragisch finde.

Ding­d­ing­d­ing­d­ing! Nächste Runde! Wer will noch­mal, wer hat noch nicht?
Na dann:

1. Hast du dich irgendwann erwachsen gefühlt? Wann war das?
2. Wenn du dir ein Großbauprojekt aussuchen könntest, in dem du massig Geld verpulvern könntest, was würdest du bauen?
3. Würdest du lieber in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen und warum?
4. Liest du eigentlich noch Tageszeitung?
5. Abgesehen von Alltags- bzw. Gebrauchsgegenständen, gibt es etwas, das du immer Zuhause haben musst?
6. Glaubst du, dass du zuverlässig bist?
7. Welchen Kurs würdest du im Altersheim belegen?
8. Was muss man können?
9. Was hältst du von Reenactment?
10. Welche Frage wolltest du schon immer mal beantworten? (Bitte auch beantworten)

Dieses Stöckchen geht an:
Johannes (falls du magst, falls nicht, magst du es vielleicht weitergeben?)
hellojed
exilsoester
orbisclaudiae
Karin
hszemi
Seb_Der_X
schneyra
serotonic
Fanny

20 Dingse über mich

Der Johannes hat mich mit einem Stöckchen beworfen und weil mein Laptop gerade mal keinen Fan Error hat, nutze ich mal die Gunst der Stunde. (mehr …)

La semaine 40 en 2013

photoAm Montag fällt mir auf, dass das Ding, was ich aktuell stricke, leider eher so eine Teppichwurst wird, die ich mir evtl. doch nicht um den Kopf hängen möchte. Deswegen fange ich neu an, finde es auch ganz nett, bis mir auffällt, dass ich mich verstrickt habe, also alles aufribbeln. Beachten Sie bitte meine Zahnspange rechts oben im Bild, die ich in nächtlicher Unruhe mal wieder um mich geworfen hatte.

photo_2Homeland – und damit auch Saul Berenson – ist zurück. Ich warte seit Dezember 2012 darauf. Der Cliffhanger war übel, dafür geht die erste Folge relativ entspannt los und Brody war nicht da (okay, der sitzt vermutlich gerade auch in einem Schlauchboot mitten auf irgendeinem Meer oder wird von Terroristen gefoltert), ich hoffe ja, dass sich meine Befürchtungen nicht bewahrheiten und ich irgendwann erkennen muss, dass mein geliebter Saul doch gar nicht so liebenswürdig ist.

photo_1Gelegentlich halte ich mich auch mal außerhalb meines Bettes auf. Dann überwinde ich meine größten Ängste und treffe Menschen aus dem Internet in real. Ich bin nämlich so schlimm narzisstisch veranlagt, dass ich denke, dass ich im Internet interessanter wirke als ich es tatsächlich denn dann bin. Karin und ich haben jedenfalls das Midi getestet – leider war es gar nicht so grausam wie vermutet, also nicht, dass ich gedacht hätte, dass es mit Karin grausam würde, eher hatte ich auf grausames Essen getippt. Stattdessen waren es über zwei Stunden, die am Ende Karin beenden musste – ist mir so auch noch nicht passiert.

photo_3Beim Bummeln auf dem Bonner Marktplatz dann einen lustigen Wohnwagen entdeckt, in dem anscheinend Gerichte zum Selberkochen verkauft werden. Das ist praktisch, da muss man sich ja gar keine Gedanken mehr machen. Auf der Tafel steht auch, dass das hier alles bio und regional ist und so. Voll knorke, probiere ich evtl. mal aus.

photo_4Mir am Tag vor dem Tag der deutschen Einheit mal wieder bewiesen, dass ich dieses “Feiern” wohl doch kann, auch wenn ich das selten mache und mich auch nie meinem Alter entsprechend verhalte. Potentiell reicht es mir immer um 2 Uhr die Biege zu machen und vermutlich wäre die einzige Party, die mich wirklich reizen würde, eine Pyjamaparty. Mit einer DVD. Und Tee. Und Strickzeug. Alleine. Aber so war es auch sehr gut, Begleitung sehr gut, Musik sehr gut, Luft schlecht. Deswegen war ich dann um 3 Uhr platt. Um 3.01 Uhr guckte ich, wie die Bahnen fuhren, war etwas entsetzt und lag dann vermutlich um 5:00 Uhr im Bett – nachdem ich mir sogar noch die Kontaktlinsen ausgezogen hatte. Daumen hoch dafür!

photo_5Der Tag der deutschen Einheit beginnt verkatert und mit der Liveübertragung der Feierlichkeiten in Stuttgart. Ich möchte mal anmerken, dass diese Feierlichkeiten NICHT dazu beitragen, dass ich mich irgendwie “deutscher” fühlen würde. Ich für meinen Teil kann mich jedenfalls nicht mit 6 tanzenden Eiern, die sich danach in 6 kleine Mädchen in explodierten Daunendecken verwandeln, identifizieren – auch wenn die Bundeskanzlerin sich sowas ohne mit der Wimper zu zucken angucken kann. Ich verstehe im Übrigen auch nicht, warum man ständig Dichter und Denker verrappen muss. Man kann es auch einfach vorlesen, es wird nichts cooler, weil man es rappt – fragen Sie mal die Polizei NRW! Ich für meinen Teil fliehe irgendwann vor dem Feiertagsbrei im Fernsehen und treffe mich mit pamphleteer_, weil der nämlich aus Bonn wegzieht. Leider zeige ich ihm ein Café, in dem er noch nie war, das ihm aber gefällt und tja, doof gelaufen, wenn für Sonntag der Umzugswagen bestellt ist. Dafür stellen wir fest, dass man mehr Kinder “Walter Benjamin”, “Thomas Bernhard” oder “Caspar David Friedrich” nennen sollte. Bei Mädchen wäre “Anna Amalie” bei uns hoch im Kurs.

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Am Freitag begegnen mir diese beiden Ungetüme in der Bahn. Ich werde kurzzeitig mindestens chauvinistisch (im nationalistischen Sinne). What the heck, liebe Rheinländer! Ihr habt doch eure amtlich bestätigte Ausnahmezeit, die euch sogar als Jahreszeit gut geschrieben wird. Braucht ihr da echt noch Inspiration aus dem Süden, um euch zwei Wochen lang Bier reinzuknallen, das ihr eigentlich eh nicht vertragt, weil viel zu stark? Auf der anderen Seite: so fahrt ihr ja nicht nach Bayern, also kein Oktoberfest-Soli aus NRW für den Horst.

photo_8Eigentlich wollte ich Kaninchen gucken gehen, aber dieser Zooladen hat echt nichts süßes zu bieten. Stattdessen verliebe ich mich spontan in Glitzerpiranhas und frage mich, wie ich die wohl bei mir zuhause halten könnte. Stattdessen investiere ich mein Geld in eine neue Tasche und werde mir demnächst mal die Live-Fütterung der Piranhas angucken gehen. Scheint voll das Event zu sein – jeden Freitag um 18:30 Uhr. Danach will ich bestimmt auch keine Glitzer-Piranhas mehr.

photo_6Wenn es nicht so aufwändig wäre, würde ich jeden Tag mit frisch gepresstem O-Saft, gebratenen Champignons und Baked Beans frühstücken. So bleibt es für “einmal im Jahr am Sonntag” reserviert.

photo_7Der Schal ist fertig. Abketten ist scheiße. Der Schal ist ein wenig zu kurz und könnte theoretisch auch als Bolero durchgehen und ich brauche dringend neues Strickzeug, weil ich sonst abends nachdenken muss und das ist nicht gut.

La semaine 2011

Auslese: Politik-Edition

Rund um die Bundestagswahl herum kamen eine Hand voll Bücher heraus, die sich mit dem politischen Berlin beschäftigen. Zwei davon habe ich gelesen bzw. gehört und werde jetzt mal meinen Senf dazu abgeben. (mehr …)

Fotos vom ScienceTweetup heute – Text später

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Nicht mal mehr einen Monat noch, dann wohne ich schon fünf Jahre in Bonn. Dass ich gerne nach Bonn möchte, wusste ich schon 2005. Den genauen Grund kenne ich bis heute nicht, weil ich bis dahin erst zwei Mal und auch nur sehr kurz in Bonn war, aber Bonn sollte es nach dem Abi dann schon sein. Es war weit genug weg vom Sauerland (weswegen Paderborn, Dortmund und Münster aus dem Rennen waren), es sah auf den Fotos im Internet ganz schön aus und 2005 fand ich das Angebot der Uni ganz toll. Man könnte fast meinen, dass mir die Uni relativ egal war (ein Umstand, den ich gelegentlich bereue) – Hauptsache Bonn.

Die Wohnungssuche gestaltete sich mehr als schwierig, ich fing spät an und hatte preislich andere Vorstellungen als der Bonner Mietmarkt, aber dann fand ich im Generalanzeiger eine Wohnung, die sonst anscheinend niemand haben wollte. Mietvertrag unterschrieben und am 2. Oktober 2008 verbrachte ich die erste Nacht in Bonn. Die Wohnung ist seit Anfang September nicht mehr meine – sie war eine nette Studentenbude, hatte aber nur ein Fenster und als im Februar 2011 bei mir eingebrochen wurde, fühlte ich mich auch nicht mehr richtig wohl. Ich wollte mehr Altstadt, denn die ist mein Liebling in Bonn.

Das merke ich besonders jetzt, wo ich am Rande eben dieser wohne. Die Altstadt ist für mich schönes Multikulti, alte Häuser und eigentlich ist sie auch gar keine richtige Altstadt, denn Bonn hat gar keine mehr, aber die Gründerzeithäuser sind schön anzuschauen.

(Und eigentlich gäbe es an dieser Stelle jetzt ein nettes Digital-Story-Telling, aber ich will ja noch an Karins Blogparade teilnehmen.)

Bonn ist klein und das nervt manchmal, weil man ständig Leute trifft – und das ist nicht immer das, was ich will, weswegen ich mich mittlerweile ganz gut wegducken kann. Außerdem nervt an Bonn, dass es einfach aus einem Flickenteppich an Dörfern besteht und die Transportmöglichkeiten zu eben diesen nicht unbedingt besonders toll sind. Woran man übrigens merkt, dass ich mittlerweile hier angekommen bin. 2008 war ich noch vollkommen begeistert, dass die Busse an Werktagen alle zehn Minuten abfahren (das aber nur, wenn die SWB mal ihren Takt einhält).

Dass Bonn klein ist, ist aber auch gut. Von da, wo ich jetzt wohne, kann ich fußläufig alles erreichen, was ich so brauche. Und außerdem wohnen in Bonn eine Menge nette Menschen bei denen ich mich nicht wegducke, wenn ich sie sehe. Hach, Bonn <3. Weitere Gründe für Bonn hier.

Das hier ist ein Teil der Blogparade #bnbp13 von Karin zu Bonn.

Denk mal, ein Denkmal

Am Wochenende war überall in Deutschland Tag des offenen Denkmals. In Bonn gab es auch eine Menge Veranstaltungen und ich hätte wohl mehr mitgemacht, aber das Wetter war nicht so besonders und deswegen reichte mein zweieinhalbstündiger Spaziergang durch Bonn dann auch aus.

Ich bin an ziemlich vielen Kriegsdenkmälern vorbeispaziert. Gestartet ist unsere Gruppe, die – entgegen meiner Annahme – alterstechnisch stark gemischt war, am Alten Friedhof.

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Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Foto: ellebil, CC-BY-SA.

Das Foto zeigt das Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und steht auf dem Alten Friedhof in der Nähe des Eingangs Thomastraße. Das Denkmal zeigt einen tatsächlich gefallenen Soldaten. Das “Etwas”, das ihn beschützt, ist entweder der heilige Michael oder eine sehr männliche Walküre (möglicher Weise könnte es auch eine Germania sein, Kunsthistoriker anwesend?). Sollte es sich bei dem “Etwas” um den heiligen Michael handeln, hätte man zumindest ein konfessionelles Problem im katholischen Rheinland. Das schlicht gehaltene Denkmal wurde vom akademischen Zeichenlehrer der Bonner Universität, Albert Küppers, entworfen.

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Auch ein Denkmal – ein Eisernes Kreuz. Foto: ellebil, CC-BY-SA.

Etwas weiter vom Denkmal entfernt ist ein Eisernes Kreuz auf den Friedhof gepflanzt. Unter diesem Eisernen Kreuz sind auch Gefallene des Deutsch-Französischen Krieges begraben. Direkt daneben steht übrigens dieses Denkmal.

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Denkmal für die französischen Gefallenen des deutsch-französischen Krieges. Foto: ellebil, CC-BY-SA.

Dann ging es vom Friedhof zum Landgericht, wo ein Schild für die Opfer des Bombenangriffes auf Bonn am 6. Januar 1945 hängt.

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Gedenktafel für die Opfer des Bombenangriffs auf Bonn im Januar 1945. Foto: ellebil, CC-BY-SA.

Dann folgten die Denkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Einmal das für die Mitglieder des Bonner Münsters (das krude lateinische Inschriften hat):

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Gedenktafel am Bonner Münster. Foto: ellebil, CC-BY-SA

Und das der Universität, in die man – am Tag des Offenen Denkmals – leider nicht rein kam, aber auch nicht weiter tragisch, kann man sich sonst ja anschauen. Auf beiden Denkmäler sind alle Gefallenen des Ersten Weltkriegs der Pfarrgemeinde St. Martin bzw. der Universität Bonn aufgeführt.

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Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs der Universität Bonn. Foto: ellebil, CC-BY-SA.

Am Alten Zoll schauten wir uns das Denkmal für die Husaren an, das ich allerdings nicht fotografiert habe, und erfuhren außerdem, dass es in Beuel in der Nähe des Bahnhöfchens ein archaisches Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und einen Baum für die Opfer der Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima gibt.

Weiter ging es dann zu einem Spielplatz hinter den Stadtwerken, wo es ein weiteres Denkmal für die Toten des Bombenangriffes auf die Altstadt gibt. Es ist ziemlich versteckt und musste wohl auch schon öfter gegen Parkplätze behauptet werden.

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Denkmal für die Opfer der Bombenangriffe auf Bonn. Foto: ellebil, CC-BY-SA.

Hier endete der Spaziergang nach über zwei Stunden.