Autor: ellebil

La semaine 28 en 2013

20130714-223330.jpg

Montag. Eigentlich hatte ich vor aufzuräumen. Aber ich habe The Good Wife für mich entdeckt und außerdem scheint draußen die Sonne. Hinzu kommt, dass sich seit fast zehn Tagen drei Bücher in meiner Gewalt befinden, deren Lösegeld nicht von mir, sondern von ihrer Besitzerin festgelegt worden ist. Bevor das Lösegeld erhöht wird, bringe ich die Dinger lieber zurück, setze mich danach in ein Café, tu so als würde ich intellektuell etwas lesen, in Wahrheit beobachte ich aber die Leute um mich herum. Stelle fest, dass mir das aktuelle Lieblingskleid doch etwas zu kurz ist und beschließe daher vorm Pubquiz noch mal nach Hause zu fahren und mich umzuziehen. Beim Pubquiz bin ich diese Woche die Quizqueen, ariakan gibt den edlen Knappen und Showpraktikanten, damit er in der nächsten Woche selbst den Quizking geben kann. Weil wir voll unkollegial sind, verliert unser Team und ich lerne, dass irgendwas nicht Neptun sondern Venus ist. Keine Ahnung was.

Dienstag. Chillen, schwimmen und The Good Wife gucken. Den Neu-Vermieter anrufen und fragen, wo der Vertrag bleibt – soll diese Woche noch kommen. Abends in der Sonne vor einem Institut sitzen und Insiderinfos raushauen. Ich bin voll der Whistleblower.

Mittwoch. Arbeiten, schwimmen gehen, das lustige Schild vorm Rathaus fotografieren, dass da keine Fahrräder parken dürfen, weil die die schönen Touri-Fotos sonst verschandeln (aber der OB darf sich da mit nem Megafon draufstellen!) und beim Spanier abhängen. Dort sitzt der größte Verschwörungstheoretiker vor dem Herrn. Daher twittere ich ein paar seiner größten Erkenntnisse:

https://twitter.com/ellebil/status/355029594845364224
https://twitter.com/ellebil/status/355032005261533184
https://twitter.com/ellebil/status/355038782300499968

Außerdem stellen wir fest, dass wir diesen Spanier nur einmal pro Jahr besuchen und erinnern uns auch sofort an den Grund: es kommt immer nur die Hälfte der bestellten Tapas an und man hat dort ein unglückliches Händchen mit dem Personal. Außerdem werden Freunde des Wirtes außerordentlich bevorzugt behandelt.

Donnerstag. Arbeiten, zeitig gehen, um noch mehr Insiderinfos rauszuhauen, mein Wissen wird nicht benötigt, dafür zerschießt sich meine Kinnlade halb. Kaufe das le Carré Buch, das in Bonn spielt und ein Buch für die Sherlock-Sammlung, außerdem Parfüm und ziehe am Hauptbahnhof die zweite Staffel The Good Wife aus der Packstation. Verbuche das unter Frustshopping.

Freitag. Arbeiten, mit John le Carré vor der Nase dekadent auf dem Marktplatz Eistee trinken und schließlich weiter The Good Wife gucken.

Samstag. Auch heute fällt Aufräumen wegen The Good Wife aus. Gegen Abend raffe ich mich noch zum Aufstehen auf und bemerke, dass die Baustelle, die macht, dass mein Bus seit zwei Wochen nicht mehr vor der Haustür hält, um eine weitere Woche verlängert worden ist. Auf dem Rückweg sitzt im Bus ein Betrunkener mit seiner Motorsense. Ich bin froh als ich aussteigen kann, schiebe meinen Tiefkühlfraß in die Mikrowelle und gucke weiter The Good Wife.

Sonntag. The Good Wife’s over. Im Internet kann man die dritte Staffel legal nicht über Streamingangebote schauen. Wutentbrannt gebe ich eine amazon-Bestellung auf. Außerdem lese ich eine Hausarbeit Korrektur und räume endlich mal auf. Der Mietvertrag ist immer noch nicht da und ich bemerke, dass ich eigentlich viel zu untrainiert bin für dieses Event, das ich nächste Woche mit Frau sero besuchen will. Wobei mir darüber hinaus einfällt, dass nächste Woche ein Familienmitglied Geburtstag und ich auch noch selber nen Vertrag verschicken muss. Und: ich habe zu viele Schuhe. Ernsthaft. Ich habe auch zu viele Handtaschen, weswegen ich in den nächsten Tagen eine Ausmistaktion starten werde und jetzt überlege, wie ich die Sachen am besten los werde. Wahrscheinlich am besten in der Free Your Stuff Bonn facebook-Gruppe.

La semaine 28 vor zwei Jahren

Linksabbieger (4)

BKA hat mittelbar und unwissentlich keine #PRISM-Daten erhalten: Und unmittelbar und wissentlich?
Gunnar hat beim BND, dem Verfassungsschutz und dem BKA nachgefragt, was die denn so über PRISM wissen und was sie dazu sagen. Verfassungsschutz und BND haben relativ schnell abgewunken, weil sie nicht unter das “Informationsverhinderungsfreiheitsgesetzes” fallen. Anders liegt der Fall beim BND und der hat direkt mal einen Wust an Papier zurückgeschickt. Den dröselt Gunnar sehr gekonnt auf.

Clash of Digitalisation: Akademiker vs. Blogger
Sascha schreibt darüber, wie es ist, wenn Wissenschaft auf das sog. “Web 2.0” trifft:

Heute ent­schei­den große For­schungs­in­sti­tu­tio­nen, wohin das Geld für die For­schung fließt. Mor­gen sind es viel­leicht die Bür­ger einer Zivil­ge­sell­schaft, die zuneh­mend selbst dar­über ent­schei­den, wel­che For­schungs­fra­gen Rele­vanz haben, sei es per Crowd­foun­ding, Crowd­sour­cing oder Tools wie LiquidFeedback.

SHIFT
Beim Deutsche Welle Global Media Forum wurde ich sehr charmant auf SHIFT aufmerksam gemacht. Jetzt hab ich es mir auch mal angeguckt und muss sagen: äußerst cool, was die Deutsche Welle da so tut.

Irgendwas mit Hitler
Herr Küppersbusch is back und hat die Herren Niggemeier und Heinser im Gepäck. Das ist sehr hohes Niveau, was die da jeden Dienstag bis Donnerstag so machen beim Tagesschaum. Als Kostprobe diene mal Irgendwas mit Hitler:
[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=GWg1KQKCt3U&w=560&h=315]

Der Witzkrieg
Noch mehr Krieg, noch mehr Hitler und etwas mehr Goebbels. WDR5 hat ein interessantes Feature über den Witzkrieg der BBC gegen Nazideutschland gesendet. Letzte Woche Sonntag. Bedeutet, klicken Sie den Link schnell bevor er der Depublizierung zum Opfer fällt.

Auftragsbloggen

Es ist ja kein großes Geheimnis, dass meine Studienstadt Bonn ist und dass ich hier Geschichte studiere. Weil Anke Gröner gerade überlegt ihr Studienfach zu wechseln und an der LMU München Geschichte zu studieren, guckte ich mal wieder im Self-Assessment-Center der Uni Bonn vorbei. An der LMU München gibt es nämlich für alle BAs einen Eignungstest (durch den ich höchstwahrscheinlich durchgefallen wäre, Anke hat mir die Fragen, die sie im Kopf behalten hat – und das sind einige, ich habe Hochachtung vor deinem Gedächtnis! – geschickt). An der Uni Bonn ist dieser Eignungstest nicht verpflichtend, sondern freiwillig – was schon mal gut ist. Gut ist allerdings auch, dass es den vor meinem Studienbeginn noch nicht gab; ich hätte mir sonst vielleicht noch mal überlegt, hier zu studieren.  (mehr …)

Ich lese gerade Henry David Thoreau…

…und wollte Ihnen folgende Zitate aus seinem Essay “Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat” nicht vorenthalten:

Wir sagen gewöhnlich, die Masse der Menschen sei unreif; aber dieser Zustand bessert sich nur deshalb so langsam, weil die >Wenigen< nicht wesentlich besser oder klüger sind als die >Vielen<. Es ist nicht so wichtig, daß die große Menge ebenso gut ist wie ihr, sondern daß es überhaupt irgendwo vollkommene Güte gibt; denn das wird die Masse mitreißen. Es gibt Tausende, die im Prinzip gegen Krieg und Sklaverei sind und die doch praktisch nichts unternehmen, um sie zu beseitigen; die sich auf den Spuren Washingtons oder Franklins glauben und zugleich ruhig sitzen bleiben, die Hände in den Taschen, sagen, sie wüßten nicht, was zu tun sei, und eben auch nichts tun; Menschen, für die die Frage der Freiheit hinter der des Freihandels zurücktritt und die nach dem Essen in aller Ruhe die Tagespreise zugleich mit den letzten Nachrichten aus Mexiko lesen und vielleicht über dieser Lektüre einschlafen.

Und weiter:

Der Mensch ist nicht unbedingt verpflichtet, sich der Austilgung des Unrechts zu widmen, und sei es noch so monströs. Er kann sich auch anderen Angelegenheiten mit Anstand widmen; aber zum mindesten ist es seine Pflicht, sich nicht mit dem Unrecht einzulassen und wenn er schon keine Gedanken daran wenden will, es doch wenigstens nicht praktisch zu unterstützen. Wenn ich mich mit anderen Gegenständen und Betrachtungen befassen will, dann muß ich mindestens darauf achten, daß ich dabei keinem anderen auf dem Rücken sitze. Ich muß ihn schon freigeben, daß auch er seinen Belangen nachgehen kann. […] Dem Soldaten, der sich weigert, in einen ungerechten Krieg zu ziehen, spenden dieselben Leute Beifall, die sich nicht weigern, die ungerechte Regierung zu stützen, die diesen Krieg verursacht hat; es sind dieselben Leute, deren Handlungen und Auftrag der Soldat ignoriert und für nichtig erklärt; es ist gerade, als ob der Staat so reuig sei, daß er jemanden bestellt, der ihn geißeln soll, wenn er sündigt, doch so reuig auch wieder nicht, daß er auch nur für einen Augenblick damit aufhörte. So bringt man uns im Namen der Ordnung und der Zivilisation dazu, uns schließlich unserer eigenen Bösartigkeit zu beugen und sie zu unterstützen.

Geschrieben hat Herr Thoreau das 1849. 1983 hat ihn Die ZEIT abgedruckt.

Warum Tim Bendzko symptomatische Lieder macht

Ich fuhr eben mit dem Auto über die Autobahn und da ich schon alle drei Monate einen Beitrag u.a. für mein Autoradio entrichte, dachte ich, wäre es auch angebracht dieses zu nutzen und stellte WDR2 ein, weil auf WDR5 die Bärenbude lief und 1LIVE mich in letzter Zeit sehr oft aufgeregt hat.

Auf WDR2 lief Musik. Es klang nach Tim Bendzko – ein kurzes googlen des gesungenen Liedtextes bestätigte meine Vermutung dann auch. Tim Bendzko, der vor zwei Jahren mal die Welt retten wollte, es aber irgendwie nur bis zum Zigarettenautomaten schaffte, oder so. Abgesehen davon, dass mir der Text dieses Liedes relativ schnell, relativ stark auf die Nerven ging und eigentlich nur von Philipp Poisel übertroffen wurde – vergaß ich Tim Bendzko so gut es ging.

Bis eben. Eben lud sich Herr Bendzko eine ordentliche Menge meines Grolls auf. Er hat nämlich ein neues Lied und wohl auch ein neues Album. Dieses neue Lied heißt “Programmiert”. Ich war schon verwundert, dass Herr Bendzko uns (denn ich glaube, dieses Lied soll gesellschaftskritisch sein) in Einsen und Nullen aufteilt (haha, ja, hab ich auch mal gehört, das mit diesem Binärcode, was das ist, keine Ahnung, aber halt voll nerdig und so, ich schreib’s halt mal auf). Beim Refrain:

Denn ich bin programmiert,
oho, ich bin eigentlich nicht hier.
Oho, ich bin an zwei verschiedenen Orten zur selben Zeit
und das absurde daran ist, ich bin nicht alleine hier,
oho, wir sind alle programmiert.

war ich kurz davor in irgendeine Mauer zu rasen. Nein, ich bin nicht programmiert, Herr Bendzko. Ich bin auch nicht an zwei verschiedenen Orten zur selben Zeit, ich bin immer nur da, wo ich gerade bin. Das Internet ist für mich ein Kommunikationsmedium, das mir erlaubt, Grenzen, die früher schwierig zu überwinden waren, mal eben links liegen lassen zu können.

Es geht aber noch weiter. Diese armen Menschen im Internet, die sind emotionslose, stumpfe Wesen, die nicht mal mehr das Sonnenlicht kennen:

Wie fühl´n sich echte Sonnenstrahlen an?
Ich weiß es nicht mehr!
Wie fühlt sich echte Nähe an?
Ich weiß es nicht mehr!
Wie fühlt sich das echte Leben an?
Ich weiß es nicht mehr!
Wie fühlt sich echte Liebe an?
Ich weiß es nicht mehr!

Echte Liebe – sowas kann man im Internet nicht finden. Ja, schlimm. Ich glaub, ich gehe mal eben kurz sterben. Oder ich bastel mir ein Fake-Profil, um Jungs klar zu machen (noch sowas, was im Songtext vorkommt – natürlich aus männlicher Perspektive). Abgesehen davon kritisiert Herr Bendzko natürlich auch das Trollen, aber nicht besonders differenziert

Heute bin ich digital, extrem kritisch und mitteilsam.
Was ich denke, das wird auch gesagt,
mir is egal ob man nach meiner Meinung fragt.

Wirklich echt schade, dass es freie Meinungsäußerung gibt. Aber wenn das schon von jemandem gesungen wird, der praktisch meine Altersklasse ist, dann ist es wohl auch kein Wunder, dass das mit diesem Internet generell schwierig ist hier. Unn dann betritt dieses Neuland vielleicht nicht bloß eine fast 59-jährige Physikerin, sondern auch ein 28-jähriger Singer-Songwriter. [Denken Sie sich hier bitte eine beliebige Leserbrieffloskel à la “armes Deutschland!” hin.]

Wenn Sie sich dieses schöne Lied anhören möchten: geht. Auch bei Youtube. Der gebührenfinanzierte Rundfunk hat Herrn Bendzko nämlich zu einem Live-Einsingen seines Songs bewegen können. Und jetzt ist er – in Einsen und in Nullen – im Netz. Wahnsinn:

[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=oJzm-v0yiZQ&w=560&h=315]

Warum The West Wing eine gute Serie ist

Ich gucke gerade die letzten Folgen von The West Wing (von 2005):
“Die NSA hat sein (zukünftiger US-Präsident) Telefonat mit dem russischen Präsidenten aufgezeichnet.” – “Sein Telefon wird überwacht?” “In der gegenwärtigen Krise werden alle Kontakte mit der russischen und der chinesischen Regierung aufgezeichnet. Das ist Routine.” – “Und?” – “In dem Telefonat ist nichts auffälliges vorgekommen.”

Auch gut an The West Wing:

[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=5-zhNiGlogQ&w=420&h=315]

 

Anke Gröner findet The West Wing auch toll. Die Charaktere haben übrigens alle fiktive TwitterAccounts, was einigermaßen abgedreht ist.

Linksabbieger (3)

Die Erinnerungslücke
Das SZ-Magazin berichtet über das Grabmal von Adolf Hitlers Eltern und weil die SZ das Leistungsschutzrecht toll findet, werde ich hier jetzt nichts zitieren.

From Rhys Ifans to Madonna: writers on their worst celebrity interviews
Im Guardian berichten Journalisten über die schlimmsten Interviews, die sie jemals führen mussten. Wenn man denen glauben schenken darf, muss Lou Reed extremst sozialinkompatibel sein. Interessant ist das Ganze vielleicht auch im Nachklapp um die Riemann-Debatte. Ich finde Mr. Spacey hat da eine sehr gesunde Ansicht:

“I once interviewed Kevin Spacey, who is very private, and I said to him: ‘Isn’t it the case that you have all this wealth and adoration; isn’t the quid pro quo for that that you give the people who come and see your movies an insight into your personal life?’ And he said: ‘No, I don’t agree. The quid pro quo is I give you the best performance I can give.'”

Beichtzeit: Wortvogel goes to hell – in a church!
Der Wortvogel ist Atheist. Dummer Weise hat er sich aber mit seiner LvA (das steht für Liebste von Allen) in eine Kirche begeben. Gläubige Menschen werden diesen Text als schrecklichste Blasphemie wahrnehmen. Z.B. wegen solcher Sätze:

“Auf jeden Fall soll uns diese Anekdote (die sicher auch wieder ein Gleichnis für irgendwas ist) von der Macht Gottes überzeugen. Ich erwarte vergeblich den disclaimer: ‘Solltet ihr allerdings gerade jemanden haben, der seinen letzten Atem tut – don’t try this at home. Gott kann sich schließlich nicht um jeden kümmern – und um EUCH erfahrungsgemäß schon gar nicht.'”

Ich find ihn wahnsinnig unterhaltsam.

Üç maymun Eylemleri – Drei Affen-Demonstrationen
Die Situation in der Türkei bewegt mich, ich bin aber nicht besonders gut informiert. Dieser Artikel war auf jeden Fall schon mal sehr erhellend – auch was Hintergrundinformationen anbelangt:

“Der Zeitungsbericht ist Teil einer seit Beginn der Parkbesetzung laufenden großen Propaganda-Maschinerie der Kriminalisierung, die ihren Anfang mit Recep Tayip Erdoğans (RTE) Beschimpfung der Demonstrant/innen als Çapulcu machte – welche sich die Demonstrant/innen aber sogleich aneigneten: Der im Gezi Park als Kollektiv gegründete Internet-TV-Sender www.capul.tv begrüßt seine vielen Interviewgäste grundsätzlich und liebevoll mit “Wie geht es Dir, Çapulcu? Was hast Du uns zu sagen?” Als Neologismus – “Everyday I’m çapuling” – hat der Begriff schon international die Runde gemacht,Wikipedia führt unter “Chapulling (Turkish: çapuling)” bereits einen Eintrag incl. Debatte.”

Pop jenseits des Westens: Die Geschichte des Massenphänomens Menudo
Ich finde dieses Blog wahnsinnig spannend und interessant – obwohl ich erst gestern wieder vom Dekan meiner Fakultät zu hören bekam, wie sinnlos z.B. die Beschäftigung mit Westcoast-Rap in wissenschaftlichen Arbeiten sei (vielleicht habe ich ihn da auch überinterpretiert und er fand die Überschrift “Fuck tha police!” nur doof, kann ich mir aber schwer vorstellen). Jedenfalls finde ich gerade Popgeschichte spannend, aber ich bin ja auch einer dieser bloggenden Nerds. In diesem Text hier geht es um spanischsprachige Boybands:

“In 14 Jahren waren mehr als 30 Jungs Mitglieder von Menudo gewesen. Viele sagen, dass Díaz eine Erfolgsformel erfunden hat, um die Band immer “jung” zu halten und zugleich viele neue Interessierte anzuziehen. Der erfolgreichste Menudo war Ricky Martin, der danach eine Karriere als Sänger und Schauspieler in den USA machte. Unter dem Einfluss von Menudo bildeten sich aber neue Boybands in Lateinamerika (wie z.B. Dominó in Brasilien) und den USA (z.B. New Kids on the Block), die ohne das historische Vorbild von Menudo so nicht denkbar gewesen wären.”

Disclaimer: Möglicher Weise kenne ich die beiden letztgenannten Blogs nur durch meine Arbeitsstelle, was aber nicht heißen soll, dass sie mich privat nicht auch interessiert hätten, wenn ich da nicht arbeiten würde – ich wäre dann nur wahrscheinlich erst sehr viel später auf sie gestoßen.

Auslese: Eifler Zorn

Buch mit gruseligem Pferd auf Cover an Nachttischlampe.

Buch mit gruseligem Pferd auf Cover an Nachttischlampe.

Das Buch, was hier gerade als “Auf dem Nachttisch” angezeigt wird, ist mehr so ein Alibi. Tatsächlich schreibt (bzw. schrieb) Herr Hobsbawm immer sehr anschaulich und auch sein Übersetzer hat das ziemlich gut hinbekommen, aber in der Sommerhitze ist der Marxismus im 21. Jahrhundert wirklich auch ein wenig anstrengend. Deswegen zog ich gestern nach dem Unwetter los und ging in die Akademikerbuchhandlung an der Uni (nein, nicht Bouvier). Dort kaufte ich mir einen Krimi.

Denn: ich mag Krimis und entgegen meiner ausgeprägten Abneigung ländlicher Gebiete mag ich Krimis darüber dann doch ganz gerne. Aber mehr als seichte Lektüre nebenher. So griff ich dann zu Elke Pistors Eifler Zorn. Und das war auf der einen Seite schon gut, auf der anderen nicht so. (mehr …)

Wie ich den 68ern ein Gedicht widmete

Ich habe die 68er verraten. Des öfteren. Mein cholerischer Französischlehrer wollte immer wissen, wer die Schuld an der Verrohung der Gesellschaft zu tragen habe und weil es so einfach war, sagte ich, was er hören wollte: “Die 68er!”. Ich hatte auch ein wenig ein schlechtes Gewissen und wollte den 68ern mal sagen, warum das mit ihnen und mir so ist, wie es ist – nicht einfach. Also habe ich mit 16 ein Gedicht geschrieben. Weil gerade viele ihre “Frühwerke” neu oder überhaupt veröffentlichen, springe ich ganz dreist mit auf den Zug. Und präsentiere Ihnen nun, was ich in den Weiten des Internets fand: meine 16-jährige Existenz. Ich fand Texte, von denen ich dachte, sie wären unwiederbringlich fort. Doch wir wissen ja, dass das Netz nie vergisst und deswegen zeige ich Ihnen jetzt mein 16-jähriges Ich, das als politische Lyrikerin ganz groß rauskommen wollte. (Leider hat nie ein Schulbuchverlag angeklopft und gefragt, ob ich die Rechte abtrete, ich bin wirklich untröstlich). Falls Sie mit diesem ungehörigen Zur-Schau-Stellen einer unschuldigen 16-jährigen nicht klar kommen, klicken Sie einfach hierhin, dann wird’s besser. (mehr …)

Schwimmend durch Bonn (1): Das Melbbad

In Städten mit Häfen hätten die Menschen noch Hoffnung, soll Bernd Begemann mal gesagt haben. Bonn hat einen Hafen und folglich auch einen Fluss. Einen recht großen Fluss sogar, der momentan alles flutet. Der Fluss ist allerdings übel und gefährlich, weswegen die Stadt Bonn jedes Jahr davor warnt, sich in eben diesen zu begeben. Ich lasse das auch meistens. (mehr …)